Haßmersheim: Bürgerinitiative gegen Flüchtlingsunterkunft

Anwohner fordern Verlegung um Konflikte zu vermeiden – Fremdenfeindlichkeit wird ausdrücklich verneint

Haßmersheim. Nachdem Mitte September bekannt wurde, dass der Neckar-Odenwald-Kreis auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche im Gewann Merkelskrautgarten in der Verlängerung des Akazienwegs eine Gemeinschaftsunterkunft für 100 Flüchtlinge plant (NZ berichtete), organisierte sich in der Neckartalgemeinde Widerstand, der in der Gründung der Bürgerinitiative Merkelskrautgarten Haßmersheim mündete. Inzwischen wurde auf OpenPetition Deutschland eine Unterschriftenaktion gestartet, die aktuell von 530 Personen unterzeichnet wurde (Stand 06.11./15 Uhr).

Gegen das vorgesehene Gebiet in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Neubaugebiet, sprechen laut Bürgerinitiative Merkelskrautgarten (BiM) wesentliche Gründe, weshalb man die Verlegung der Unterkunft auf ein Flurstück oberhalb des Unternehmens Fibro fordert. Diese könne sofort als Alternative angeboten werden, heißt es in einer Online-Petition der Haßmersheimer.

Dieses Gelände biete wesentliche Vorteile gegenüber einer Bebauung im Merkelskrautgarten. So stünde dort eine deutlich größere Fläche zur Verfügung, womit eine „drangvolle Enge“ vermieden würde, argumentieren die Unterkunftsgegner. Das

Areal „Merkelskrautgarten“ sei viel zu klein für die geplante Personenzahl. Da es beim vorgeschlagenen Grundstück keine Nachbarschaft gibt, würden Anwohner entlastet, wodurch ein „ansonsten auf viele Jahre bestehendes Konfliktpotenzial“ vermieden würde, heißt es in der Petition. Darüber hinaus würde die weitere Wohnbauentwicklung in Haßmersheim nicht durch Flüchtlinge behindert. Die Anbindung an die örtliche Infrastruktur wie ÖPNV und Einkaufsgelegenheiten sei mindestens gleichwertig.

Da es vonseiten des Gemeinderats und Bürgermeister Michael Salomo bis dato kein Änderung der Baupläne gegeben hat, gründeten die Bewohner des Wohngebiets Nord II in Haßmersheim die BI Merkelsgarten. Ausdrücklich distanzieren sich die Organisatoren der BiM und der Petition von Fremdenfeindlichkeit. Man verstehe sich als politisch unabhängig.

Ein weitere Informationstermin vonseiten der Gemeinde und des Landratsamts findet am 10.11.2015, um 19:00 Uhr, in der Turn- und Festhalle in Haßmersheim geplant. An diesem Tag stehen Bürgermeister Salomo und der Erste Landesbeamte Dr. Björn-Christian Kleih für Fragen zur Verfügung.

Update: Auf Nachfrage teilte uns der Erste Landesbeamte Dr. Kleih mit, dass die Planungen vonseiten des Landratsamtes bereits weit fortgeschritten sind. Man habe bereits einen Nutzungsvertrag unterzeichnet und einen Bauantrag für das Gewann Merkelskrautgarten gestellt. Dieser wird in der nächsten Gemeinderatssitzung am 11. November behandelt. Darüber hinaus wurde bekannt, dass das von der BI genannte Alternativgrundstück von der Gemeinde Haßmersheim  für die Ansiedelung von Gewerbebetrieben vorgesehen ist.

 

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Auf der Internetseite OpenPetition Deutschland haben die besorgten Bürger eine Online-Petition gestartet. (Screenshot: Hofherr) 

Infos im Internet:

www.openpetition.de/petition/online/buergerinitiative-merklskrautgarten-hassmersheim

www.hassmersheim.de/index.php?id=39?&id=39&no_cache=1&publish%5bid%5d=401846&publish%5bstart

 

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