Von Namibia ins Wasserschloss

Ölbild brachte Heimat nach Afrika

Von Namibia ins Wasserschloss

(Foto: Liane Merkle)

Großeicholzheim. (lm) Der „Tag des Museums“ wurde im Großeicholzheimer Museum am Wasserschloss noch „gekrönt“ durch eine wertvolle Bildübergabe. Im gut besuchten Museumscafé konnte Günter Schmitt-Haber in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins „Großeicholzheim und seine Geschichte“, kurz GusG, das ebenso alte wie viel gereiste Ölgemälde, das die Wettgasse mit Blick auf die evangelischen Kirche zeigt, aus den Händen von Wiltrud Malone entgegen nehmen und zusammen mit Bürgermeister Thomas Ludwig und Ortsvorsteher Reinhold Rapp enthüllen und der Öffentlichkeit präsentieren.

„Ein bedeutender Tag für Großeicholzheim und das Museum“, dankte der Bürgermeister der Spenderin und bemerkte, dass man die Wurzeln der an sich schriftdeutsch sprechenden Gönnerin deutlich an ihrer Aussprache von „Aichelze“ und ihrer Kenntnis der örtlichen Hausnamen heraushören könne. Die Geschichte dieses Bildes ist tatsächlich etwas ungewöhnlich. Die Mutter von Wiltrud Malone, geb. Kühn aus Sinzheim bei Baden-Baden, war eine geborene Rosa Bangert und stammt „aus dem Hof links neben der katholischen Kirche“. Deren Schwester Anna, verheiratete Leppert, war mit ihrem Mann nach Namibia ausgewandert und bat sie um ein Stück Heimat, das sie in Afrika bei sich haben könnte.




Daraufhin gab Anna Kühn eine kleine Bleistiftzeichnung, die ein Herr Käser (Kollege ihres Vaters) 1931 angefertigt hatte, als Vorlage für ein größeres Ölgemälde an Elmar Oszfeld. Das fertige Bild wurde 1948 auf den Weg nach Namibia gebracht, von wo es 1962 mit der Tante auch den Weg zurück nach Deutschland fand. Nach deren Tod gab deren Tochter Ingrid, die so gar keinen Bezug zu Großeicholzheim hatte, das Bild an ihre Cousine Almut Malone weiter, die ihrer Mutter zu Liebe immer wieder einen Platz für das gute Stück in ihrer Wohnung fand.

Nachdem Wiltrud Malone, die regelmäßig in Kontakt mit ihrer Großeicholzheimer Verwandtschaft stand und als Kind auch unvergessliche Ferien hier verbracht hatte, von dem tollen Heimatmuseum des Vereins GusG hörte, war es ihr ein Anliegen, das Bild im Wasserschloss unterzubringen. „Für ein so idyllisches Gemälde hat es inzwischen genug Jahre und Kilometer und Kilometer auf dem Buckel und es gehört nach Aichelze“. Günter Schmitt-Haber und der Bürgermeister dankten ihr und ihrem Ehemann John mit einem Präsent für die großzügige Spende. 

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