75 Jahre VdK Mudau

Der Vorstand mit (v.li.) Günter Russ, Kurt Habedank, Waltraud Gaibler, Elke Habedank, Ursula Damm, Leo Damm, Liane Merkle und Franz Brenneis. (Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) Der VdK Mudau feierte dieser Tage zwar sein 75jähriges Jubiläum, doch als alt kann er ganz sicher nicht bezeichnet werden. Das machte nicht nur der 1. Vorsitzende Franz Brenneis deutlich in seinen Ausführungen zur Notwendigkeit des größten Sozialverbands in Deutschland mit überall – auch in Mudau – steigenden Mitgliedszahlen aufgrund der Notwendigkeit des ebenso dynamisch jungen wie erfolgreichen Sozialverbands, der mit lauter Stimme seinen Kampf um soziale Gerechtigkeit führt.

Aber nicht nur in diesem Kampf sei man eine starke Einheit, sondern auch im Feiern, wie die gute Resonanz seitens der Mitglieder des 303 Mitglieder starken Verein sowie die Präsenz und die Glückwünsche der Ehrengäste zeigte. Für die Gemeinde Mudau überbrachten Bürgermeisterstellvertreter Markus Hohn und Ortsvorsteher Walter Thier Glückwünsche und die Gemeindegabe.

Wie wichtig der Ortsverband für die Mitglieder vor Ort ist machte Wolfram Reichelt als Vorsitzender des Kreisverbands Neckar-Odenwald deutlich, denn damals wie heute sei der Sozialverband VdK die Antwort auf Menschlichkeit in schwieriger Zeit und diene den Mitgliedern und der Allgemeinheit.

Ulrich Benig als Vorsitzender und Hans Androsch als Ehrenvorsitzender des VdK Schloßau dankten dem Mudauer Kollegen mit einem Geldpräsent für das freundschaftliche Miteinander und Helmut Korger jr. als Sprecher der Mudauer Vereine dankte im Namen aller Vereine für die große ehrenamtliche Hilfestellung für alle Hilfesuchenden.

Wie sich diese gestaltete, war der ausgelegten Kurzchronik zu entnehmen. Wie bei allen VdK-Ortsvereinen resultierte auch die Gründung der Mudauer Ortsgruppe aus der Erkenntnis, dass der Einzelne mit der Not in Folge des schrecklichen 2. Weltkriegs nicht fertig werden kann.

So kam es auf Initiative von Karl Müller und der Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Karl Breunig am 15. Juni 1946 im Mudauer Gasthaus „Zum Ochsen“ zu einem ersten Koordinierungsgespräch, wobei beschlossen wurde, die Gründung einer Ortsgruppe der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen als Schicksalsgemeinschaft in die Wege zu leiten.

Bei der Gründung des VdK Mudau des Verbandes der Körperbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen für Württemberg und Baden übernahmen Verantwortung. Karl Müller als 1. Vorsitzender, Helmut Knecht als Stellvertreter und Willi Scholl als Kassier. Und dieser hatte sein Amt für unglaubliche 56 Jahre übernommen.

Die VdK-Ortsgruppe Mudau mit ihren durchweg regen und fachkundigen Vorsitzenden gewann auch in der Umgebung an Bedeutung und wurde eine tragende Ortsgruppe im zwischenzeitlich gegründeten Kreisverband. Die Versammlungen der Mudauer Ortsgruppe fanden meistens im Gründungslokal und im Gasthaus „Zur Rose“ statt.

Nicht unerwähnt bleiben sollte das große Engagement und die Unterstützung für die Kriegsbeschädigten durch die in Mudau praktizierenden Ärzte. Infolge der Heimkehr von Kriegsgefangenen und der segensreichen Arbeit der VdK-Ortsgruppe wuchs deren Mitgliederzahl bereits zu Beginn der fünfziger Jahre auf über 100 an.

Und bis heute ist der Geist, der die Gründungsmitglieder erfasst hatte, noch lebendig und Bestandteil der Mudauer Ortsgruppe. Als unvergesslich unter den Vorsitzenden dürfte Willi Münch gelten, der dieses Amt souverän 38 Jahre lang innehatte.

Danach führte Franz Handl den Ortsverein mit der gleichen Leidenschaft, bis er 2017 den Leitungsstab an Franz Brenneis übergab. Gerade in dieser schnelllebigen und immer egoistischer werdenden Zeit mit diversen Reformen und negativen Auswirkungen auf die Schwachen, Kranken und Notleitenden ist der Sozialverband Deutschland wichtiger denn je.

In diesem Bewusstsein arbeitet auch die heutige Vorstandschaft für die mittlerweile über 300 Mitglieder mit Franz Brenneis als 1. Vorsitzenden, Stellvertreterin Liane Merkle, Schriftführerin Waltraud Gaibler, Kassiererin Elke Habedank, Behindertenvertreter Kurt Habedank, Frauenvertreterin Ursula Damm sowie den Beisitzern Leo Damm und Günter Russ.

Die Feierstunde im ansprechend geschmückten Stadl wurde musikalisch würdig umrahmt von Sebastian und Benjamin Scheuermann aus Waldauerbach. Dabei gedachte man mit einem passenden Gedicht von Margot Peterhänsel der Verstorbenen der letzten 75 Jahre und Elke Habedank und Waltraud Gaibler zeigten anhand eines Gedichts des Heimatdichters Wilhelm Trunk und eines Zitats von Manfred Rommel auf, dass unser Sozialstaat noch einiger Korrekturen bedarf, der VdK jedoch auf dem richtigen Weg ist.

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