(Foto: Jonas Weber)
Dilsberg. (jw) Die SPD-Kreistagsfraktion hat sich zu einer zweitägigen Klausurtagung getroffen, um die zentralen Herausforderungen für den Neckar-Odenwald-Kreis in den kommenden Jahren zu erörtern. Fraktionsvorsitzender Jürgen Mellinger begrüßte zu Beginn Landrat Dr. Achim Brötel und Kreiskämmerer Michael Schork, die die aktuellen Eckdaten des Kreishaushalts vorstellten.
Angespannte Finanzlage im Landkreis
Die finanzielle Situation bleibt schwierig. Bund und Land kommen ihren Verpflichtungen nicht im nötigen Umfang nach, sodass Leistungen der Landkreise nicht ausreichend refinanziert werden. Dies führt erneut zu einem deutlichen Defizit. Die Rücklagen werden vollständig aufgebraucht und die Kreisumlage muss erhöht werden.
Wirtschaftliche Impulse gefordert
Die SPD-Fraktion betonte, dass Kritik allein nicht genüge. Kreisrat Ralf Schnörr hob hervor, dass der Landkreis eigene Initiativen entwickeln müsse – insbesondere durch Impulse im Energiesektor, in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft sowie durch die Ansiedlung neuer Betriebe. Dies sichere Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven im Neckar-Odenwald-Kreis.
Zukunft der Kliniken im Fokus
Ein Schwerpunkt lag auf der Situation der Neckar-Odenwald-Kliniken und der medizinischen Versorgung. Kreisrat Valentin Hoß stellte Inhalte des beauftragten Gutachtens vor. Die Fraktion bemängelte, dass dieses in der vorliegenden Form keine tragfähige Grundlage für weitreichende Entscheidungen darstelle.
Sorgfalt statt Schnellschuss
Kreisrat Patrick Haag warnte vor überhasteten Beschlüssen. Die SPD-Fraktion fordert, dass der Kreistag in einer eigenen Klausurtagung alle möglichen Modelle umfassend prüft, bevor Entscheidungen getroffen werden.
Bürgerbeteiligung als Schlüssel
Kreisrat Julian Stipp betonte die Bedeutung einer frühzeitigen Einbindung der Bevölkerung. Nur wer informiert sei und eigene Fragen stellen könne, werde Entscheidungen langfristig mittragen. Transparenz sei daher Voraussetzung für eine tragfähige Lösung.
Fortschritte bei der Digitalisierung der Schulen
Positiv nahm die Fraktion den Stand der Digitalisierung an den beruflichen Schulen zur Kenntnis. Auf Nachfrage von Kreisrat Ralph Gaukel informierte die Verwaltung über den beauftragten Glasfaserausbau an allen bislang nicht mit Gigabit-Anschlüssen versorgten Standorten. Der Ausbau durch die Telekom soll bis Frühjahr 2026 abgeschlossen sein.
Dorothee Schlegel unterstrich abschließend die strategische Ausrichtung: Bildung, Gesundheit und wirtschaftliche Stärke seien die Säulen einer erfolgreichen Zukunft des Landkreises.
