Mit der Sense für den Naturschutz

Mit der Sense für den Naturschutz
Mit der Sense für den Naturschutz

(Foto: Steffen Fadin)

Kurs in Neckarelz begeistert Teilnehmende

Von Steffen Fadin/Sabine Herkert-Schork

Neckarelz. Dieser Tag fand der erste Sensenkurs der Ländlichen Heimvolkshochschule (LHVHS) Neckarelz statt – ein Tag im Zeichen des praktischen Naturschutzes und traditionellen Handwerks. Unter der fachkundigen Leitung von Stephan Konzack, zertifizierter Sensenlehrer des Deutschen Sensenvereins, erlernten die Teilnehmenden das Mähen mit der Sense in Theorie und Praxis – ganz ohne Motorenlärm oder Abgase. Der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Neckar-Odenwald-Kreis e. V. unterstützte die Veranstaltung finanziell und förderte damit eine nachhaltige Form der Landschaftspflege.

Leise, effizient und tierfreundlich

Während des Kurses wurde immer wieder deutlich, welche ökologischen Vorteile die Sensenmahd bietet. Sie schont nicht nur Insekten, Kleintiere und Bodenstruktur, sondern funktioniert auch unabhängig von Strom oder Kraftstoff. Besonders für die Pflege extensiver Wiesen, Brachen oder Weinberge ist die Technik ideal geeignet. „Die Sense mäht immer – egal ob frühmorgens im Tau oder auf unebener Fläche“, so Konzack. Viele Teilnehmende empfanden die gleichmäßigen Bewegungen des Mähens als wohltuenden Ausgleich zum oft hektischen Alltag.

Praxisnahes Lernen auf zwei Mähflächen

Am Vormittag übten die Teilnehmenden das Mähen auf zwei unterschiedlich bewachsenen Flächen. Dabei wurde schnell klar: Ein niedriger, feiner Bestand stellt höhere Anforderungen an die Technik als ein überständiger. Besonders eindrucksvoll zeigte sich dabei Konzacks Grundsatz „80 % Technik, 20 % Kraft“. Mit dem richtigen Schwung und etwas Übung fanden die meisten Teilnehmenden zügig ihren eigenen Rhythmus.

Dengeln unter Obstbäumen

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Dengelns – der Kunst, die Schneide der Sense durch gezielte Hammerschläge zu schärfen. Im Schatten alter Obstbäume erklärte Konzack die Grundlagen, stellte verschiedene Dengelstöcke vor und brachte eigens Übungssensen mit. Jede und jeder konnte selbst ausprobieren, welche Technik am besten passte. So wurde das Dengeln greifbar und praxisnah vermittelt.

Begeisterung und Wunsch nach Wiederholung

Am Ende des Tages zeigten sich die Teilnehmenden durchweg begeistert. „Ich habe mich früher immer mit der Sense geplagt – jetzt weiß ich, wie leicht und effektiv sie sein kann“, resümierte ein Teilnehmer. Eine andere Teilnehmerin betonte: „Ich wollte einfach, dass dieses Wissen nicht verloren geht.“ Auch praktische Gründe spielten eine Rolle: „Wir haben einen kleinen Weinberg, den wir nun umweltfreundlich pflegen können – das Wissen aus dem Kurs hilft uns sehr.“

Bei Hefekuchen und Gesprächen im Grünen klang der Tag aus – verbunden mit dem Wunsch nach einer Fortsetzung. Auch Kursleiter Konzack war voll des Lobes: „Ein toller Kurs mit interessierten Teilnehmenden – die Organisation war vorbildlich. Das schreit nach einer Fortsetzung.“

So war dieser Tag nicht nur eine Rückbesinnung auf ein fast vergessenes Handwerk, sondern zugleich ein aktiver Beitrag zum modernen Naturschutz.

 

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