Bundesländer bündeln die Tierkörperbeseitigung

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Hochrangige Vertreter wie Staatssekretärin Sabine Kurtz (Baden-Württemberg), Staatssekretär Michael Hauer (Rheinland-Pfalz), Abteilungsleiter Tim Otto in Vertretung für Staatssekretär Thul (Saarland), Ministerialdirigent Gerhard Zellner (Bayern) sowie Verbandsvorsitzender Landrat Dr. Achim Brötel (ztn Südwest) und der Geschäftsführer Jürgen Eirich mit dem Verbandsvorsteher Bernd Knöppel (ZTN Rheinland-Pfalz/Saarland) bei der offiziellen Vorstellung des Zweckverband tierischer Nebenprodukte (ztn) Südwest in Frankenthal. (Foto: pm)

Gründungsversammlung in Frankenthal

Frankenthal. (pm) Die Entsorgung toter Nutztiere und tierischer Nebenprodukte geschieht meist im Hintergrund, fernab öffentlicher Aufmerksamkeit. Umso bemerkenswerter ist aber ein Schritt, der zum Jahresbeginn vollzogen wurde.

Seit Jahresbeginn haben sich zwei Zweckverbände zur Tierkörperbeseitigung zu einem neuen Großverband zusammengeschlossen. In Frankenthal wurde der Beitritt des ZTN Rheinland-Pfalz/Saarland zum „Zweckverband tierischer Nebenprodukte (ztn) Südwest“ nun offiziell und im Beisein von hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern von gleich vier Landesregierungen vorgestellt.

Darunter fanden sich Staatssekretärin Sabine Kurtz (Baden-Württemberg), Staatssekretär Michael Hauer (Rheinland-Pfalz), Abteilungsleiter Tim Otto in Vertretung für Staatssekretär Sebastian Thul (Saarland) und Ministerialdirigent Gerhard Zellner (Bayern). Damit sind vier Bundesländer in einer gemeinsamen Struktur organisiert.

Insgesamt umfasst der Verband nun 60 Stadt- und Landkreise. Das Entsorgungszentrum bleibt in Hardheim, wo zuvor die Verwertung für 18 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg und Bayern erfolgte.

Der Verband ist zuständig für die Entsorgung tierischer Nebenprodukte wie Schlachtabfälle und von sogenannten Falltieren. Das sind Nutztiere wie Rinder oder Schweine, die verendet sind, bevor sie geschlachtet werden konnten.

In der Tierkörperbeseitigungsanlage werden diese Tiere zu verwertbaren Produkten wie Tiermehl oder Tierfett verarbeitet. Tiermehl dient überwiegend als Brennstoff in Kraftwerken und der Zementindustrie oder wird als organischer Dünger eingesetzt. Tierfette finden Verwendung in der chemischen Industrie, etwa als Schmierstoffe oder zur Herstellung von Biodiesel.

Mit dem Beitritt der Mitglieder aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland gewinnt der Zweckverband deutlich an wirtschaftlicher Stärke. Und für den Standort Hardheim bedeutet das vor allem Planungssicherheit: Die zusätzlichen Mengen gleichen die Rückgänge der vergangenen Jahre aus und sorgen für eine höhere Auslastung und so für einen wirtschaftlicheren Betrieb. Bauliche Erweiterungen sind dennoch nicht erforderlich. Die internen Abläufe sind bereits im Vorfeld der Fusion weiter optimiert worden.

Aber auch für die neuen Mitglieder ergeben sich wirtschaftliche Vorteile. Bisher wurde die Entsorgung dort über einen beliehenen privaten Unternehmer organisiert. Der bisherige Verarbeitungsbetrieb in Rivenich wird zum Zwischenbehandlungsbetrieb umgewidmet, der Zwischenbehandlungsbetrieb Karlsruhe deutlich erweitert und Aarbergen kommt als Logistikstandort dazu.

Unter dem Dach des Zweckverbands lassen sich nun Entgelte und Umlagen trotz steigender Kosten stabil halten. Insgesamt sollen durch die neue Verbandsstruktur rund ein Drittel der bisherigen Kosten eingespart werden. Das eröffnet Spielräume: Die Entsorgungspreise für Erzeuger könnten unter kommunaler Regie wieder sinken, was Landwirte und Schlachtbetriebe entlastet.

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Neben wirtschaftlichen Aspekten spielt auch der Seuchenschutz eine Rolle. Größere, einheitlich organisierte Strukturen verbessern die Reaktionsfähigkeit bei Tierseuchen und erhöhen die Sicherheit in der Entsorgungskette.

Verbandsvorsitzender Landrat Dr. Achim Brötel zeigt sich beim offiziellen Zusammenschluss in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) entsprechend zufrieden. Die Fusion sei ein langer Prozess gewesen, der nun erfolgreich abgeschlossen worden sei.

Besonders hob er hervor, dass in Rheinland-Pfalz und im Saarland die Entsorgung nun wieder in die kommunale Verantwortung zurückkehre – eine Lösung, von der alle Beteiligten profitierten. „Die Entsorgung tierischer Nebenprodukte ist keine normale Dienstleistung, sondern sie ist im Kern eine hoheitliche Pflichtaufgabe.

Wer diese Aufgabe aus der Hand gibt, riskiert deshalb immer, dass dann wirtschaftliche Interessen höher gewichtet werden als das Gemeinwohl“, so der Landrat. Bei der Tierkörperbeseitigung gehe es um eine zentrale Aufgabe für den Schutz von Mensch, Tier und Umwelt. „Kommunale Träger handeln im Interesse übergeordneter Ziele und garantieren zudem eine verlässliche, flächendeckende Aufgabenwahrnehmung – auch und gerade in Krisenzeiten wie bei Tierseuchen oder Pandemien.

Das gibt uns ein Mehr an Sicherheit und Transparenz. Wir gehen heute als Dienstleister für die Vieh- und Fleischwirtschaft einen wichtigen Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen, umweltfreundlichen und zugleich wirtschaftlichen Entsorgung tierischer Nebenprodukte.“

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