(Foto: Liane Merkle)
Mudau. (lm) „Spreisels-Sunndaach 10.31 vorm Rothausch“ – treffen sich die Gruppen der Spreiselesvokääfer schon traditionell, um ihre Leiterwagen mit Spreisele vollzuladen, letzte Infos vom närrischen Vortag auszutauschen.
Wie zum Beispiel – wer die Karnevalsgesellschaft der Mudemer Wassersucher wo bei einem befreundeten Fastnachtsverein vertreten hat. Und dann singen sie sich erst mal zum Geklapper ihrer Spreisele ein; „Leijt kaaft Spreiseli, lalala, Leijt kaaft Spreisei, lalalalalala, es Bündel for en Euro oder mehr!“
In diesem Jahr hat diese fleißig Truppe alle Rekorde gebrochen, denn es hatten sich so viele Spreiselesvokääfer eingefunden, dass die Rathaustreppe erstmals entschieden zu klein war. Dafür können theoretisch alle Mudemer ein Bündel der 1.600 Stück erwerben. Bleibt zu hoffen, dass den Gruppen alle Türen geöffnet werden.
Die Tradition des Spreiselesvokaafe am Fastnachtssonntag rührt von der Zeit, als die Menschen im Mudauer Odenwald noch überwiegend bitter arm vom Rest der Welt ziemlich abgeschnitten war und die Allerärmsten Spreisele im Wald sammelten, um sie verkleidet an Fastnacht an die Leute zu bringen, denn dann waren die „Arme Deifel“ eben nicht zu erkennen.
Die KaGeMuWa hält diesen Brauch hoch und kann so den Narrensamen fördern, aber auch aufmerksam machen, wie gut es uns heute geht.
