SPD Neckarelz startet in Bundestagswahlkampf

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Kandidatin Dr. Dorothee Schlegel zu Gast – Zwei neue Mitglieder begrüßt

Neckarelz. (fh) „Selten haben wir vor einer Bundestagswahl so eine große Lust auf Wahlkampf verspürt wie diesmal – in unserer Gesellschaft muss es endlich wieder gerechter zugehen!“ sagte der Ortsvereinsvorsitzende, Stadtrat Hans-Peter Senk, bei der Eröffnung der jüngsten Vorstandssitzung der Neckarelzer Sozialdemokraten. Begrüßen konnte er neben mehreren interessierten Mitgliedern auch die Bundestagskandidatin der SPD im WK Odenwald-Tauber, Dr. Dorothee Schlegel, die damit ein bereits vor ihrer Nominierung gegebenes Versprechen einlöste, den in der Kreis-SPD gelegentlich als politisch unbequem eingestuften Neckarelzer Genossen vor Ort ausgiebig Rede und Antwort zu stehen.

Bevor man mit dem eigentlichen Schwerpunkt der Tagesordnung begann, hatte Senk aber noch die besondere Freude, mit Jürgen Müller und Yousif Schardt zwei neue Mitglieder in der SPD zu begrüßen und das rote Parteibuch zu überreichen. Die Vorstandschaft sieht in dem jüngsten Mitgliederzuwachs eine gewisse Signalwirkung, dass die Bundespartei durch eine deutliche Kurskorrektur hin zu einer wieder mehr am Sozialen ausgerichteten Programmatik an Profil zurückgewonnen hat, was nun auch bei den Menschen ankomme und zum Engagement motiviere.

Dr. Dorothee Schlegel knüpfte, nach kurzer Vorstellung ihres bisherigen persönlichen, beruflichen und politischen Werdegangs direkt an dieser Stelle an. Die SPD habe eine klare Aufgabe, die es auch wieder mit mehr Klarheit zu erfüllen gelte – den sozialen Ausgleich herzustellen. Wer in Vollzeit arbeitet, müsse davon auch leben können, wer im Sozialleistungsbezug ist, käme nicht durch mehr behördlichen Druck wieder hinaus, sondern durch echte Perspektiven hin zur Erwerbsarbeit und wer 45 Jahre in die Rentenkasse einbezahlt hat, müsse abschlagsfrei in die Rente gehen können, so Schlegel. „Wir wollen die Arbeits- und Sozialpolitik von Schwarz-Gelb grundlegend umkrempeln!“ unterstrich die Kandidatin kämpferisch.




Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich schnell eine lebhafte Diskussion mit zahlreichen Wortmeldungen. Vorstandsmitglied Günther Scheuermann war wichtig, dass die Rentenproblematik besondere Bedeutung im Wahlkampf erhält. Häufiger gewünscht wurde eine im Vergleich zu früheren Wahlkampagnen verbesserte Koordination. Vom Vorstand wurde der stv. Vorsitzende Frank Heuß zum Wahlkampfleiter für den Ortsverein bestimmt, der auch direkt darauf verweisen konnte, dass man dank der immer besser werdenden Vernetzung hin zur Landespartei bereits mehrere grundsätzliche Zusagen von kompetenten Referenten für Veranstaltungen vorliegen habe.

Anschließend stellte Stadtrat Hans-Peter Senk aktuelle Themen aus der Mosbacher Kommunalpolitik und deren Zusammenhang auch zur Bundesebene dar. Dabei kritisierte er insbesondere den Umgang mit dem Thema Neckartal-Kaserne – hier werde eine große Zukunftschance fahrlässig verspielt.

Was Mosbach jetzt bräuchte, sei eine Aufbruchstimmung. Diese sei aber nur zu erreichen, wenn eine wirkliche Bürgerbeteiligung stattfinde. In vielen Gesprächen habe er die Bereitschaft der Bürger zur Mitarbeit festgestellt. Die Angebote der Verwaltung seien aber mehr als unzureichend und ermöglichten keinen fairen Dialog. Ebenso ärgerlich sei es auch, wie man versuche, die Bürgerschaft mit einem neuen Parkhaus zu überrumpeln. Auch hier sei „die letzte Messe noch nicht gelesen“. Für den Stadtteil Neckarelz sei von einigen plötzlich ein „Investitionsboom“ festgestellt worden – leider sei dieser aber von Vielen noch nicht bemerkt worden. Wenn man damit die Dachsanierung der Pattberghalle nach fast 35 Jahren meine, dann scheine es sich hier bestenfalls um ein Beispiel dafür zu handeln, was man „schwarzen Humor“ nenne. Bis Ende 2013 soll der längst überfällige Kreisverkehr im Bereich Bahnhofstraße eingerichtet sein. „Werden am Abend die Faulen fleißig?“

Diese Vermutung sei aber zu kurz gegriffen: In 2014 sind Kommunalwahlen und da komme der Kreisverkehr gerade richtig, um von Versäumnissen der Vergangenheit abzulenken resümierte Senk, der Dr. Dorothee Schlegel die bestmögliche Unterstützung der Neckarelzer Sozialdemokraten für ihre Bundestagskandidatur zusagte und die Sitzung abschloss.

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