Schlegel verliert nach 37 Jahren SPD-Sitz

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(Foto: pm)
Neckar-Odenwald-Kreis.  Seit Jahrzehnten vertraten die Sozialdemokraten den Neckar-Odenwald-Kreis (Wahlkreis 38) im baden-württembergischen Landtag in Stuttgart. Das erste Zweitmandat sicherte Gerd Teßmer aus Binau der SPD im Jahr 1984. Der heutige Kreis-Ehrenvorsitzender der SPD Neckar-Odenwald verteidigte sein Mandat viermal, bevor er 2006 nicht mehr zur Wahl antrat.

Mit dem damaligen Walldürner Bürgermeister Karl-Heinz Joseph hielt ein weiterer Sozialdemokrat die rote Fahne Fahne im schwarzen Odenwald hoch. Allerdings verstarb Jospeh bereits im Mai 2007. Ihm folgte Georg Nelius aus Mosbach, der das Mandat trotz deutlicher Verluste seiner Partei aus Landesebene in den Jahren 2011 und 2016 verteidigte. Zur diesjährigen Wahl war Nelius auf eigenen Wunsch nicht mehr angetreten.

Im Herbst bestimmten die Genossen die SPD-Kreisrätin Dr. Dorothee Schlegel aus Billigheim zur Kandidatin für den Neckar-Odenwald-Kreis (Wahlkreis 38). Was bereits bei der Kandidatenkür namhafte Sozialdemokraten aus dem Kreisverband befürchteten, ist mit dem gestrigen Urnengang eingetreten. Mit einem Minus von 3,07 Prozent und damit 12,15 Prozent der Stimmen verlor die Bewerberin aus Billigheim nach 37 Jahre den SPD-Sitz im Landtag. Im Jahr 2017 hatte Schlegel bereits ihr Bundestagsmandat verloren.

Einziger Vertreter des Wahlkreises 38 ist nunmehr der CDU-Kandidat Peter Hauk, der trotz Verlusten mit 31,6 Prozent das Direktmandat sicherte (NZ berichtete).

Update: 

Bereits 20 Jahre vor Gerd Teßmer war es Kurt Wagner aus Michelbach, der für die SPD in den Landtag gewählt worden war. Als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Michelbach beteiligte sich der Politiker  am Aufbau der SPD Michelbach und des SPD-Kreisverbands im Landkreis Mosbach.

Bei der Landtagswahl 1964 trat Wagner im Wahlkreis Mosbach an und zog über ein Zweitmandat, als erster SPD-Politiker aus dem Odenwaldin den Landtag ein. 1968 verlor Wagner seinen Sitz, auch 1972  kandidierte er erneut, verpasste den Wiedereinzug ins Parlament jedoch knapp. Erst ab 1984 zog mit Gerd Teßmer wieder ein Genosse in die Bürgervertretung ein

 

 

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