Ein Quantensprung an Lebensqualität

Johannes-Diakonie weiht Haus Sonnenhalde ein

Quantensprung an Lebensqualitaet

Die Ehrengäste beim Rundgang. (Foto: Lothar Dörge)

Schwarzach. (pm) Ein neues Wohn-/Pflegeheim mit 72 Plätzen an einem so genannten „Komplexstandort“? Das wirft in Zeiten von Inklusion und Dezentralisierung von Behinderteneinrichtungen Fragen auf. Zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick, und den riskierten bei der Einweihungsfeier für das Haus Sonnenhalde am Schwarzacher Hof nicht wenige, wird klar, worum es der Johannes-Diakonie ging: Für 72 Menschen, denen der Schwarzacher Hof in vielen Jahren zur Heimat geworden ist, bedeutet der Umzug in den modernen, sogar an trüben Tagen Licht durchfluteten Neubau einen Quantensprung an Lebensqualität. Und deswegen wurde der Anlass gerne und ausgiebig gefeiert: „Oh Happy Day“, brachte es die Schulband „Band of Mountain School“ musikalisch auf den Punkt.

Auch Pfarrerin Erika Knappmann sah in dem Wohnheimneubau nicht das Ende einer Idee, sondern einen Schritt in die Zukunft, in der, so ihre Hoffnung, schwerbehinderte Menschen ganz selbstverständlich dasselbe Recht auf ein gutes und bequemes Leben zugestanden werde wie allen Menschen. „Hingehen“ und zu Besuch kommen sei auch eine Form der Inklusion, entkräftete sie Bedenken bezüglich des Standortes.




Auf den langen, an Wendungen nicht armen Planungsweg für das neue Haus blickte Vorstand Jörg Huber zurück, der unter anderem Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Theo Haaf, Kreisrat Siegfried Uhl, Kreisrätin Dr. Dorothee Schlegel, Sozialdezernentin Renate Körber und Franz Schmeller, Leiter des Dezernats Soziales beim KVJS, begrüßte.

„Wenn die Johannes-Diakonie etwas anpackt, macht sie es nicht nur richtig, sondern richtig gut“, stellte Landrat Dr. Brötel fest und nannte das Haus ein zukunftsweisendes Beispiel für „Inklusion innerhalb der Einrichtung“. Franz Schmeller vom KVJS zeigte sich froh über den geschaffenen Ersatz für Wohn- und Lebensbedingungen, die nicht mehr zeitgemäß gewesen seien, und dankte für das partnerschaftliche Miteinander in der Planungszeit. Ein „stolzer und überaus erfreulicher Tag für die Gemeinde Schwarzach“, darüber hinaus ein „Akt der Menschenliebe“ und ganz und gar im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention – all das sah Bürgermeister Theo Haaf in der Realisierung des Neubaus.

Viele Vorzüge des modernen Gebäudes, das 69 Dauerwohnplätze, drei Kurzzeit- und Krisenplätze sowie tagesstrukturierende Angebote vorhält, wusste Architekt Gerhard Loew aufzuzählen. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für gute Zusammenarbeit und überreichte, wie sein Vorredner, einen Gutschein für einen Baum zur Begrünung des Innenhofs. Über den gelungenen Bau freute sich genauso Baris Altunkas stellvertretend für die Eltern-, Angehörigen- und Betreuervertretung EABV.

Lang war die Liste konkreter Verbesserungen für die Bewohner, die Manfred Amend, Leiter des Geschäftsbereichs Wohnen, benannte und von denen man sich bei einer Führung durch das Gebäude persönlich überzeugen konnte. Er kündigte an, dass der Innenhof des Gebäudes noch zu einem Treffpunkt umgestaltet werde. Amends Dank galt Projektleiter Alexander Brauch für eine „logistische Meisterleistung“ und ebenso Fachbereichsleiter Oliver Edelmann, der die Mitarbeitenden zu neuen Wegen ermuntere, sowie den Verantwortlichen vor Ort Renate Bielik und Christian Steubner. Kurz und bündig und herzerfrischend drückte auch Elke Jäger für den Heimbeirat ihre Begeisterung über das neue Haus aus.

Das Schlusswort hatte Vorstandsvorsitzender Dr. Hanns-Lothar Förschler, der das Haus einen Eckstein bei der Verbesserung der Wohnkultur auf dem Schwarzacher Hof nannte, aber auch kritisch in die Zukunft blickte. Die Weiterentwicklung des Wohnangebots der Johannes-Diakonie mit dem Aufbau neuer, gemeindenaher Angebote in den Regionen stehe und falle mit der dafür bewilligten Fördersumme, die in ihrer jetzigen Höhe nicht ausreichend sei.

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