Pressefreiheit unter Druck

Symbolbild

Datum/Zeit
23.09.2019
19:00 - 21:30

Veranstaltungsort
Interkulturelles Zentrum Heidelberg - Bergheimer Str. 147 - Heidelberg

Deutsche Journalisten Union Heidelberg holt Reporter aus Polen und Ungarn nach Heidelberg – Reporter ohne Grenzen dabei

Von Herbert W. Rabl

„Pressefreiheit unter Druck – Zur Lage der unabhängigen Medien in Polen und Ungarn“ ist der Titel einer öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung am kommenden Montag, 23. September, 19 Uhr, im Interkulturellenzentrum auf dem Heidelberger Landfried-Gelände.

Zu Gast sind der ungarische Journalist Márton Gergely und der polnische Journalist Bartosz Wieliński sowie Christoph Dreyer von Reporter ohne Grenzen aus Berlin.

Das Thema des Abends ist die Pressefreiheit und welchen Angriffen dieses Grundrecht in den beiden osteuropäischen Ländern, aber auch insgesamt international aktuell ausgesetzt ist.
Die beiden Journalisten Márton Gergely und Bartosz Wieliński berichten aus erster Hand über die Situation in ihren Heimatländern. Beide schreiben für unabhängige Medien.

Die Internationale Lage der Pressefreiheit beleuchtet Christoph Dreyer von Reporter ohne Grenzen. Dreyer ist Pressereferent mit Schwerpunkt Naher Osten bei der Organisation Reporter ohne Grenzen, die über ein internationales Sekretariat mit Sitz in Paris für die Rechte eines freien Journalismus´ eintritt. Dreyer belegt die Angriffe auf die Pressefreie mit Beispielen von Einschüchterung und gewalttätigen Übergriffen.

Die Deutsche Journalisten Union, Heidelberg, veranstaltet diesen Info- und Diskussionsabend gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung, weil freie und unabhängige Medien eine Grundvoraussetzung einer funktionierenden Demokratie sind.

Als „vierte Gewalt“ begleiten Journalisten das Handeln von Regierung, Parlament und Gerichten idealerweise mit kritischer Distanz. Gleichzeitig bilden sie einen wichtigen öffentlichen Raum für politische und gesellschaftliche Debatten und erfüllen damit eine zentrale Funktion für eine offene und pluralistische Gesellschaft.

Der Kampf um eine freie Medienlandschaft war auch aus diesen Gründen elementarer Bestandteil der Demokratisierungsprozesse in den Ländern Mittelosteuropas. Jetzt, 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und 15 Jahre nach dem Beitritt zur Europäischen Union, zeichnet sich ein Backlash in der Pressefreiheit ab.

In Polen und Ungarn setzen autoritär agierende Regierungen die unabhängigen Medien unter Druck. Auf der Rangliste der Pressefreiheit 2019 von Reporter ohne Grenzen findet sich Polen auf Rang 59, Ungarn auf Rang 87 – in beiden Fällen mit absteigender Tendenz. In beiden Ländern, die einst die Demokratisierungsprozesse in Mittelosteuropa angeführt habe, steht die Freiheit der Presse auf dem Spiel.

Wie sich der Kampf der PiS-Regierung in Polen und der ungarischen Fidesz-Regierung gegen kritische Medien gestaltet, können die Journalisten Márton Gergely und Bartosz Wieliński aus erster Hand berichten. Gergely ist Ressortleiter für Politik bei der ungarischen Wochenzeitung HVG und war stellvertretender Chefredakteur der regierungskritischen Tageszeitung Népszabadság, die 2016 aus politischen Gründen eingestellt wurde.

Bartosz Wieliński ist Redakteur für Außenpolitik bei der „Gazeta Wyborcza“, der ersten freien Tageszeitung des demokratischen Polens, die derzeit von der polnischen Regierung mit Strafanzeigen überzogen wird.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projekts „Shared Spaces – Europäische Dialoge über öffentliche Räume“ des Heinrich-Böll-Stiftungsverbunds statt.

Eintritt frei


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