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Besuch von Patrick Haag in Mosbach
Von Jonas Weber
Mosbach. Der SPD-Landtagskandidat Patrick Haag besuchte gemeinsam mit seinen Kreistagsfraktionskollegen Georg Nelius und Dr. Valentin Hoß die Johannes-Diakonie in Mosbach. Begrüßt wurden sie von Dr. Martin Holler, Vorstand der Johannes-Diakonie, und Dr. Leona Sprotte-Huber, Geschäftsbereichsleiterin Jugend und Bildung.
Die Rolle der Johannes-Diakonie in der Region
Die Johannes-Diakonie ist eine der wichtigsten Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in der Region und zugleich einer der größten Arbeitgeber im Neckar-Odenwald-Kreis. Ein besonderer Bezug besteht auch zum Standort Schwarzach. Patrick Haag ist dort seit vielen Jahren durch sein Engagement bei den DRK Helfern vor Ort und der Feuerwehr präsent und kennt das tägliche Miteinander aus eigener Anschauung. Inklusion wird an diesem Standort seit langem ganz selbstverständlich gelebt.
Zentrales Thema: Das Bundesteilhabegesetz
Zentrales Gesprächsthema war unter anderem das Bundesteilhabegesetz, das gemeinhin für Kostensteigerungen in der Eingliederungshilfe verantwortlich gemacht wird. Dr. Holler wies darauf hin, dass allgemeine Lohn- und Preissteigerungen sowie überbordende Bürokratie wesentliche Faktoren für steigende Kosten sind. Antrags- und Genehmigungsverfahren seien sehr bürokratisch, wodurch viele Kapazitäten gebunden werden, die eigentlich für die direkte Arbeit mit den Menschen benötigt werden.
Forderungen nach Bürokratieabbau und besserer Finanzierung
Patrick Haag forderte in diesem Zusammenhang einen konsequenten Bürokratieabbau sowie eine bessere Finanzierung durch das Land. Die Kommunen und Träger würden bei diesen Aufgaben zu oft allein gelassen. Wer Teilhabe ernst meine, müsse auch für eine verlässliche Finanzierung sorgen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass soziale Einrichtungen keine kurzfristigen Projekte brauchen, sondern stabile Rahmenbedingungen, auf die sie sich dauerhaft verlassen können.
Soziale Arbeit als Schlüssel für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Alle Beteiligten waren sich einig, dass hinter jedem eingesetzten Euro ein menschliches Schicksal steht. Leistungen dürften nicht allein als Kosten betrachtet werden, sondern als Voraussetzung für Teilhabe, Selbstbestimmung und ein Leben in Würde. Zudem wurde betont, wie unverzichtbar die Arbeit der Mitarbeitenden für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Soziale Arbeit braucht Anerkennung, gute Arbeitsbedingungen und politische Rückendeckung.
Eindrucksvolle Einblicke in das Berufsbildungswerk
Großen Eindruck hinterließ der Rundgang durch das Berufsbildungswerk (BBW) Mosbach-Heidelberg der Johannes-Diakonie. In kleinen Gruppen erhalten junge Menschen mit Beeinträchtigungen oder Lernschwierigkeiten echte Chancen auf eine qualifizierte Ausbildung. Das Angebot reicht von handwerklichen und dienstleistenden Berufen bis hin zu technischen und digitalen Bereichen. Die hohe Qualität der Ausbildung zeigt sich auch darin, dass Auszubildende der Johannes-Diakonie regelmäßig mit Landes- und Bundespreisen ausgezeichnet werden. Das Berufsbildungswerk macht deutlich, wie wichtig Bildungsgerechtigkeit und zweite Chancen sind, damit jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen kann.
Austausch mit Auszubildenden
Im Rahmen des Besuchs kam es auch zu einem Austausch mit Auszubildenden. Dabei wurde deutlich, was junge Menschen bewegt und welche Unterstützung sie benötigen. Patrick Haag betonte, dass Politik genau dort ansetzen müsse und nur im direkten Austausch mit den Menschen tragfähige Lösungen entstehen können.
Fachkräftesicherung im Pflegebereich
Auch die Fachkräftesicherung war Thema. Die Johannes-Diakonie steht für faire Löhne und übernimmt Verantwortung, indem sie gezielt Fachkräfte aus dem Ausland gewinnt und diese im Pflegebereich selbst ausbildet. Das ist ein wichtiger Beitrag, um Pflege und soziale Arbeit auch künftig verlässlich abzusichern.
Dank für den offenen Austausch
Zum Abschluss bedankte sich Patrick Haag bei Dr. Martin Holler und Dr. Leona Sprotte-Huber sowie bei den Mitarbeitenden und Auszubildenden der Johannes-Diakonie für den offenen und ehrlichen Austausch. Die Johannes-Diakonie leiste einen unverzichtbaren Beitrag für den Neckar-Odenwald-Kreis und zeige eindrucksvoll, wie Zusammenhalt, Teilhabe und soziale Verantwortung im Alltag gelingen können.
