Timo Bracht wird Vize-Europameister

Timo Bracht (Foto: Commerzbank)

Einen Ritt durch die Hölle hatte Timo Bracht vor dem Ironman Germany in Frankfurt angekündigt. Denn der Titelverteidiger und zweifache Europameister wusste, dass er es mit hochklassigen Gegnern zu tun hatte – Gegner, die ihm alles abverlangen würden.

Bracht zeigte bereits auf der Schwimmstrecke eine seiner besten Leistungen und kam mit der Spitzengruppe aus dem Wasser, ebenso wie sein Teamkollege Jan Raphael. Bis dahin lagen die Favoriten gleichauf in einer Gruppe. Doch dann zog Andreas Raelert das Tempo auf dem Rad so sehr an,
dass zunächst niemand mitfahren konnte.

Es folgte beim Radkilometer 23 eine kurze Zwangspause für Timo Bracht auf der Radstrecke. „Der erste Plattfuß in meiner Triathlonkarriere“, seufzte Bracht. „Der war aber nicht entscheidend für das Rennen, denn es war sofort Hilfe da.“ Vorne drückte Raelert weiter so sehr auf das Tempo, dass die Lücke immer größer wurde. Erst auf der Laufstrecke gelang es Bracht, Zeit auf Raelert gutzumachen. Währenddessen kam Chris McCormack an dritter Stelle liegend zwischenzeitlich bis auf 50 Sekunden an den Eberbacher heran. Der Sieger von 2009 ließ sich den zweiten Platz jedoch nicht mehr nehmen und legte mit 2:47:37 Stunden den schnellsten Marathon hin. Am Ende lief er unter dem Jubel vieler tausend Zuschauer am Römer in 8:10:22 Stunden ins Ziel. Fünf Minuten hatte er Andreas Raelert auf der Laufstrecke abgenommen.

„Frankfurt ist für mich immer ein sehr emotionales Rennen“, erklärte Timo Bracht anschließend. „Dieser zweite Platz bedeutet mir sehr viel, es war ein hartes Stück Arbeit und hat sich absolut gelohnt. Heute hat der beste Athlet gewonnen. Glückwunsch für eine außerordentliche Leistung an Andreas!“ Brachts Teamkollege Jan Raphael holte sich den fünften Platz, knapp eine Minute hinter dem neunfachen Ironman Sieger Cameron Brown. Der Hannoveraner freute sich über die gelungene Hawaii-Qualifikation und wurde jubelnd von seinen Teamkollegen Normann Stadler und dem Vorjahres-Fünften Mathias Hecht
im Ziel empfangen.

Teammanager Jan Wendt: „Timo hat den zweiten Platz gewonnen und nicht den ersten Platz verloren. Er ist ein absoluter Kämpfer, den man für Hawaii wieder auf der Rechnung haben muss. Glückwunsch auch an Jan Raphael! Er ist zurück in der Weltspitze. Das hat er verdient.“

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