Wintervertreibung: Der Frühling kann kommen

Wintervertreibung: Der Frühling kann kommen
Wintervertreibung: Der Frühling kann kommen

(Foto: Helga Schwab-Dörzenbach)
Hettigenbeuern. (sch) Auch in diesem Jahr führten zahlreiche Kinder und Jugendliche aus dem Morretal den alten Brauch des Todaustragens aus. Gemäß dem an Lätare üblichen Brauch aus früheren Zeiten wurde am Sonntag nach dem Gottesdienst die mit Jacke und Hose bekleideten Strohpuppe – der "Dote" – durchs Ort getragen.

„Mir trache de Dote aus …. midde in de Faschde, de Leib Brot leit im Kaschde, es Messer leit denebe, de Käs werde zertrete; Eier raus, Eier raus vom Hühnerhausch", sangen die Kinder.

Beendet wurde der Umzug der Kinder dann mit dem Verbrennen der Strohpuppe an der Morrebrücke. Anschließend gingen die Kinder, noch wie früher, von Haus zu Haus und sammelten Eier und heutzutage erhalten sie mitunter auch Süßigkeiten. Die Eier werden gerecht verteilt nach der Regel: Wer vergangenes Jahr an den Kartagen am häufigsten beim Kärren dabei war, bekommt den größten Teil.

In Hettigenbeuern ist das Brauchtum zur Sommerbegrüßung um die Mittfasten seit Jahrzehnten Tradition. Die Anfänge sollen vor dem 19. Jahrhundert liegen. Es heißt, dass 1926 nur Buben das Spiel machten, der „Dote“ wurde damals an der Zittenfelder Gemarkung an der Morre verbrannt. Seit 1965 wird der Strohmann an der Morrebrücke im Ort verbrannt.

Früher war man schon davon überzeugt, dass mit dem „Todaustragen" und dem Verbrennen der Puppe endgültig der Winter vertrieben und ein notwendiger Beitrag zum Sprießen der Frühjahrssaat geleistet wird. Hoffentlich hat es der Winter mitbekommen und es wird bald wärmer.

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