Gelungener Warnstreik-Auftakt

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(Screenshot: Hofherr)

Frühschichten machen den Anfang – Drei Betriebe im Warnstreik – Gesundheitsschutz hat oberste Priorität

Tauberbischofsheim. (pm) Beschäftigte der Betriebe Grammer, Magna PT und Bartec haben in dieser ersten Woche in vier Aktionen zeitweise die Arbeit niedergelegt.

Der Auftakt machte Grammer mit zwei Warnstreiks am vergangenen Dienstag. Die Frühschicht und die Beschäftigten in Normalarbeitszeit legten jeweils vorübergehend die Arbeit nieder. 90 Prozent der aufgerufenen Beschäftigten nahmen an dem Warnstreik teil. „Die Beschäftigten sind hochmotiviert für ihre Forderungen zu kämpfen und sich gegen die Angriffe von Südwestmetall zu wehren“, berichtet Harald Gans, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Tauberberbischofsheim.

Es folgte am Mittwoch die Frühschicht von Magna PT in Rosenberg. 130 Beschäftigte legten vorübergehend die Arbeit nieder. Die Produktion stand komplett. Die IG Metall sieht in der Tarifforderung für Magna PT die Chance, zukünftig weiterhin die Arbeitsplätze in Rosenberg zu halten.

Mario Umminger, Vertrauensmann bei Magna: “Ich bin überwältigt von dieser Aktion. Ein ganz großer Teil der Belegschaft steht hinter den Forderungen der IG-Metall, das hat der Warnstreik am Mittwoch gezeigt hat. Ich spüre die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen, für den Erhalt der Tarifverträge und ein gutes Entgeltniveau zu kämpfen. Wir rücken in der Krise zusammen.“

Am Donnerstag war die Belegschaft von Bartec in Bad Mergentheim aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Auch hier stand die Produktion und auch ein großer Teil der anwesenden Angestellten folgten dem Aufruf und verließen um 14.00 Uhr die Arbeitsplätze in einen vorgezogenen Feierabend. „Auch die Beschäftigten hier bei Bartec sind mit dem Verhalten der Arbeitgeber in der aktuellen Tarifauseinandersetzung nicht zufrieden.

Wir fordern ein erkennbares Zeichen einer Lösungssuche bei Südwestmetall. Wir werden uns weiterhin an den aufgerufenen Aktionen der IG Metall beteiligen, damit Südwestmetall eine ernste Verhandlungsbereitschaft zeigt. Also weiter so!“, bestätigte der Vertrauensmann Helmut Finkenberger von Bartec.

Erster Bevollmächtigter der IG Metall Tauberbischofsheim Harald Gans: „Das war ein gelungener Auftakt, der die Arbeitgeber den Unmut der Beschäftigten spüren lässt. Jetzt bekommt Südwestmetall die Quittung für den Stillstand am Verhandlungstisch.“

Dabei, wie auch bei künftigen Aktionen, hat der Gesundheitsschutz oberste Priorität. „Wir werden alles tun, damit die Hygienebedingungen eingehalten werden und mit Maske und Abstand neue Warnstreikformen ausprobieren. Diese werden aber ebenfalls sicht- und auch spürbar sein“, so Gans.

Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde Regelungen zur Beschäftigungssicherung durch z. B. Arbeitszeitabsenkung mit Teillohnausgleich. Dafür kann das geforderte Entgelt-Volumen von 4 Prozent genutzt werden. Deshalb fordert die IG Metall auch 4 Prozent Entgelterhöhung bei 12 Monaten Laufzeit. Außerdem will die IG Metall einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge schaffen und die Perspektiven für Auszubildende und dual Studierende verbessern.

In den ersten drei Verhandlungsrunden wurde bei keinem der Punkte eine Annäherung erreicht, am 09. März treffen sich die Verhandlungspartner zur vierten Runde.

In der kommenden Woche stehen in der Geschäftsstelle Tauberbischofsheim weitere Aktionen und Warnstreiks an. Ein Großteil werden Frühschluss-Aktionen sein, bei denen Beschäftigte aufgerufen werden, zwischen einer und drei Stunden vor dem regulären Arbeitsende ihre Arbeit zu beenden.

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