“Glasfaserprojekt in alles entscheidender Phase“

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(Symbolbild – Pixabay)

Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr tagte in Buchen – Kreisstraßen und Brücken wurden saniert

Buchen.  (pm) Ein wegweisendes Zwischenfazit in Sachen Glasfaserausbau erhielten die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr im Laufe einer unter strengen Corona-Bedingungen durchgeführten Sitzung am Montag im Hugo-Geisert-Saal in Buchen. Weitere Themen waren das Projekt „Römer-Pfade“, Berichte über Erhaltungsmaßnahmen an Kreisstraßen und Brücken sowie der Radwegebau im Kreis.

„Unser Glasfaserprojekt ist in die alles entscheidende Phase eingetreten“, freute sich Landrat Dr. Achim Brötel eingangs über den Stand der Breitbandinitiative des Landkreises und der Kommunen in Zusammenarbeit mit der Breitbandversorgung Deutschland (BBV). Dabei konnte er einmal mehr Geschäftsführer Manfred Maschek und den Leiter der BBV-Öffentlichkeitsarbeit Arno Maruszczyk begrüßen.

Letzterer gab dann einen Überblick über die Wirksamkeit der angelaufenen Marketing- und Vertriebsmaßnahmen, deren Ziel der flächendeckende Glasfaserausbau im gesamten Landkreis ist. Dies kann allerdings nur erreicht werden, wenn in einer Vorvermarktungsphase, die aktuell bis zum 31. März des kommenden Jahres geplant ist, 20 Prozent aller Haushalte einen Vorvertrag zur Glasfasernutzung abschließen.

„Mit Beginn unserer Außenwerbung und dem Start der Online-Werbung in Verbindung mit Wurfsendungen konnten wir die Zugriffszahlen auf unserer Internetseite erheblich steigern“, erklärte Maruszczyk, der die einzelnen Maßnahmen erläuterte. So seien kreisweit großflächige Werbebanner an markanten Plätzen aufgestellt worden, inzwischen gebe es sogar Brötchentüten im „toni“-Design.

In Aglasterhausen, Buchen und Mosbach wurden „toni“-Shops eröffnet, in Osterburken sei dies im Januar geplant. Auch sei man mit den Stadtwerken in Buchen und Mosbach Kooperationen eingegangen. Das „toni“-Mobil toure zudem durch den Landkreis und in 38 Ortschaften seien mittlerweile Informationsveranstaltungen abgehalten worden. Aufgrund der Pandemie werde es, so Maruszczyk, künftig zusätzlich virtuelle Veranstaltungsformate geben.

„All diese Maßnahmen sind auf fruchtbaren Boden gefallen, denn die Entwicklung der Auftragseingänge ist überaus positiv“, fasste Maruszczyk mit Blick auf Tausende schon abgeschlossene Vorverträge zusammen. Deshalb stellte er bereits jetzt den Beginn der Erdarbeiten in Buchen und Aglasterhausen noch in laufenden Jahr in Aussicht. „Wir freuen uns darauf, wenn die Bagger rollen und erwarten uns davon noch einmal eine kreisweite Signalwirkung. Die Glasfaser kommt nun tatsächlich in die Häuser. Wir stehen am Anfang eines großes, in Deutschland einmaligen Projekts“, lautete das Fazit des Vertriebsleiters.

Die Bedeutung des Projekts für die Kreisentwicklung betonten dann auch die Ausschussmitglieder, die sich mit zahlreichen Hinweisen in die Diskussion einbrachten. Insbesondere wurde angemahnt, die Anstrengungen für eine Kommunikation möglichst nah an den Menschen noch zu verstärken. „Wir sind auf dem Weg, den wir uns gewünscht haben und das trotz der Pandemie. Vielen Dank für diese beispielhafte Zusammenarbeit. Es ist aber noch ein Stück zu gehen“, zog Brötel ein Fazit.

