Verfolgung von Roma und Sinti in der Region

19.01.10

Vorstellung einer Dokumentation von Arno Huth

Neckarelz. (ds) „Die Verfolgung der Sinti, Roma und Jenischen im ländlichen Raum des Kraichgaus, des Baulandes, des Elztales und des Neckartales“ – so heißt eine neue wissenschaftliche Dokumentation des Vereins KZ-Gedenkstätte Neckarelz. Ihr Autor Arno Huth hat sich schon in den letzten Jahren durch Forschungsarbeiten zu einzelnen Häftlingsgruppen im KZ Neckarelz ausgezeichnet.

In seiner neuen Studie geht es indes zunächst um Menschen aus der Region, die der Minderheit die mit dem diskriminierenden Begriff „Zigeuner“ bezeichnet wurden.


Sie lebten oft am Rand der Gesellschaft, waren aber dennoch Teil von davon. Ihr Angebot an Handel und Dienstleistung wurde gebraucht, gelegentlich auch geschätzt. Behördlicherseits gab es eine lange Tradition, diese Menschen zu „erfassen“ – in der NS-Zeit bekam dieses Wort eine tödliche Bedeutung. Ein großer Teil der Roma und Sinti wurde deportiert, viele Familien in Auschwitz-Birkenau ausgelöscht.

Umgekehrt wurden im letzten Kriegsjahr Roma und Sinti aus den Vernichtungslagern ins Reich rückverlegt, um dort Zwangsarbeit zu leisten, so auch in die Lager um das KZ Neckarelz. Arno Huth schildert diesen doppelten Prozess von „Verfolgung in der Region“ anhand von Archivquellen und Berichten.

Am 27. Januar, dem Gedenktag an die Opfer der NS-Diktatur, wird die Dokumentation in einer gemeinsamen Veranstaltung des Neckar-Odenwald-Kreises und der Gedenkstätte vorgestellt. Die Präsentation findet um 19.30 in der ehemaligen Comenius-Schule in Neckarelz statt (Mosbacher Straße 39, Rückgebäude). Nach einem Grußwort des ersten Landesbeamten Martin Wuttke und einer Würdigung durch Dr. Alfred Ernst vom Hauptstaatsarchiv Stuttgart gibt Arno Huth einen Bericht über seine Forschungen. Die Öffentlichkeit ist eingeladen.

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