„Großteil der Straßen nach Männern benannt“

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Während hier noch der Kriegsverbrecher des ersten Weltkriegs und spätere Reichspräsident der Hitler zum Machthaber machte, Paul Hindenburg, mit einem Straßennamen gewürdigt wird, fordern die Grünen im Neckar-Odenwald-Kreis die Benennung nach dem Mordopfer der Nationalsozialisten, Maria Zeitler. (Foto: pm)

Aktion der Kreisgrünen – Straßennamen anlässlich des Internationalen Frauentags ergänzt

Wer am Weltfrauentag durch Mosbach schlenderte, konnte verschiedene Frauennamen unter Straßenschildern entdecken. Der Kreisverband der Grünen Neckar-Odenwald hatte sich anlässlich des Weltfrauentages eine besondere Aktion für die Kreishauptstadt ausgedacht. Straßen in Mosbach und Umgebung, die männliche Namen tragen, wurden Pappschilder mit den Namen weiblicher Persönlichkeiten umgehängt. „Augusta-Bender-Straße“ war da unter der Henry-Dunant-Straße zu lesen oder „Pfalzgräfin-Johanna-Straße“ unter dem Schild der Carl-Theodor-Straße.

„Ein Großteil der Straßen in unserem Landkreis ist noch immer nach männlichen Vorbildern benannt“, erklärt Amelie Pfeiffer die Aktion. „Um zu zeigen, dass es in Zukunft auch anders gehen kann, haben wir die Straßennamen um weibliche Persönlichkeiten unserer Region ergänzt“, so die Landtagskandidatin. Die Idee kam ihr bei einem Gespräch mit dem katholischen Frauenbund Buchen. Bastelfreudige Helfer und Helferinnen fand sie schnell beim Grünen Kreisverband und nach den weiblichen Pendants für die einzelnen Straßennamen musste sie auch nicht lange suchen.

„Das Buch von Maria Gehrig ‚Mutige Frauen ihrer Zeit‘ enthält bereits einige wichtige Namen mit biografischem Bezug zum Neckar-Odenwald-Kreis.“ Persönliches Vorbild für Pfeiffer selbst ist die Grüne Kommunalpolitikerin und Weltverbesserin Christine Denz, deren Name eine Straße zierte, die eigentlich nach dem ehemaligen Mosbacher Bürgermeister Wilhelm Schwarz benannt ist.

Die Kreisgrünen wählten mit dem 8. März ein denkwürdiges Datum für ihre Aktion. Seit 1911 gilt dieser Tag als Internationaler Frauentag, mit dem weltweit auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht wird. Dieses Jahr lautet das Motto des Frauentages „Frauen in Führungspositionen: für eine gleichberechtigte Zukunft in Zeiten von COVID-19“.

„Ein guter Tag, um an bestehende Diskriminierung und Ungleichheiten zu erinnern und den Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit hervorzuheben“, findet Arno Meuter. Der 24-jährige kandidiert als Zweitkandidat für den Landtag und hofft, dass ein oder andere Neubaugebiet zukünftig mehr weibliche Straßennamen aufzeigen wird.

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