Kreis-Grünen beschäftigen sich mit Mobilität

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Neckar-Odenwald-Kreis.  (pm) Mobilität, darum ging es in der letzten Fraktionssitzung der grünen Kreistagsfraktion Neckar-Odenwald.

Zwei Gäste konnte Fraktionsvorsitzende Simone Heitz zu der Online-Sitzung nacheinander begrüßen.

Mit Oliver Rossmüller vom VCD erörterten die Grünen die Anbindungen über Frankenbahn, Madonnenlandbahn und S2. Er legt die Finger in die Wunde: „Es muss investiert werden, Infrastrukturmaßnahmen an Strecken, Bahnhöfen und Signaltechnik seien dringend geboten, andernfalls brechen die Fahrgastzahlen weiter ein!“.

„Als Fazit wurde unsere Forderung aus unserem Kreistagswahlprogramm, die S2 bis Seckach zu verlängern, bestätigt“, so Heitz. Durch Ertüchtigungen im Gleisbett der Madonnenlandbahn könne die Fahrzeit auf unter 30 Minuten zwischen Walldürn und Miltenberg reduziert werden und die Regiobuslinie 999 (Buchen-Tauberbischofsheim) durch eine Verschiebung um 30 Minuten in Walldürn mit dem Bahnverkehr besser verknüpft werden.

In Seckach könne über einen Bahnsteig gleichzeitig die wendende Madonnenbahn und die verlängerte S2 bedient werden, sowie die S 1 Osterburken über Mosbach halten. Für den Bahnverkehr sei der Knoten in Osterburken in Richtung Würzburg, Heilbronn und Mannheim/Heidelberg sehr wichtig, sind sich alle einig und die grüne Kreistagsfraktion spricht sich für eine dauerhafte Wiedereröffnung der kleinen Bahnhöfe an der Frankenbahn zwischen Osterburken und Lauda aus.

Da die Fahrgastzahlen durch Corona bedingt im dreijährigen Probebetrieb die erforderliche Größenordnung im Regionalbahntakt nicht erreichen werden, befürchte die Bevölkerung, dass in Zukunft die Züge von Heilbronn nach Würzburg wieder an Rosenberg und den Nachbargemeinden im Main-Tauber-Kreis vorbeifahren wird.

Simone Heitz hat daher schon Anfang des Jahres Landesverkehrsminister Winne Hermann (Bündnis 90/Grüne) auf die Problematik angesprochen und von ihm die Zusage erhalten, dass die reduzierten Fahrgastzahlen der Pandemiezeit nicht zugrunde gelegt werden, daraus solle kein Nachteil erwachsen. Die Fraktionsvorsitzende betont, dass um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen und das Ziel, den Nutzeranteil im ÖPNV innerhalb dieser Dekade zu verdoppeln, auch die Potentiale im ländlichen Raum über Kreis- und Regierungsbezirks- und Bundeslandgrenzen hinweg zu entwickeln seien.

Als zweiten Gast begrüßte die Kreistagsfraktion Michael Sack. Der gelernte Mechatroniker und Bachelor of Engineering Mechatronik ist für den Neckar-Odenwald-Kreis tätig, seine Aufgabe ist es Elektromobilität zu fördern. Seine Aufgabe orientiert sich an den Ziele des Landes Baden-Württemberg: Aufbau und Entwicklung nachhaltiger Mobilität auf Kreisebene, Öffentlichen Verkehr verdoppeln; Klimaneutraler Antrieb für jedes dritte Auto;  ein Drittel weniger Kfz-Verkehr in Städten; jeder zweite Weg per Fuß oder Rad und jede dritte Tonne soll klimaneutral transportiert werden.

Derzeit gebe es 27 öffentliche Ladesäulen und 588 E-Autos. Im Vergleich dazu würden 1.662 Fahrzeuge hybrid und 131.294 konventionell betrieben. Die PKW-Dichte liegt damit im NOK bei ca. 0,94 PKW pro Einwohner, stellten die Grünen fest, um so wichtiger sei die Funktion von Herrn Sack.

Drei Projekte seien bereits am Start, davon eins auf dem Gelände der AWN, ein Projekt in Seckach und eins in Elztal. Das Projekt auf Sansenhecken umfasst die von der grünen Kreistagsfraktion geforderte Ladeinfrastruktur. Die Grünen haben in ihren Anträgen weitere Punkte wie Umstellung von Dienstfahrzeugen und Nutzfahrzeugen auf E-Mobilität gefordert, hier hoffen sie auf breite Unterstützung aus der Mitte des Kreistags um politisch mit Hilfe der nun geschaffenen Stelle Meilensteine zu setzen.

Zum Thema Straßenverkehr war das Verkehrsaufkommen zwischen Buchen und Seckach-Zimmern Amelie Pfeiffer wichtig. In immer mehr Kommunen im Landkreis gibt es bereits aus Lärmschutzgründen oder um die Sicherheit von Schulkindern zu erhöhen an Schulwegen Tempo 30 Zonen, zumindest befristet.

Inwieweit diese Lösung auch für die L 519 in Frage kommt, darüber sollten sich die betroffenen Kommunen mit den Anwohnern abstimmen. Grundsätzlich sollten auch auf dem Land die Ortschaften für Rad- und Fußverkehr attraktiver gestaltet werden, um die Lebensqualität zu erhöhen.  Zu den von der Bevölkerung beklagten Lärmbelastungen der „Southbase“, dem Fallschirmsprungzentrum in Schlierstadt hat die Kreistagsfraktion eine Anfrage beim Lärmschutzbeauftragten des Landes gestellt.

Auch die Themen des Aufsichtsrats der Neckar-Odenwald-Kliniken waren Gegenstand der Fraktionssitzung.

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