Ein Adelsheimer für Adelsheim

Ein Adelsheimer für Adelsheim
Ein Adelsheimer für Adelsheim

Robert Herbinger-Moser in Adelsheim. (Foto: privat)

Bürgermeister-Kandidatur angekündigt

Adelsheim. (pm) Die politische Zukunft der Stadt Adelsheim nimmt Konturen an. Angesichts der möglichen Wahl von Amtsinhaber Wolfram Bernhardt zum Oberbürgermeister in Weinheim bringt sich ein erfahrener Verwaltungsexperte mit tiefen lokalen Wurzeln in Stellung. Robert Herbinger-Moser hat offiziell bekannt gegeben, dass er im Falle einer Neubesetzung als Kandidat für das Bürgermeisteramt in seiner Geburtsstadt Adelsheim antreten wird.

Zwischen Resilienz und Heimatverbundenheit

Robert Herbinger-Moser (55) ist ein „Adelsheimer Eigengewächs“. Sein Lebensweg ist geprägt von einer beeindruckenden persönlichen Geschichte, die ihn früh lehrte, Hindernisse in Stärken zu verwandeln. Von Geburt an mit einer starken Sehbehinderung (Grüner Star) konfrontiert, musste er aufgrund fehlender Inklusionsangebote seine Kindheit unter der Woche in einer Spezialeinrichtung in Mannheim verbringen.

„Diese Zeit fern der Heimat, in einem Umfeld mit Kindern aus schwierigsten sozialen Verhältnissen, hat mich früh gelehrt, mich durchzusetzen, aber auch, anderen mit Empathie zu begegnen“, reflektiert Herbinger-Moser heute. „Meine Resilienz und meine Menschenkenntnis sind das Fundament meiner Arbeit.“

Mit 14 Jahren kehrte er ans Adelsheimer Aufbaugymnasium zurück und festigte seine Verbundenheit zu seiner Heimatstadt, die er trotz seines heutigen Wohnsitzes in Osterburken nie aus den Augen verlor.

Über 30 Jahre Verwaltungserfahrung

Beruflich bringt Herbinger-Moser eine Expertise mit, die nahezu alle Facetten der Kommunalverwaltung abdeckt. Nach seiner Ausbildung im bayerischen Staatsdienst und Stationen in der Justizverwaltung (JVA Heilbronn und Adelsheim) wechselte er 1999 zur Stadtverwaltung Osterburken. Dort begleitete er den Aufbau eines der ersten Bürgerbüros im Landkreis als Teamkoordinator und ist bis heute als erfahrener Standesbeamter tätig.

Seit 2021 leitet er das Ordnungsamt in Osterburken und verantwortet damit sensible Bereiche wie das Feuerwehrwesen sowie den Zivil- und Bevölkerungsschutz. Besonders seine Arbeit im Krisenmanagement – etwa in Kooperation mit der EnBW oder bei der Unterbringung von Geflüchteten – hat ihn als krisenfesten Entscheider profiliert. Zusätzlich ist er seit über 25 Jahren als Verbandsrechner für den Gemeindeverwaltungsverband Osterburken und den Zweckverband RIO tätig. Diese Rolle macht ihn zu einem Experten für interkommunale Zusammenarbeit und regionale Wirtschaftsförderung.

Das Ehrenamt als „Herzschlag der Kommune“

Für Herbinger-Moser ist das Ehrenamt mehr als eine Freizeitbeschäftigung – es ist das „Rückgrat einer lebendigen Gemeinde“. Als ehemaliger aktiver Feuerwehrmann, langjähriger Schatzmeister des SV Osterburken und Vorsitzender des Pfarrgemeinde- und Stiftungsrats kennt er die Sorgen der Vereine aus erster Hand.
„In Zeiten knapper Kassen füllen die Ehrenamtlichen die Lücken, die der Staat oft nicht mehr schließen kann. Ob Brauchtumspflege, Sport oder Kultur – ohne diesen Einsatz driftet die Gesellschaft auseinander“, so Herbinger-Moser.

In Adelsheim sowie den Ortsteilen Leibenstadt und Sennfeld möchte er eine ausgeprägte Anerkennungskultur etablieren. Sein Ziel: Die Verwaltung muss vom „Bedenkenträger“ zum „Ermöglicher“ für Vereine werden.

Politische Schwerpunkte: Dialog und ehrliche Politik

Inhaltlich setzt der Kandidat auf drei Kernpfeiler:

  1. Interkommunale Synergien: Durch die Bündelung von Kompetenzen innerhalb der RIO-Gemeinden sollen Arbeitsplätze gesichert und die Verwaltung effizienter und bürgerfreundlicher gestaltet werden.
  2. Ehrlichkeit in der Finanzpolitik: Herbinger-Moser warnt vor leeren Versprechungen. „Ich werde nichts zusagen, was finanziell nicht darstellbar ist. Große Worte helfen niemandem, wenn die Kassen leer sind.“
  3. Bürgernähe durch Dialog: Unter dem Motto „Wissen, wo der Schuh drückt“ – eine Hommage an seinen Großvater, der in Adelsheim Schumachermeister war – sucht er das direkte Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den Mitgliedern des Gemeinderates. „Ich möchte unkonventionelle Vorschläge annehmen und gemeinsam mit dem Gemeinderat Wege finden, die auch mal um die Ecke gedacht sind.“

Persönliches und Ausblick

Robert Herbinger-Moser ist seit 2002 mit seiner Frau Claudia verheiratet. Die beiden haben zwei erwachsene Söhne und leben mit ihrer Goldendoodle-Hündin Bella im Eigenheim. Seine schwere Sehbehinderung gleicht er heute routiniert mit modernen Hilfsmitteln aus – für ihn kein Hindernis, sondern ein Teil seiner Identität, der für Durchhaltevermögen steht.

„Die Kandidatur von Wolfram Bernhardt in Weinheim hat viele Fragen zur Zukunft unserer Stadt aufgeworfen. Mit meiner Ankündigung möchte ich frühzeitig Klarheit und Verlässlichkeit bieten“, so Herbinger-Moser abschließend. Eine offizielle Kandidatur erfolgt unmittelbar nach der Entscheidung in Weinheim.

Die Wahl an der Bergstraße findet am 03. Mai statt. Sollte es an diesem Tag keine Entscheidung geben, wird am 17. Mai ein zweites Mal gewählt.

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