(Foto: pm)
Nervenaufreibende Arbeit für den Tierschutz
Dallau. (pm) Tierschutz ist als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Der Landkreis ist für die Überwachung des Tierschutzgesetzes zuständig, während die Kommunen als Fundtierbehörden agieren. Den praktischen Tierschutz vor Ort leisten oft Ehrenamtliche und gemeinnützige Vereine. Im Neckar-Odenwald-Kreis setzt sich der Tierschutzverein Mosbach und Umgebung e.V. für das Wohl der tierischen Bevölkerung ein.
Mitgliederversammlung des Vereins
Der gemeinnützige Verein, der mit seinem Tierheim in Dallau das Zuständigkeitsgebiet des Neckar-Odenwald-Kreises und der Stadt Eberbach mit rund 160.000 Menschen abdeckt, hielt kürzlich seine jährliche Mitgliederversammlung ab. Dabei wurde das zentrale Thema der Finanzierung des regionalen Tierschutzes erneut deutlich.
Finanzielle Herausforderungen
Bei der Betrachtung des Haushaltsjahres 2025 erläuterte die 1. Vorsitzende Stefanie Lörsch das Grundproblem. Zu den verlässlichen Einnahmen des Vereins gehören Mitgliedsbeiträge, Patenschaften, Zuschüsse von Behörden sowie Gemeindeanteile. 2025 machten diese etwa 30 Prozent der Einnahmen aus. Alle weiteren Einnahmen wie Erlöse aus Vermittlungen, Veranstaltungen, Flohmärkten und vor allem Geldspenden sind nicht planbar und stellen einen großen Unsicherheitsfaktor dar. Diese Einnahmen machen jedoch mit knapp 70 Prozent den Großteil der Gesamteinnahmen aus.
Dank für Unterstützung und Unsicherheiten
„Die nicht planbare Haushaltslage macht uns das Tagesgeschäft schwer“, erklärte die Vorsitzende. Dank tierlieber Menschen, die 170.000 Euro in ihrem Testament hinterlassen haben, konnte der Verein aufatmen. Dennoch bleibt offen, wie viele Einnahmen aus diesem Bereich im Jahr 2026 zu erwarten sind.
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Die finanzielle Situation war im Oktober kritisch, als das Delta zwischen Einnahmen und ausstehenden Ausgaben bei über 80.000 Euro lag. Ein Hilferuf mobilisierte die Bevölkerung, und zahlreiche Spenden retteten den Tierschutzverein innerhalb weniger Wochen.
Maßnahmen zur Stabilisierung
„Auch wenn wir für diese unglaubliche Unterstützung sehr dankbar sind, ist es für uns trotzdem nervenaufreibend“, so das einständige vierköpfige Vorstandsteam. Rechnerisch konnte der Betrieb des Tierheims ab dem Frühjahr nur durch Spenden und Vermächtnisse aufrechterhalten werden. Größere Anschaffungen und notwendige Baumaßnahmen sind unter diesen finanziellen Bedingungen kaum plan- oder realisierbar.
Fortschritte im Kastrationsprojekt
Dank enger Zusammenarbeit mit 26 von 28 Vertragsgemeinden konnte eine Katzenschutzverordnung erlassen werden (NZ berichtete), die den rechtlichen Rahmen zur Reduzierung der Katzenpopulation schafft. Der Tierschutzverein finanzierte im letzten Jahr rund 320 Kastrationen, bevor die Aktion aufgrund finanzieller Engpässe im Oktober unterbrochen werden musste.
Ausgabensenkung und Mitgliederwerbung
Ein großes Ziel des Vereins ist es nicht nur, die verlässlichen Einnahmen zu erhöhen, sondern auch die Ausgabenseite zu senken. Die Personalkosten für den Tierheimbetrieb stellen den größten Ausgabeposten dar. Der Verein hat durch Personalreduzierung ein entscheidendes Zeichen gesetzt. Zudem ist die Erhöhung der Mitgliederzahl von großer Bedeutung, da 333 Menschen den Verein derzeit unterstützen.
Dank an Helfer und Ehrenamtliche
Ein abschließender Dank des Vorstands richtete sich an das Tierheimteam und die zahlreichen Helfer. Ob bei der täglichen Tierpflege, Gartenarbeiten, als Pflegestelle oder bei Veranstaltungen – jeder Einsatz ist wertvoll und trägt zum Erfolg des Tierschutzvereins bei.
