Living History-Veranstaltung : Der Odenwald und die Neue Welt

Datum/Zeit
01.10.2016 - 03.10.2016
10:00 - 17:00

Veranstaltungsort
Odenwälder Freilandmuseum Gottersdorf

Werbung

Auswanderungen nach Amerika

Im Rahmen einer Living-History-Veranstaltung die in Kooperation mit dem Studienkreis Militärgeschichte e.V. stattfindet, sind im Odenwälder Freilandmuseum in Walldürn-Gottersdorf am Feiertagswochenende vom 01. bis 03. Oktober für drei Tage wirklichkeitsnahe Vorführungen zur Geschichte der Auswanderung in die Neue Welt geboten.

Schon immer war die Aussicht auf die Verbesserung der Lebensumstände eine wesentliche Veranlassung für die Bewohner strukturschwacher Landstriche, das Bündel zu schnüren und die Heimat zu verlassen. Insbesondere von Amerika, der sog. „Neuen Welt“, versprach man sich seit der Frühen Neuzeit eben diese Verbesserung. Vom Badischen Odenwald aus gab es nicht nur die individuelle Auswanderung im 18. Jahrhundert, sondern das Großherzogtum Baden entschloss sich im 19.Jahrhundert sogar einmal, mit der Gemeinde Ferdinandsdorf ein ganzes Dorf nach den USA „amtlich“ zu verschiffen. Für Viele war das Elend insbesondere im 19.Jahrhundert so groß, dass sie die damals gewagte Reise unternahmen und damit oft auch die Familie hinter sich ließen. Neben diesen „Wirtschaftsflüchtlingen“ gab es aber auch die wegen politischer Motive Auswandernden, etwa nach dem Scheitern der 1848er Revolution. Wegen all dieser Emigranten begann auch für den Odenwald und seine Bewohner eine Beziehung zu den Vereinigten Staaten von Amerika, die bis heute anhält.

Die „Multiperiod-Veranstaltung“ zur Auswanderung aus dem Odenwald in die Neue Welt beleuchtet die verschiedenen Facetten dieses sehr spannenden Themas anhand von vier Stationen, die über mehrere Gebäude des Freilandmuseums verteilt sind. Die Belebung der einzelnen „Zeitinseln“ erfolgt durch erfahrene Living-History-Interpreten, die den Museumsbesuchern in ihrer historischen Rolle begegnen und dem Publikum die Möglichkeit zu geben auf Zeitreise in die von ihnen verkörperte Zeit zu gehen.

Insgesamt sind 4 Zeitinseln mit jeweils unterschiedlichen Aspekten der Folgen der Auswanderung

vorgesehen. Man kann hautnah erleben welche Gründe im Wandel der Zeit deutsche Familien zur

Auswanderung nach Amerika bewegt haben und was sie in der neuen Welt erwartete, so wird behutsam nachgespürt und herausgearbeitet, ob sich der Traum vom besseren Leben bewahrheitete oder nicht.

 

Deutsche Siedler in Nordamerika im 18. Jahrhundert

Der Wunsch auf eine Verbesserung ihrer Lebensumstände und persönlicher Freiheit veranlasst viele

Deutsche dazu nach Nordamerika auszuwandern. Noch ist gar nicht klar, wie riesig der Kontinent eigentlich ist. Es gibt genug Land für jeden, der bereit ist, die Ärmel aufzukrempeln. Kein Fürst untersagt in der Neuen Welt das Schlagen von Holz oder die Jagd. Fleiß und Mut bilden die Grundlage für das neue Lebensglück.

Eine Station erlaubt Einblicke in das Leben einiger Farmer, die sich einer der zahlreichen deutschen

Gemeinden anschließen. Sie roden ein Stück Land, bauen ein Haus und legen ein Feld an. Aus einem

ehemals besitzlosen Tagelöhner wird ein tragendes Mitglied einer deutschen Gemeinde in der neuen Welt. Der amerikanische Traum erfüllt sich.

 

Freiheit und Demokratie – deutsche Auswanderer im amerikanischen Bürgerkrieg 1861-1865

Die zweite Zeitinsel setzt die aus politischen Gründen erfolgende Auswanderung nach der gescheiterten Revolution 1848 in Szene. Als Folge dieses Scheiterns sind viele Deutsche gezwungenermaßen geflüchtet und siedeln in Nordamerika. Sie möchten in einem Land ohne monarchische Unterdrückung leben. Diese Ausgewanderten nehmen in großer Zahl am Amerikanischen Bürgerkrieg 1861-1865 auf Seiten der

Nordstaaten, die die Sklaverei abschaffen wollen, teil. Sie wollen die Werte, wegen denen sie ihre alte Heimat verlassen haben, verteidigen.

 

Das bessere Leben – Familie Backfisch 1919

Die dritte Zeitinsel thematisiert die Auswanderung aus wirtschaftlicher Not, wie sie für den Badischen Odenwald besonders charakteristisch war. Hierzu werden direkt historische Quellen herangezogen, die dem Odenwälder Freilandmuseum in Bezug auf die Familiengeschichte des Kleinbauernhofs aus Neckarburken vorliegen. Dieser Teil der Familiengeschichte wird szenisch im Haus der Familie Backfischumgesetzt. Die Familie aus Neckarburken hat es nicht leicht. Der kriegsversehrte Karl arbeitet hart, um nicht seinem Bruder, dem Hofbesitzer auf der Tasche zu liegen. Die Zeiten in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg sind alles andere als rosig. Er überlegt, ob er nicht seiner Tante Karolina, die Ende des 19. Jahrhunderts in die USA ausgewandert ist und einen Amerikaner geheiratet hat, folgen soll.

 

Die Amerikaner sind da! – die Besatzungszeit 1945

Eine vierte Zeitinsel und ihr Szenario widmen sich schließlich der Wiederkehr von Nachkömmlingen der deutschen Auswanderer, die sich unter den GIs der US-Truppen im Jahr 1945 befinden und die mit zur Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus beitragen. Auch wenigstens rudimentär vorhandene Sprachkenntnisse haben dabei so manches erleichtert.

 

An allen 3 Tagen werden kurze Führungen und Erläuterungen zu den Zeitinseln angeboten, an die sich unter anderem entsprechende Spielszenen anschließen; und zwar freitags und samstags jeweils zur vollen Stunde von 11 – 16 Uhr und sonntags von 11-15 Uhr. Die Zeitinseln können aber auch auf eigene Faust erkundet  werden.

Das Museum ist, ebenso wie die Museumsgaststätte, von 10-17 Uhr geöffnet.


Karte nicht verfügbar
Werbung

© www.NOKZEIT.de


Werbeanzeigen

Artikel empfehlen:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen