Lebensgeschichte der Liesel Rosenthal erzählt durch Briefe

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Datum/Zeit
23.03.2017
19:30 - 21:30

Veranstaltungsort
Bücherei des Judentums im Klösterle

„Liesel, it’s time for you to leave” – Von Heilbronn nach England. Die Lebensgeschichte der Liesel Rosenthal erzählt durch Briefe.

Lesung mit Stefan Müller-Ruppert und Joachim Schlör am Donnerstag, 23. März 2017 um 19.30 Uhr im Klösterle in Buchen.

Im Fokus des Abends steht eine jüdische Migrationsgeschichte: die Auswanderung der Familie Rosenthal aus Heilbronn in der NS-Zeit. Joachim Schlör hat Liesels Geschichte anhand von rund 400 Briefen rekonstruiert. Alice, genannt Liesel. Sie emigrierte mit 22 Jahren aus ihrer Geburtsstadt Heilbronn und wanderte im Mai 1937 nach England aus. Sie musste ihren Vater Ludwig Rosenthal, einen konservativen jüdischen Heilbronner Weinhändler, seine Frau Hermine und ihren Bruder zurücklassen. In England wurde Liesel langsam heimisch, fand Arbeit und baute sich einen Freundeskreis auf. Im Frühjahr 1939 gelang es ihr, ihren Bruder Helmut und ihre Eltern aus Deutschland herausbringen.

Wie die Protagonistin seines Buches stammt auch der Autor aus dem baden-württembergischen Heilbronn, wo er 1960 geboren wurde. Aus Heilbronn ging sein Lebensweg nach Polen, weiter nach Tübingen und später über Potsdam und Berlin ins englische Southampton. Hier lehrt er seit 2006 im Themenfeld der jüdisch-nichtjüdischen Beziehungen an der Universität.

Durch einen glücklichen Zufall wurden dem Kulturwissenschaftler Joachim Schlör die Briefe von Liesels Tochter ausgehändigt. Er hat Liesels Geschichte anhand von rund 400 Briefen rekonstruiert und wird in die Geschichte des Briefwechsels und die Entstehungsgeschichte seines Buches über Liesel Rosenthals Biographie einführen. Er versucht aber auch zu zeigen, wie eine zeitgenössische Kulturwissenschaft mit solchen Dokumenten – von denen wohl noch viele in Bündeln verpackt und in Kisten versteckt auf ihre Entdeckung warten – einen Beitrag zum Verständnis der deutsch-jüdischen Geschichte und der Geschichte der Migrationen im 20. Jahrhundert leisten kann. Stefan Müller-Ruppert liest Passagen aus Schlörs Buch sowie aus den Briefen von Liesel Rosenthal.

Es wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von 5 Euro erhoben.



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