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Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Neckargerach-Zwingenberg
Neckargerach (jw) Der Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Neckargerach-Zwingenberg fand im Grünen Baum in Neckargerach statt. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Themen, die den ländlichen Raum konkret bewegen. Hierbei ging es um starke Kommunen, verlässliche Rahmenbedingungen für das Handwerk und die Wirtschaft sowie um eine Politik, die nah bei den Menschen bleibt.
Begrüßung durch den stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden
Jonas Weber, der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Referenten Ralf Schnörr, Kreisrat und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, sowie Patrick Haag, den SPD-Landtagskandidaten für den Neckar-Odenwald-Kreis. Auch Bürgermeister Norman Link und Vertreter anderer Parteien waren anwesend.
In seiner Begrüßung hob Weber die besondere politische Kultur vor Ort hervor und betonte, dass Bund und Land viel von Neckargerach lernen könnten. Er wünschte sich eine konstruktive Zusammenarbeit der verschiedenen politischen Akteure, bei der unterschiedliche Meinungen zwar wichtig sind, am Ende jedoch Lösungen erzielt werden, die den Menschen zugutekommen. Dies zeige sich in Neckargerach an bedeutenden Projekten der letzten Jahre, wie der Sicherstellung von Abwasser und Trinkwasser sowie der Entwicklung der Ortsmitte.
Handwerk und seine Herausforderungen
Ralf Schnörr thematisierte die gegenwärtigen Herausforderungen des Handwerks. Bürokratie, Fachkräftemangel und ein langanhaltend schwaches Wirtschaftswachstum setzten viele Betriebe zu. Besonders in Baden-Württemberg seien diese Entwicklungen negativ zu spüren. Schnörr betonte, dass viele mittelständische Unternehmen schließen, nicht weil sie wirtschaftlich nicht tragfähig wären, sondern weil sie an der zunehmend wachsenden Bürokratie scheitern. Die umfangreichen Berichtspflichten binde immer mehr Zeit, was zu Lasten von Familie, Betrieb und Gesundheit gehe. Diese Situation sei auch eine Folge einer Landespolitik, die es versäumt habe, den Mittelstand zu entlasten.
Patrick Haag stellt sich vor
Patrick Haag stellte sich den Gästen vor. Er ist Kreis- und Gemeinderat, ausgebildeter Landschaftsgärtner und aktuell als Hausmeister bei der Gemeinde Aglasterhausen tätig. Zudem engagiert er sich seit vielen Jahren ehrenamtlich, etwa bei der Feuerwehr. Haags persönliche Erfahrungen prägen seinen Blick auf die Politik, da er die Herausforderungen im Alltag und im Ehrenamt aus eigener Anschauung kennt. Er berichtete von Gesprächen mit Unternehmen in der Region, die ihre Glasfaseranschlüsse selbst ausbauen müssten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies interpretiert er als ein Zeichen politischen Versagens der grün-schwarzen Landesregierung.
Praxisnahe Politik und der Dialog mit den Bürgern
Laut Haag müsse die Politik wieder praxisnah werden, indem sie zuhört und Lösungen anbietet, die vor Ort funktionieren. Im Hinblick auf die Kommunalpolitik stellte er heraus, dass der Grundsatz gelten müsse, Aufgaben sinnvoll zu finanzieren. Das Land und der Bund dürften die Kommunen nicht im Stich lassen. Außerdem sei ein konsequenter Bürokratieabbau notwendig, damit Betriebe und Kommunen wieder handlungsfähig seien.
Während des offenen Austausches wurden zahlreiche Themen angesprochen, darunter die unzureichende Mobilfunkversorgung, die Situation in den Kindertagesstätten sowie die Zukunft der NOK-Kliniken. Ralf Schnörr und Patrick Haag informierten über den aktuellen Stand und ein Gutachten, das den Ausbau des Standorts Buchen und eine Reduktion des Standorts Mosbach empfehle. Diese Entscheidung sei von großer Bedeutung für den Kreistag, da die bestehende Entscheidungsgrundlage unzureichend sei. Auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion solle deshalb eine öffentliche Klausurtagung durchgeführt werden.
Abschließend wies Patrick Haag darauf hin, dass bei solch bedeutenden Entscheidungen die Bürger einbezogen werden müssen. Auf Druck der SPD-Fraktion werde die Landkreisverwaltung Bürgerdialoge in allen sieben Kreistagswahlkreisen organisieren.
Appell zum Dialog
Jonas Weber schloss den offiziellen Teil der Veranstaltung mit dem Appell, im Dialog zu bleiben. Vertrauen und tragfähige Lösungen könnten nur durch ständigen Austausch entstehen.
