Meisterwerke der französischen Literatur

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(Foto: pm)

Sternstunde im Mehrgenerationen-Treff

Osterburken. (pm) Nach dem kulinarischen Auftakt ins „französische Jahr“, organisiert vom Hondschoote-Partnerschaftsverein, dem Mehrgenerationen-Treff (MGT) und der Mediathek Osterburken, stand im Dezember die fast tausendjährige Entwicklung der französischen Literatur bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im Mittelpunkt.

Dr. Ernst Seibold, Co-Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, riss das Publikum mit einem frei gehaltenen Vortrag mit, der über zwei Stunden ganz ohne Laptop und Beamer auskam. „Eine Sternstunde des Mehrgenerationen-Treffs“, fasste MGT-Sprecher Joachim Peters den Abend in seinem Dankeswort zusammen.

Von den Anfängen bis zur Renaissance

Als ältester französischer Text gilt die französische Fassung der Straßburger Eide, die 842 von Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen auf Altfranzösisch sowie auf Althochdeutsch abgelegt wurden. Dr. Seibold spannte von dort den Bogen über prägende Gattungen des Mittelalters und der Renaissance, darunter das Rolandslied als Beispiel des Heldenepos und der höfische Roman, etwa „Perceval oder die Geschichte vom Gral“. Für die Lyrik stand Pierre de Ronsard, während François Rabelais mit den sprachprägenden Geschichten um Gargantua und Pantagruel eine Sonderstellung einnahm.

Barock und Klassik: Bühne, Fabel und Tragödie

Die zweite Station führte in Barock und Klassik. Im Zentrum standen Pierre Corneille, unter anderem mit „Der Cid“, Jean de La Fontaine mit seinen Fabeln, Molière mit Komödien wie „Der eingebildete Kranke“ sowie Jean Racine, etwa mit „Phädra“. Damit zeigte der Abend, wie stark Theater und Dichtung das literarische Selbstverständnis Frankreichs in dieser Epoche prägten.

Aufklärung: Literatur im Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft

Als dritte und letzte Station stellte Dr. Seibold die Aufklärung vor und machte deutlich, wie eng Literatur, Ideen- und Zeitgeschichte miteinander verbunden sind. Thematisiert wurden Montesquieu mit „Vom Geist der Gesetze“, die Enzyklopädisten um Denis Diderot, Jean-Jacques Rousseau mit „Vom Gesellschaftsvertrag“, „Julie oder Die neue Héloïse“ und „Émile oder Über die Erziehung“ sowie der Marquis de Sade, unter anderem mit „Justine“.

Textbeispiele, Büchertisch und Ausblick auf die nächsten Termine

Textzitate, an passenden Stellen durch Originale illustriert, unterstützten die Darstellung; zudem wurde die literarische Entwicklung jeder Epoche in ihren gesellschaftlich-politischen Kontext eingeordnet. Am Büchertisch kamen weit über 50 Titel zusammen, die Teilnehmende beisteuerten und die zum Austausch und Schmökern einluden.

Bernhard Six stellte zweisprachige, von ihm übersetzte und veröffentlichte Ausgaben vor, darunter Texte von Maurice Leblanc mit Arsène Lupin („Die Blonde Dame“ und „Die jüdische Lampe“) sowie von Colette („Die Ranken des Weinstocks“, „Gigi“) zur Verfügung.

Unter den Gästen waren auch Bürgermeister Jürgen Galm und als Besucherin aus Hondschoote die Lehrerin Hélène Schricke, die sich im Jugendaustausch engagiert; wie viele im Publikum nahmen beide zuvor an der Jahreshauptversammlung des Partnerschaftsvereins im MGT teil.

Der zweite Teil der Reihe, mit Schwerpunkt auf dem 19. Jahrhundert, folgt am 16. Juli, der dritte Teil zur modernen französischen Literatur am 03. Dezember. Bereits am 16. April lädt ein Sonder-Büchercafé unter dem Titel „Französische Krimis“ ein.

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