Ende gut, alles gut – zumindest aus weiblicher Sicht. Den „Rosenkrieg ums Schützenfest“ haben nämlich eindeutig die Frauen gewonnen, die reichlich überheblichen Herren der Schöpfung bekamen ihren verdienten Dämpfer. Und die Kolpingfamilie Mudau, deren Theatergruppe drei wunderbare Vorstellungen ablieferte, freute sich über die erneut sehr gute Besucherresonanz. (Foto: Simone Schölch)
Mudau (sis) „Der Rosenkrieg ums Schützenfest“ – war das jetzt die Geschichte einer weiblichen Emanzipation? Oder eine Parabel zum Sprichwort „Hochmut kommt vor dem Fall“? Darf man das so interpretieren? Vor allem aber war die Komödie, die die Theatergruppe der Kolpingfamilie Mudau dreimal in der sehr gut besuchten Odenwaldhalle aufführte, eines: kurzweilig und höchst amüsant. Damit entsprach die Vorstellung genau den Erwartungen der zahlreichen Zuschauer.
Ein großes Fest steht an
Die Geschichte ist schnell erzählt: Der Schützenverein „Knallerbsen“ feiert Jubiläum. Die Herren der Schöpfung und Honoratioren Mudaus – in Gestalt des überheblichen Wirts der „Rose“, Dieter, des überaktiven Schreiners und Feuerwehrkommandanten Eugen, des gerne „zu anderen Ufern aufbrechenden“ Friseursalonbesitzers Fred sowie des geschäftstüchtigen Schneidermeisters Erich – sind allesamt Schützenbrüder und sehr von sich überzeugt.
Die Damen nehmen den Kampf auf
Die Gattinnen Elsbeth und die resolute Gertrud sowie die trinkfeste Musikvereinsdirigentin Petronella samt der energischen Pfarrhaushälterin Henriette sind gewohnt, klein beizugeben. Doch als die neu Zugezogene Girlande Amsel, ein „gackerndes Luder“, auf den Plan tritt, wandelt sich die Situation und die Herren mutieren zu „Supergockeln“. Die neu Zugezogene hat zudem die Frechheit, Schützenkönigin werden zu wollen, was der Pfarrhaushälterin in die Quere kommt, die seit 30 Jahren ihren Traum verwirklichen möchte. ### Der Versuch, einen Skandal zu verhindern
Der Pfarrer versucht, die aufkommenden Konflikte zu schlichten. Gemeinsam mit Antonia, der Nichte der Pfarrhaushälterin und örtlichen Journalistin, möchte er das drohende „böische Blut“ verhindern. Dies gelingt jedoch nicht. Antonia hat alle Hände voll zu tun mit ihren Schlagzeilen, die von „Abgründen eines Schützenfestes“ bis hin zu „Mord im Schützenhaus!“ variieren. Zum Glück bleibt es bei Blessuren für die schöne Girlande, die beim Festumzug der neu gekürten Schützenkönigin Henriette und ihren Mitstreiterinnen mit wenig kleidsamen Kutten und roten Rosen „Hosianna“ huldigen müssen.
Freude über die gelungene Aufführung
„Ich will jo jetzt net schadefreudig sein… ich bin´s!“ bekennt Dirigentin Petronella und trifft damit den Nerv des Publikums. Die Sympathien sind klar verteilt – ein Verdienst der wunderbar aufspielenden Truppe, die durch Katja Hemberger und Luca Grimm verstärkt wurde. Der Aufwand, der betrieben wird, ist beachtlich und wird von der Kolpingfamilie unter der Leitung von Manfred Dambach organisiert.
Zum Abschluss gilt ein besonderer Dank den vielen Helfern und dem Publikum, das diesen Aufwand durch die große Resonanz einmal mehr gewürdigt hat.
