Vögel füttern – gewusst wie

(Symbolbild – Capri23Auto/Pixabay)

Einfache NABU-Tipps für die Winterfütterung

Stuttgart.  (pm) Wenn die Tage kürzer werden und Lebkuchen und Weihnachtsgebäck die Supermarktregale füllen, stocken viele Vogelfreundinnen und -freunde den Futtervorrat für die Vogelwelt auf. Jahr für Jahr geben sie 15 bis 20 Millionen für Futtermischungen, Meisenknödel und Co. aus. NABU-Vogelfachmann Stefan Bosch rät, sich vor dem Einkauf über das richtige Futter zu informieren und Futterspender statt klassischer Futterhäuschen zu verwenden.

Vogelfüttern als Naturerlebnis

„Das Vogelfüttern ist eine wunderbare Gelegenheit, die gefiederte Natur in der eigenen Umgebung und aus nächster Nähe zu erleben, gerade auch für kleine Vogelfans“, ist Bosch überzeugt. Dabei gebe es wenig Themen, die unter Hobby-Ornithologinnen und -Ornithologen so heiß diskutiert werden. Sollen Wildvögel überhaupt gefüttert werden? Ab wann ist das Vogelfüttern sinnvoll und worauf muss man achten? „Grundsätzlich nutzen nur etwa zehn bis 15 Arten das angebotene Buffet, in der Regel erreicht man dabei keine gefährdeten Vögel. Das Naturerlebnis steht also klar im Vordergrund und das ist auch gut so. Um bedrohte Vogelarten zu schützen, braucht es jedoch mehr. Ganz wichtig: die naturverträgliche Landwirtschaft. Aber auch naturnahe Gärten mit Beerensträuchern, Blühpflanzen für Insekten und wilden Ecken leisten einen wichtigen Beitrag“, erläutert Bosch.

Sonnenblumenkerne schmecken

Am besten füttert man dann, wenn es wirklich kalt ist, klassischerweise zwischen November und Ende Februar. Sonnenblumenkerne eignen sich gut als Basisfutter, weil sie von vielen Arten gern gefressen werden. Freiland-Futtermischungen für Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Meisen enthalten zusätzlich andere Samen verschiedener Größe. Insbesondere Meisen lieben Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. Sie sollten nicht in Plastiknetze gewickelt sein, in denen sich die Vögel verheddern können. „Wichtig ist, dass das Vogelfutter aus biologischem Anbau stammt. So fördert man die naturverträgliche Landwirtschaft und hilft dabei, die Lebensräume gefährdeter Agrarvogelarten wie Feldlerche und Rebhuhn zu bewahren“, betont Ornithologe Bosch.

Futterspender statt Vogelhäuschen

Wer die Vogelwelt in einem klassischen Vogelhäuschen willkommen heißt, muss die Futterstelle regelmäßig mit heißem Wasser reinigen, damit sich Krankheiten nicht unter den gefiederten Gästen verbreiten. Hygienischer ist ein Futterspender, den man seltener säubern muss. Hier können die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen. Ein weiteres Plus: „Bringt man den Futterspender richtig an, verdirbt das Futter darin nicht und bleibt auch bei starkem Wind, Schnee und Regen trocken“, so Bosch. Die Futterspender sollten möglichst unerreichbar für Katzen aufgehängt werden und sich in der Nähe von Bäumen oder Büschen als Rückzugsmöglichkeit befinden. Am besten hängt man sie entweder direkt an oder mit ausreichend Abstand zu Glasscheiben auf, damit diese nicht zu tödlichen Fallen werden. Wenn möglich, den Futterplatz ab und zu wechseln, damit sich unter dem Spender kein Futter und Kot sammeln.

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