Wütender Gegenwind aus dem Reisenbacher Grund

Gegenwind im Reisenbacher Grund

Visualisierung zur Veranschaulichung der Horrorvision Reisenbacher Grund mit dem Windpark Max-Wilhelmshöhe. (Grafik: privat)

Reisenbacher Grund. (lm) „Entsetzen und ein Gefühl der wütenden Ohnmacht“ trifft als Beschreibung der Stimmung unter den Bürgern im Reisenbacher Grund wohl den Kern der Sache. Bisher wird dieses malerische Idyll im Reiseführer als eines der schönsten Täler im Odenwald beschrieben. Doch das würde sich mit Realisierung der Waldbrunner Pläne schlagartig ins Gegenteil kehren.

In der Nachbargemeinde beabsichtigt ein Investor, ein für Odenwälder Verhältnisse gigantisches Windkraftprojekt auf der Max-Wilhelmshöhe unweit der Grenze zur Gemeinde Mudau (NZ berichtete). Eine private Visualisierung der 13 bedrohlichen 210 Meter hohen Windkraftanlagen entsetzt nicht nur die Reisenbacher, deren Grund von den diesen Riesen überschattet werden würde, sondern auch die Mülbener, die sie als „Wächter“ über ihr Dorf visuell genießen dürften. Abgesehen von der wirklich katastropalen Auswirkung auf das Landschaftsbild als einzige Einnahmequelle des Tals, erschreckt der weithin sichtbare Schattenschlag, den die Visualisierung ebenfalls verdeutlicht.




Die gesundheitlichen Schäden von Infraschall, Blinklichtern und Schattenwurf bezüglich des menschlichen Nervensystems, die negativen Auswirkungen auf die Naturlandschaft Odenwald mit ihrer reichhaltigen Flora und Fauna stehen nach Meinung der Bürger von Reisenbach und Mülben in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu dem nicht kalkulierbaren Windstrom und dem Wertverlust der hiesigen Immobilien.

Und sich fragen sich, ob sich die Geschichte wiederholt und die Investoren vorhaben, die Bürger des Reisenbacher Grunds zu vertreiben und nach Amerika auszusiedeln, so wie es einst vor 150 Jahren geschehen sei mit den Bewohnern des an dieser Stelle angesiedelten Ferdinandsdorfes. Wörtlich betonen sie: „Wir sind keine Gegner von Windkraft oder anderen alternativen Energien, jedoch sehen wir mit diesem Mammutprojekt eine Grenze überschritten“. Es fehle ihnen einfach die Verhältnismäßigkeit. Denn wenn der Windpark auf der Max Wilhelmhöhe realisiert wird, kommt auf jedes Haus im Reisenbacher Grund ein Windrad, das ihn in die Flucht schlagen könnte.

Und man fragt sich, ob es Ziel der Investoren ist, den Odenwald mit unsinnig vielen und hohen Windkraftanlagen menschlich auszubluten und man schreit geradezu nach Hilfe aus den Reihen der Gemeinderäte und –verwaltungen von Waldbrunn und Mudau. Eine Gruppe Waldbrunner Bürger hat bereits eine Initiative gegründet und fordert echte Bürgerbeteiligung (NZ berichtete).

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