Mosbach gegen die Todesstrafe

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Mosbach.  Am 30. November 2020 findet auf Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio und in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der 19. Internationale Aktionstag „Cities for Life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe” statt, um eine universale Abschaffung der Todesstrafe zu erreichen. 2020 wird Mosbach erstmals dabei sein. Um ein sichtbares Zeichen zu setzen, wird das Rathaus ab 17 Uhr bunt beleuchtet. Der dazu geplante Infostand von Amnesty International vor dem Rathaus muss leider wegen der Corona-Beschränkungen entfallen. Der für Mittwoch, 02.12. um 20.00 Uhr im Kino Neckarelz gebuchte Film „Just Mercy“ mit einer Einführung von Silvia Steininger von Amnesty International kann nur gezeigt werden, wenn die Kinos im Dezember wieder öffnen dürfen.
 
Der internationale Tag „Cities for Life” ist seit 2002 die weltweit größte Mobilisierung von Städten und Bürgern für die Achtung der Menschenrechte auch in schwierigen Situationen. In Deutschland haben sich in den vergangenen 18 Jahren fast 300 Städte (darunter viele Großstädte wie Berlin, Hamburg, Stuttgart, Bremen, Köln, Leipzig, Düsseldorf, Frankfurt, Dortmund) beteiligt. Die entschiedene Ablehnung der Todesstrafe zeigt, wie weit wir die unveräußerliche Würde jedes Menschen anerkennen und akzeptieren können.
 
Im November 2018 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum wiederholten Mal und mit zunehmender Zustimmung eine Resolution für ein universales Moratorium der Todesstrafe verabschiedet (123 Länder stimmten für ein Hinrichtungsmoratorium, so viele wie nie zuvor). Vieles hat sich in den vergangenen Jahren zum Positiven verändert. Mittlerweile ist die Zahl der Länder auf 142 gestiegen, die die Todesstrafe per Gesetz abgeschafft haben oder in der Praxis nicht mehr anwenden. Europa ist in dieser Zeit zum ersten Kontinent der Erde ohne Todesstrafe geworden (mit Ausnahme von Weißrussland). In den USA haben vor kurzem die Bundesstaaten Kalifornien und New Hampshire die Todesstrafe abgeschafft; somit ist die Zahl der Bundesstaaten ohne Todesstrafe auf 21 gestiegen. Insgesamt zeigt sich zudem, dass die Zahl der Hinrichtungen in den vergangenen Jahren in den USA weiter abnimmt.

Es ermutigt auch die Entscheidung des Verfassungsgerichtes von Bosnien, in der die Republik Srpska aufgefordert wird, in ihren Gesetzen jeglichen Bezug auf die Todesstrafe zu beseitigen.
 
Im Film “Just Mercy“ kann sich Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) als junger, vielversprechender Anwalt nach seinem Abschluss in Harvard aussuchen, wo er arbeitet. Er aber geht nach Alabama, wo er sich für zu Unrecht Verurteilte einsetzt – und macht mit einem seiner ersten Fälle gleich Schlagzeilen: Denn Walter McMillian (Jamie Foxx) soll einen grausamen Mord begangen haben, für den er zum Tode verurteilt wurde. Und das obwohl ausreichend Beweise für seine Unschuld vorliegen. Belastet wird der angebliche Täter nur durch die Aussage eines Kriminellen, der auch noch guten Grund hat, zu lügen. Bryan lässt nicht locker, zahlreiche Fälle mit geringen Erfolgschancen konfrontieren ihn immer wieder mit offengelegtem Rassismus. Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Bestsellers von Bryan Stevenson.
 
Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Seit 1998 engagiert sie sich gegen die Todesstrafe und setzt sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen in der World Coalition against the Death Penalty für ihre universale Abschaffung ein. Sie hat 2002 die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe“ ins Leben gerufen.
 
Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte.
 
 

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