Lungenkrank durch E-Zigaretten?

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(Symbolbild Gustavo Fring)

Wie schädlich sind E-Zigaretten für die Lungen?

Kaum eine Studie wurde von Unternehmen jemals so bereitwillig zitiert wie die Gesundheitsstudie der British Public Health vonseiten der Hersteller von Vape-Produkten. Das Gesundheitsministerium des Vereinigten Königreichs kam 2019 zu dem Schluss, dass die vom klassischen Tabakrauchen ausgelöste Krebsgefahr beim Dampfen von E-Zigaretten um 99,5 % reduziert sei.

Doch ist nicht alles Krebs, was die Lungen gefährdet. Auch wenn die Forschungen zum Thema, wie schädlich E-Liquids für die Lungen sind, noch im vollen Gange sind, gibt es inzwischen eine Reihe von bemerkenswerten Hinweisen darauf, dass den Lungen der Konsumenten von E-Zigaretten von anderer Stelle Gefahr droht.

EVALI und milchartige Trübungen

Die Ursache für das beim Vaping deutlich herabgesetzte Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass beim Dampfen deutlich unterhalb der Verbrennungsschwelle inhaliert wird. Erst durch die Verbrennungsprozesse beim Rauchen entstehen eine Vielzahl krebserregender Substanzen. Dennoch werden die Lungen der Dampfer durch Vaporizer auf andere Weise unter Druck gesetzt.

Die Inhalation der Liquide störe die Struktur und Funktion der Lunge, so eine Studie vom September 2019. Zu diesem Befund passen die milchglasartigen Trübungen, die der Radiologe Michael B. Gotway in CT-Aufnahmen in der Lunge von 26 EVALI-Patienten fand. EVALI ist eine neue Lungenerkrankung, die erst durch das Dampfen von E-Zigaretten ausgelöst wird. Das Akronym steht für E-Zigarette or Vaping product use associated lung injury.

Langzeitstudie: Risiko für Lungenerkrankungen steigt um 30 Prozent

Neben EVALI ist besonders das Risiko für die Lungenerkrankungen Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, COB (der „Raucherhusten“), COPD und Mukoviszidose deutlich erhöht. In einer Langzeitstudie aus den USA mit 32.000 Teilnehmern wurden Raucher und Dampfer speziell auf das Risiko für die Atemwegserkrankungen Asthma bronchiale, chronische Bronchitis und chronisch-obstruktive Bronchitis (COB) untersucht. Während die Gefahr für Raucher, an diesen Atemwegsstörungen zu erkranken, um 160 Prozent heraufgesetzt sei, betrug dieser Wert bei Dampfern immerhin 30 Prozent.

Krankheitsursache: Beeinträchtigung des Lungenschutzfilms

Inzwischen sind sich viele Wissenschaftler, die zum Zusammenhang zwischen Vaporizer und Lungenfunktionsstörungen forschen, darin einig, dass die Art der Inhalation beim Dampfen sowie gefährliche Stoffe beim Dampfen das Lungensystem attackieren. In diesem Kontextverweist die Deutsche Lungenstiftung auf eine weitere Gesundheitsstudie aus den USA, in der Ärzte erkannt hatten, dass speziell nikotinhaltige Liquids dem Schutzfilm der Atemwege Feuchtigkeit entziehen, sodass dieser zähflüssiger und leimartiger (viskoser) werde.

Dadurch werde die Schlagfrequenz der feinen Flimmerhärchen herabgesetzt und Schadstoffe können als Folge weniger zuverlässig abtransportiert werden. Eine Störung der Selbstreinigungsfähigkeit der Lungen sei, so Prof. Stefan Andreas, ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen, auch das Kennzeichen einiger Lungenerkrankungen wie z. B. COPD, Asthma und Mukoviszidose und die Lungen werden anfälliger für Schadstoffwirkungen und Infektionen. Dieser Befund passt zu den Erkenntnissen einer anderen Studie, dass Dampfen sogar noch stärker das Immunsystem angreift als Rauchen.

Kann man durch E-Zigaretten sterben?

Einen harten Schlag versetzte die junge Branche der Hersteller von E-Liquids die EVALI-Krise in den USA. An der neuartigen Lungenfunktionsstörung erkrankten etwa 2.800 US-Amerikaner und 68 von ihnen kamen ums Leben. In Deutschland kann allerdings wenigstens zu diesem Anlass eine vorsichtige Entwarnung gegeben werden, denn es zeigte sich, dass vor allem die Todesfälle im Zusammenhang mit einem Vitamin-E-Acetat standen, wobei mit Acetat die Salze und Estern der Essigsäure gemeint sind.

Die Zugabe von Vitaminen sind in Zigaretten und E-Liquids in Deutschland verboten. Bis heute sind in Deutschland keine Todesfälle im Zusammenhang mit E-Zigaretten bekannt, während hingegen jeden Tag durchschnittlich 300 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben.

Fazit: Der Königsweg bleibt der grundsätzliche Verzicht

Insgesamt zeichnet sich bei der Beurteilung der Lungengefahr durch Vaporizer ein Trend ab, dass das Lungenrisiko bei E-Zigaretten im Vergleich zu klassischen Zigaretten deutlich herabgesetzt ist, was insbesondere für schwere Krankheitsverläufe wie Lungenkrebs gilt. Trotzdem sind Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale, COPD und Mukoviszidose kein Vergnügen und können die Lebensqualität deutlich herabsenken.

Dieser Gefahr sollten sich Dampfer bewusst sein und der Königsweg bleibt der grundsätzliche Verzicht sowohl auf klassische Zigaretten als auch auf E-Zigaretten. Besonders gefährdet sind diejenigen, die sowohl rauchen als auch dampfen. Denn da beide Inhalationsarten jeweils auf eine andere Weise das Lungensystem angreifen, potenziert sich das Risiko für Lungenkrankheiten bei dieser Risikogruppe.

 

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