Überleitend zum nächsten Tagesordnungspunkt betonte der Landrat, dass die Pandemie nicht nur den Breitbandausbau erschwere, sondern auch die Tourismusbranche in eine extrem schwierige Lage gebracht habe: „Viele Betriebe kämpfen trotz großzügiger Hilfen des Bundes faktisch um ihr Überleben“, so Brötel. Umso wichtiger sei es aber, gerade jetzt schon konkrete Perspektiven für die Zukunft entwickeln, um damit nicht zuletzt auch Mut zu machen. Ein Projekt, von dem man sich sehr viel verspreche, seien die „Römer-Pfade“, wo schon umfangreiche Vorarbeiten geleistet worden seien.

Den Stand stellte dann die Leiterin der Touristikgemeinschaft Odenwald (TGO) Tina Last vor: „Im Rahmen des Projekts sollen im Landkreis mehrere Rundwanderwege zwischen vier und 25 Kilometer Länge entstehen, die inhaltlich durch das Leitthema Römer miteinander verknüpft sind. Dabei wird eine Zertifizierung durch den Deutschen Wanderverband als „Kurzer Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ angestrebt“, so Last zu der angedachten Attraktivitätssteigerung der Urlaubsregion. Momentan seien allerdings nur drei von zehn durch die Kommunen eingereichten Wege zertifizierbar. „Bei den anderen müssen wir noch nacharbeiten.“

Die TGO, Kreisentwicklung und der Odenwaldklub versuchen daher gerade mit den beteiligten Kommunen, die konzeptionellen Planungen zu optimieren. Es geht darum, neue Wegstrecken zu suchen oder alternative Routenführungen für einzelne Abschnitte eines Weges zu finden. Parallel dazu erfolgt eine Kostenkalkulation für die Haushaltsplanung der einzelnen Kommunen. Ende November wolle man das endgültige Konzept vorstellen und über eine Umsetzung der „Römer-Pfade“ entscheiden, damit entsprechende Förderanträge gestellt werden können. „Unser großes Ziel ist es, das Projekt auf der CMT im Jahr 2022 zu präsentieren“, unterstrich Last den ambitionierten Zeitplan. Die Ausschussmitglieder begrüßten die geplanten Maßnahmen einstimmig.

„Nach der Behandlung der digitalen Netze und des Wandernetzes möchte ich Sie, wie jedes Jahr, über den Substanzerhalt der 258 Kilometer Kreisstraßen und insgesamt 40 Brücken informieren. Denn dafür bewilligen Sie uns ja jährlich Haushaltsmittel in Höhe von einer Million Euro“, sagte der Leiter des Fachdiensts Straßen Harald Steinbach anschließend bei der Vorstellung der in diesem Jahr durchgeführten Maßnahmen.

Demnach wurden die Kreisstraße K 3901 zwischen Zimmern und Schlierstadt, die K 3911 zwischen Rütschdorf und der Kreisgrenze zu Bayern und die K 3949 zwischen Dallau und Katzental saniert. Hierfür fielen Kosten in Höhe von 865.000 Euro an. Im Bereich der Brückensanierungen wurden im Rahmen des Landes-Förderprogramms für den Erhalt der ehemaligen Bahnbrücke Walldürn im Zuge der K 3910, der Morrebachbrücke in Buchen (K 3916) und der Rinschbachbrücke in Hemsbach (K 3954) insgesamt 990.000 Euro investiert.

Im Gegenzug erhielt man dafür Zuschüsse in Höhe von rund 400.000 Euro. „Schnelles und konzeptionelles Arbeiten lohnt sich. So ist es uns nämlich gelungen, einen Großteil der anstehenden Brückensanierungen schon in diesem Jahr zu erledigen. Das zahlt sich jetzt aus, weil sich die Förderkonditionen künftig leider deutlich verschlechtern werden. Umso mehr will ich aber unserem Fachdienst dafür danken, dass er wieder einmal den richtigen Riecher gehabt hat“, unterstrich der Landrat mit Blick auf die Brückensanierungen.

