Abweichende Inzidenzen

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(Symbolbild – Pixabay)

Landratsamt und Landesgesundheitsamt gehen auf unterschiedliche Berechnungszeiträume zurück – LGA-Werte für Lockerungen oder Verschärfungen der Corona-Regeln entscheidend **

Mosbach. (pm) Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg stellt für weitere Öffnungen, aber auch mögliche Verschärfungen aus Gründen des Infektionsschutzes entscheidend auf die 7-Tage-Inzidenz ab. Nachdem es in diesem Zusammenhang immer wieder zu Nachfragen wegen abweichender Werte kommt, weist das Landratsamt auf Folgendes hin:

Das Landratsamt meldet die Zahl der Neuinfektionen täglich an das Landesgesundheitsamt. Vorgegebener Stichpunkt dafür ist jeweils um 14.00 Uhr. Die Tagesmeldung des Landratsamts umfasst deshalb den Zeitraum von 14.00 Uhr des Vortags bis 14.00 Uhr des laufenden Tags. Daraus errechnet sich dann auch die veröffentlichte 7-Tage-Inzidenz.

Das Landesgesundheitsamt (LGA) veröffentlicht seine Zahlen erst zeitlich später. Im Regelfall sind diese Werte ab etwa 18.00 Uhr über die Website des Landesgesundheitsamts unter www.gesundheitsamt-bw.de/lga/DE/Startseite/aktuelles/Termine_Hinweise/Seiten/Coronavirus.aspx abrufbar. Das LGA ordnet die Fälle allerdings zuvor minutenscharf einem kompletten Kalendertag (0 bis 24 Uhr) zu.

Neuinfektionen aus der Tagesmeldung des Landratsamts, bei denen der Laborbefund schon vor Mitternacht erfolgt war, werden vom LGA deshalb dem Vortag zugeschlagen und fallen entsprechend auch wieder früher aus der Berechnung heraus. Das, was das Landesgesundheitsamt als aktuelle 7-Tage-Inzidenz bezeichnet, ist also nicht der Wert des laufenden Tages, sondern in Wirklichkeit der des Vortags.

Dadurch kann es immer wieder zu unterschiedlichen Zahlen zwischen den Berechnungen des Landratsamts und denjenigen des Landesgesundheitsamts kommen. Aufgrund des systemimmanenten unterschiedlichen Betrachtungszeitraums, der den vom Land vorgegebenen Meldewegen geschuldet ist, bilden die Zahlen des Landratsamts die tatsächliche Entwicklung des Infektionsgeschehens aber wesentlich aktueller mit einem zeitlichen Vorsprung von 14 Stunden gegenüber dem LGA ab. Gleichwohl sind für die rechtliche Beurteilung allerdings ausschließlich die Zahlen des Landesgesundheitsamts maßgeblich.

Nachdem das LGA den Neckar-Odenwald-Kreis sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag (wenn auch jeweils für den Vortag) noch unterhalb der Schwelle von 50 gesehen hat, ist der kritische Wert von Rechts wegen bisher noch an keinem einzigen Tag überschritten worden. Insofern läuft auch die 3-Tages-Frist für mögliche Verschärfungen noch nicht.

Da die Zahlen des Landratsamts das tatsächliche Infektionsgeschehen aus den genannten Gründen aber aktueller abbilden, besteht durchaus die Gefahr, dass der Neckar-Odenwald-Kreis in den kommenden Tagen die 7-Tage-Inzidenz von 50 wieder überschreitet.

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