Schüler besuchen “Hexen – Mythos und Wirklichkeit”

31.01.10

Nach dem Besuch der Hexen-Ausstellung im Pfälzischen Landesmuseum in Speyer bastelten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c des Eberbacher Hohenstaufen-Gymnasiums (HSG) noch Zauberhüte. Unser Bild zeigt sie vorne mit Klassenlehrerin Studienrätin Nathaly Rapp und Deutsch-Lehrer Studienrat Dr. Christian Jung. (Foto: PLM)

(pm) „Wie konnte es in der frühen Neuzeit zur Hexenverfolgung kommen? Welche Rolle spielte der Glaube an Zauberei und Magie im Alltag der Menschen? Welche Vorstellungen von Hexen haben sich in der Moderne durchgesetzt?“, waren Fragen, die Ende Januar 2010 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c des Eberbacher Hohenstaufen-Gymnasiums (HSG) nachgingen. Im Deutsch-Unterricht von Studienrat Dr. Christian Jung besuchten sie zusammen mit Klassenlehrerin und Studienrätin Nathaly Rapp die Ausstellung „Hexen – Mythos und Wirklichkeit“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer, das von Eberbach aus bequem mit der S-Bahn und einem Zubringerbus erreichbar ist.


In einem zeitlichen Bogen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart widmete sich die Ausstellung den großen Themenkomplexen Hexenglaube, Hexenverfolgung und Hexenrezeption. Ausgehend vom Weltbild des 16. und 17. Jahrhunderts wurden die HSG-Schüler Zeuge, wie eine Vielfalt von Ursachen die Voraussetzung für die Hexenverfolgungen schuf.
Religionskonflikte, Kriege und kleine Eiszeit, damit verbundene Agrarkrisen, Hungersnöte und Krankheiten, aber auch der Beginn eines neuen Medienzeitalters prägten den Lebensalltag, in dem Magie schichtübergreifend selbstverständlicher Bestandteil war. Kostbar eingefasste Bezoare (Magen- oder Nierensteine von Wiederkäuern), denen der Schutz vor Vergiftung zugeschrieben wurde, zeugten ebenso davon wie geweihte Benediktusglöckchen zur Abwehr von Hexenzauber und Unwettern.

Nur wenige Objekte sind bis heute überliefert, mit denen angeblich tatsächlich gezaubert wurde. Mit dem Hexengürtel des zehnjährigen Hans Zink aus Bettingen präsentierte die Ausstellung eine solche Ausnahme. Die dazugehörige Gerichtsakte von 1629 dokumentierte den Prozess, in dem von einem Kind behauptet wurde, es könne sich nachts mithilfe des Gürtels in einen Hasen verwandeln.

Nach einem Rundgang durch die Ausstellung stand dann der praktische Teil im musealen Lernort auf dem Programm: Das Basteln eines eigenen Zauberhutes. „Glühend heißer Warzensaft, quell hervor mit ganzer Kraft. Verbreite deinen faulen Duft, schieße in die dunkle Luft und hole dann aus jeder Ritze kreischend deine Kugelblitze!“, hieß es in der Folge im Hexenhaus im zweiten Ausstellungteil „Hexen – Krötenschleim und Spinnenbein“. Dort konnte man das Hexenzauberdiplom erlangen und gleichzeitig allerhand über die Welt der Hexen, der Zauberei und der Magie zu lernen.

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