Schicksal der „Knochenmänner“ Buchpräsentation

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Datum/Zeit
21.11.2016
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
KNG Mosbach

 

Dort, wo heute in Mosbach das Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG) und die Pestalozzi-Real­schule liegen, erstreckte sich seit den 40er Jahren das sogenannte   „Hammerla­ger“, begrenzt vom Hammerweg im Norden und der Elz im Süden.

In der kol­lektiven Erinne­rung der Stadt spielt dieses Lager eine große Rolle, diente es doch eineinhalb Jahrzehnte als Wohnstätte für Heimat­vertriebe­ne deutscher Herkunft, meist Donauschwaben aus Ungarn. Im Jahr 2014 erhielt die Geschichts-AG des NKG für ihre Broschüre „Hammerlager – Jammerlager: 1946 und heute?“ eine Auszeichnung beim „Landespreis für Heimatforschung“.

                                        

Praktisch unbekannt ist dagegen in Mosbach der Ursprung des Lagers: 1944/45 wa­ren dort „SS-Strafgefangene“ untergebracht. Sie arbeite­ten zwangs­weise bei „Goldfisch“ in Obrigheim. Doch wer waren sie, wer verur­teilte sie aus welchen Gründen, wegen welcher Vergehen ?

Vor zwei Jahren haben Dieter Genthner aus Leingarten und Arno Huth von der KZ-Gedenkstätte Neckarelz dazu eine Recherche begonnen.. Was ursprünglich nur als Dokumentation über das „Hammerlager“ und seine Insassen geplant war, wuchs sich zu einem größeren Forschungsprojekt aus. Denn die beiden waren auf einen weißen Fleck in der Erforschung der NS-Geschichte gestoßen: die Sondergerichtsbarkeit der SS gegen­über den eigenen Mitgliedern bzw. Polizeiangehörigen. Das SS-Straflager am Mosbacher Hammerweg erwies sich als Teil eines reichsweit nur wenige Standorte umfassenden Systems von äußerst brutalen Son­derlagern. Deren Insassen wurden häufig der  „Fahnenflucht“ oder „Wehrkraftzersetzung“, aber auch vieler anderer Delikte beschuldigt   – hier wurden oft Täter zu Op­fern.

 

Das umfängliche Werk „Schicksal der ‚Knochenmänner‘ – Die Straf­lager Dachau, Danzig-Matzkau und Mosbach für verurteilte SS- und Polizeiangehörige/SS-Sondergerichtsbarkeit, Strafvoll­zug und Be­wäh­rung“ wird am Montag 21. November 2016 um 19 Uhr in der Lerninsel 1 des NKG (Zugang über den Haupteingang, Jean-de-la-Fontaine-Str. 6-10).vorgestellt. Christine Eggers, Geschichtslehrerin am NKG, wird dabei kurz die bekannte Geschichte des Hammerlagers zusammenfassen, von dort richtet sich der Blick auf  die unbekannte Vergangenheit.

 



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