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Hospizkoordinatorin Uta Lang ist während der Corona-Krise vor allem per Telefon im Einsatz, berät bei Fragen zur Palliativpflege und steht Schwerstkranken und Angehörigen bei. (Foto: Christina Bock)

Erwachsenenhospizdienst Mosbach bietet dennoch weiterhin palliativpflegerische Beratung und psychosoziale Unterstützung

Mosbach.  (pm) Die Corona-Pandemie beeinträchtigt auch die ambulante Hospizarbeit in Mosbach und Umgebung. Viele (corona-negative) Schwerstkranke und Sterbende, die in Pflegeheimen wohnen oder im Krankenhaus stationär behandelt werden, können aufgrund der neuerdings geltenden Besuchsbeschränkungen nicht mehr vor Ort begleitet werden.

Dies sind einerseits verständliche und wichtige Maßnahmen, um die Ausbreitung des neuen Corona-Virus einzudämmen und Risikogruppen zu schützen. Andererseits bleibt den Betroffenen dadurch der benötigte hospizdienstliche Beistand verwehrt.

Auch in der häuslichen Umgebung ist die Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden kaum noch möglich. Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband betont, dass Betroffene und Angehörige ebenso wie ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und begleiter vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus geschützt werden müssen. Die Mehrzahl der Ehrenamtlichen ist älter als 60 Jahre und fällt damit selbst in die Corona-Risikogruppe, bei der schwerere Verläufe der virusbedingten Lungenkrankheit wahrscheinlicher sind.

„Es zerreißt mir das Herz, dass wir den Menschen im Moment nicht wie gewohnt helfen können“, sagt Uta Lang, Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, und bringt damit auch das auf den Punkt, was die 26 ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter des Dienstes in diesen Tagen fühlen. Gleichzeitig stellt sie aber klar: „Wir sind trotzdem weiterhin für die Menschen da.“ Per Telefon finden Beratungsgespräche zur Palliativpflege sowie Trauergespräche statt.

In Ausnahmefällen sind natürlich auch Vororttermine möglich. In Absprache mit den Betroffenen können laufende Hospizbegleitungen telefonisch oder ambulant zu Hause fortgeführt werden. Alle Angebote sind kostenfrei. Wer einen schwerstkranken Menschen pflegt oder den Verlust eines geliebten Menschen betrauert, wird also auch während der Corona-Krise Rat und Beistand finden.

Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach und verantwortlich für den Erwachsenenhospizdienst, unterstützt dieses Vorgehen: „Auch wenn die Einschnitte schwerwiegend sind, können wir nur so unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen.“ In finanzieller Hinsicht bereitet ihm der corona-bedingte Rückgang der Hospizbegleitungen jedoch Sorgen.

„Die Förderung, die wir von den Krankenkassen erhalten, hängt von der Anzahl der Begleitungen ab, die der Dienst leistet“, erklärt Marcus Dietrich. „Durch Corona sind wir nun noch mehr auf Spenden angewiesen, um auch nach der Krise Sterbe- und Trauerbegleitung anbieten zu können.“

Uta Lang möchte sich und den Erwachsenenhospizdienst bereits jetzt für die Zeit nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie wappnen: „Wenn wir die Menschen hoffentlich bald wieder persönlich begleiten können, brauchen wir dringend Schutzausrüstung.“ Aber die ist Mangelware. Ambulante Hospizdienste werden im Gegensatz zu medizinischen Einrichtungen nicht mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Co. ausgestattet.

Der Erwachsenenhospizdienst hofft daher auf die Unterstützung von Freiwilligen, die Behelfsgesichtsmasken aus Stoff nähen oder Händedesinfektionsmittel zur Verfügung stellen können. So wären die Hospizbegleiterinnen und begleiter gut gerüstet, wenn sich die Türen der Pflegeheime, Krankenhäuser und Privatwohnungen wieder auftun.

Info:  Wer sich telefonisch zur Palliativpflege beraten lassen möchte, eine telefonische Begleitung wünscht oder Schutzausrüstung spenden möchte, findet weitere Infos unter der Rufnummer (0 62 61) 937 85 65 sowie im Internet unter www.hospizdienst-mosbach.de.

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