Gedanken zum Dreikönigstag

Gedanken zum Dreikönigstag
Gedanken zum Dreikönigstag

Die Drei Könige der Krippe der St. Josefskirche in Mosbach. (Foto: privat)

Von Diakon Manfred Leitheim

Die Sternsinger sind wieder unterwegs. Mit dem Schriftzug: 20*C+M+B+26“ bringen Kinder und Jugendliche gute Neuigkeiten: Gott ist allen Menschen nahe. Sein Sohn ist geboren. Das feiern wir an Weihnachten. Und die Sternsinger wollen die Welt ein kleines Bisschen besser machen.

Mit „Schule statt Fabrik – Sternsinger gegen Kinderarbeit“ helfen sie Gleichaltrigen in Bangladesch. Die Kinder sollen nicht arbeiten müssen sondern in die Schule gehen. Und das Vorbild der Sternsinger ist eine unglaubliche Geschichte aus der Heiligen Schrift.

Klar, ausdrucksstark, in ihrer Kürze sehr spannend. Denn wer würde nicht gern wissen wollen, was das für ein neuer König ist, für den die Fremden so weit unterwegs waren, und wie der aktuelle König mit diesem neuen Konkurrenten umgeht und ob die Sterndeuter auf den königlichen Hinterhalt reinfallen? Es ist eine Geschichte mit Tiefgang, die immer wieder Grundlage war für Bilder, Geschichten, Lieder, Filme.

Es ist eine Geschichte mit Botschaft, die auch deshalb weitererzählt wurde: Irgendwann waren es drei Weise oder Könige mit Kamelen und ihrem großen Gefolge. Sie bekamen Namen, und sie repräsentieren unterschiedliche Erdteile und symbolisieren verschiedene Altersstufen. Es ist eine Geschichte, die Fantasien weckt und fasziniert.

Fasziniert waren wohl auch die Sterndeuter selbst. Weshalb sonst hätten sie sich auf den Weg gemacht, dem Stern zu folgen, den neuen König zu suchen? Wir kennen aus dem Text nicht mehr als diese wenigen Worte: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.“

Mit Sternen hatten sie es ja schon von Berufs wegen zu tun. Aber diesmal war wohl etwas ganz anders. Dieser Stern strahlte etwas aus, was tiefer ging. Auf jeden Fall war es so besonders, dass sie aufbrachen. Sie ließen alles andere zurück und machten sich auf die Suche. Sie folgten dem Stern und damit einer tiefen Sehnsucht. Mit diesem Stern verband sich für die weisen Männer eine Hoffnung und zwar nicht nur irgendeine kleine Hoffnung, sondern die große Hoffnung für ihr Leben.

Sie spürten in sich eine Ungeduld nach dem wirklich Wichtigen, nach dem letzten Sinn. Das war eine positive Ungeduld, wie wir sie von Kindern kennen, die die Welt entdecken wollen, weil sie ihnen so viel Besonderes zu bieten hat.

Oder wie sie Jugendliche haben, die sich nicht damit abfinden möchten, dass die Welt so ist, wie sie ist, und dabei vielen Menschen keinen echten Platz mehr bietet. Diese faszinierende Geschichte stellt einige Fragen an uns: Welchem Stern folgen wir? An welchen Stern hängen wir unsere Sehnsucht?

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