Ambulante Therapieangebote immer wichtiger

23.07.10

„Komasaufen“ ist rückläufig – Prävention greift

Mosbach. (khn) CDU-Kreistagsfraktion informierte sich bei Suchtberatung/Haushaltssituation angesprochen Neckar-Odenwald-Kreis. Zu Beginn der letzten Sitzung der CDU-Kreistagsfraktion informierte der Leiter der Fachstelle Sucht Karl Pfeil über die Arbeit. Er konnte berichten, dass die ambulanten Therapieangebote verstärkt angenommen werden. Weiter befasste man sich mit der Haushaltssituation von Kreis und Gemeinden.

Ohne die Klienten in der JVA waren es im vergangenen Jahr 726 Personen aus dem Landkreis, die Hilfe bei der Fachstelle suchten. Die Hauptdiagnosen sind Alkohol (69%) sowie Opiade und Cannabis (je 13%). Die größte Altersgruppe stellt sowohl bei den Frauen wie bei den Männern die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen, gefolgt von den 40- bis 49-jährigen. Das Geschlechterverhältnis Frauen zu Männer ist 26:74%. „Sucht ist also deutlich männlich“. Auf Rückfrage konnte man erfahren, dass das „Komasaufen“ Jugendlicher rückläufig ist; die Jugendschutzmaßnahmen greifen offenbar.

Behandlungsmöglichkeiten sind die ambulante Einzel- und Gruppentherapie, Suchtselbsthilfegruppen, Therapie auf dem Bauernhof sowie Trainingsprogramme für Erststraftäter; eine Tagesklinik am PZN sei geplant. Einen Schwerpunkt der Arbeit stellt die Prävention dar. In einem Medienprojekt arbeiteten Landkreis, Polizei, Schüler und Eltern zusammen; für jeden Schüler gebe es den „NOK-Stick“. Raucherentwöhnung, Beratung bei Führerscheinproblemen, psychosoziale Beratung bei Substitution , Beratung bei Essstörungen, pathologischem Spielen, Online- und Mediensucht kommen hinzu. Der Landkreis unterstützt die Arbeit der Suchtberatung.

Im weiteren Verlauf befasste man sich mit der in den nächsten Jahren schwierigen Haushaltssituation von Landkreis und  Gemeinden als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise. Dazu wurde auch eine Aufgabenkritik vom Landkreis mit dem Ziel einer Begrenzung der Ausgaben vorgenommen; die umfangreiche Liste wurde intensiv von der CDU-Fraktion mit dem Landrat diskutiert. Deutliche Kritik wurde an dem Verhalten der Grünen-Fraktion bezgl. Erhalt der Bundeswehr-Standorte geübt: „mehr Solidarität mit den Betroffenen wäre im Interesse des Landkreises gewesen“.

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