Horrortrip für Bahnkunden wird beseitigt

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Am 15. März beginnt die Deutsche Bahn mit der Erneuerung der Aufzüge am Bahnhof Seckach. Begonnen wird mit dem Aufzug am Mittelbahnsteig. (Foto: Liane Merkle)
Seckach.   (lm) Der Kampf von Bürgermeister Thomas Ludwig für den guten Ruf und die Gastfreundlichkeit der Baulandgemeinde war lang und zäh, wird aber ab 15. März endlich belohnt. Dann beginnt die Deutsche Bahn AG mit der Erneuerung der Aufzüge am Bahnhof Seckach. Diese gaben immer wieder seit vielen Jahren Anlass zu Beschwerden und waren für viele Reisende ein echtes Ärgernis, entweder aufgrund technischer Defekte oder wegen Vandalismus.

Und nicht nur für Menschen mit Mobilitätseinschränkung, sondern auch für Reisende mit Fahrrad, Kinderwagen oder schwerem Gepäck. Besonders der Mittelbahnsteig ist für diesen Personenkreis ohne Aufzug so gut wie gar nicht erreichbar, außer über die alternative mächtige Treppe, doch wer in Seckach umsteigen muss, läuft dann Gefahr, wegen des erforderlichen Umwegs seinen Anschlusszug zu verpassen.

Und ein Horrortrip für Betroffene, die auf halbem Weg im Aufzug steckengeblieben waren, war neben dem entstehenden Zeitdruck auch die Wartezeit – wobei nur Minuten in diesem engen Raum sich schrecklich ziehen – bis die Freiwillige Feuerwehr Seckach zur Befreiung verhelfen konnte.

Die von solchen Erfahrungen genervten Bahnkunden meldeten sich in den letzten Jahren immer häufiger zu Wort und trugen ihre Klagen bei der für die Unterhaltung der Aufzüge zuständigen Deutschen Bahn AG vor, nachhaltig unterstützt von der Gemeinde Seckach. Dass das Problem schon längst einer breiten Öffentlichkeit bekannt war und wie uns Bürgermeister Thomas Ludwig bestätigte, hatte dieser negative Dauerbrenner sich sogar in der einschlägigen Fachliteratur niedergeschlagen.

Gründe genug für das Gemeindeoberhaupt, um beim zuständigen Bahnhofsmanagement Mannheim von DB Station & Service über Jahre hinweg immer wieder nachzubohren und Verbesserungen einzufordern. Zur Ehrenrettung der dort verantwortlichen Personen berichtete Ludwig aber auch, dass bereits in der Vergangenheit viele Maßnahmen ergriffen wurden, um dem Problem Herr zu werden.

Dazu zähle, dass die Wartungsintervalle verkürzt wurden und wöchentlich vor Ort eine Funktionsprüfung stattfand. Zudem habe der Aufzug am Mittelbahnsteig erst im Jahre 2012 eine Runderneuerung erfahren. Doch das Ergebnis war dennoch nicht befriedigend, denn immer wieder traten neue technische Probleme auf und der Unterhaltungsaufwand wurde dementsprechend größer und größer.

Insbesondere die seit dem Jahre 2019 amtierende Leiterin des Bahnhofsmanagement Mannheim, Andrea Kadenbach, machte sich deshalb innerhalb des Bahnkonzerns für den Austausch der Aufzüge stark. Mit Erfolg, denn kurz nach den närrischen Tagen erreichte die Gemeindeverwaltung von der Bau- und Projektkommunikation beim Regionalbereich Südwest, Bahnhofsbauprojekte Baden-Württemberg, die erfreuliche Nachricht, dass mit dem Austausch der Aufzüge schon am 15. März begonnen werde. Die Wiederinbetriebnahme sei für Mitte Juli 2021 vorgesehen. In dieser Zeit steht der Aufzug nicht zur Verfügung.

Im Anschluss erfolgt der Austausch des Aufzugs zum Hausbahnsteig (Gleis 1). Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf die enorme Summe von rund 560.000 Euro, die von der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Bahn AG getragen werden.

Bürgermeister Thomas Ludwig bittet um Verständnis, dass wegen dieser Maßnahme von Mitte März – Mitte Juli kein barrierefreier Zugang zum Mittelbahnsteig möglich ist. Mobilitätseingeschränkten Reisenden sollen ihre Fahrt diesem Zeitaum spätestens einen Werktag vor der Reise bei der DB Mobilitätsservice-Zentrale anmelden oder auf den Bahnhof Neckarelz auszuweichen.

Die DB-Mobilitätsservice-Zentrale erreicht man unter der Telefonnummer (01 80) 65 12-512 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 60 ct/Anruf) oder per E-Mail: msz@deutschebahn.com. Weitere Informationen finden sich auch unter www.bahn.de/barrierefrei. Ortskundige Reisende kennen aber auch andere Möglichkeiten auf den barrierefrei zugänglichen Nachbarstationen.

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