Steinbach stellte dann noch die Planungen für das kommende Jahr vor. So sei im Bereich der Kreisstraßen vorgesehen, die K 3910 ab der Wohlfahrtsmühle in Richtung Dornberg (talseitig), die K 3926 im Bereich der Einmündung zur Therme Waldbrunn, die K 3927 Reststück der Ortsdurchfahrt Strümpfelbrunn, die K 3949 Katzental nach Waldmühlbach und die K 3960 Erlenbach nach Marlach bis zur Kreisgrenze zu sanieren. Zudem stehen Erhaltungsmaßnahmen an der Erlenbachbrücke in Ravenstein-Erlenbach an.

„Der Ausbau der K 3969 im Jahr 2022 ist dringend erforderlich und wirft bereits seine Schatten voraus“, erläuterte Harald Steinbach im weiteren Verlauf der Sitzung. Die K 3969 verbindet die L 524 bei Waldauerbach mit der L 585 in Schloßau. Das Teilstück vom Abzweig L 524 bis nach Waldauerbach sei dabei bereits ausgebaut. Im weiteren Verlauf ist die Kreisstraße zwischen den Ortsteilen Waldauerbach und Schloßau aber in einem sehr schlechten Zustand, mit einer Breite von 4,5 bis 5 Meter zudem sehr schmal und teilweise auch kurvenreich.

Aufgrund neuer Zuschussrichtlinien des Landes ist die K 3969, auf der im Schnitt über 700 Fahrzeuge am Tag unterwegs sind, künftig förderfähig und es wurde eine Aufnahme in das entsprechende Programm beantragt. „Wir hatten schon lange gefordert, dass diese unfairen Förderkriterien dringend geändert werden müssen. Das war auch einer unserer zentralen Punkte bei unserem Straßengipfel im Mai 2019 mit Herrn Minister Hermann“, sagte Landrat Brötel.

Der Ausbau sieht eine Verbreiterung der Straße und Verbesserungen in den Kurvenbereichen vor. Für die Maßnahme sind Kosten von 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Die erwartete Zuschussquote für den Landeszuschuss liegt bei 50 Prozent. Nach kurzer Aussprache stimmten die Ausschussmitglieder dem Ausbau einstimmig zu.

Die letzten Tagesordnungspunkte galten dem Radwegebau. In Kooperation mit den jeweiligen Kommunen sollen Radwege zwischen Schloßau und Waldauerbach, Hollerbach und Oberneudorf sowie ein Teilstück der Wanderbahn im Bereich von Lohrbach gefördert werden. Mit Blick auf den Tourismus und den Erholungswert fiel es dem Ausschuss nicht schwer, auch diesen Maßnahmen zuzustimmen.

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1 Kommentar

  1. Glasfaser ist ja schön und gut, aber wenn man die Preise der BBV (Toni) betrachtet, werden die 20 Prozent sicher nicht erreicht. Selbst die Kosten für die ersten sechs Monate liegen schon weit über den Mitbewerbern, ab dem siebten Monat steigen die Preise auf ein Vielfaches der anderen Netzanbieter.

    Ein Beispiel: Vodafone berechnet für 1.000 MBit/s incl. Telefonie 40 Euro monatlich, bei Toni sind es 200 Euro. Der langsamste Zugang der BBV, 100 MBit/s, sind mit 40 Euro ab dem siebten Monat zuzüglich 5 Euro fürs Telefonieren teurerer. Und die Verträge sind nicht sofort kündbar, sodass man nicht zu einem besseren Angebot wechseln kann.

    Da für den normalen Nutzer der bereits erfolgte DSL-Ausbau ausreichend ist, selbst mit Netflix und Co., muss BBV die Preise massiv reduzieren.

    Ich werden mir Toni nicht ins Haus holen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Odenwald-Surfer

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