Großeicholzheim: Flüchtlingsunterkunft stand offen

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Tag der offenen Tür – Experten beantworteten Fragen der Besucher –

Großeicholzheim. (lm) Tag der offenen Tür in der neuen Gemeinschaftsunterkunft des Neckar-Odenwald-Kreises für Flüchtlinge im ehemaligen „Gasthaus Engel“ in Großeicholzheim und die interessierte Bevölkerung gab sich tatsächlich die Klinke in die Hand. Idee und Organisation zu diesem Präsentationstag vor Belegung der Räumlichkeiten ging vom Seckacher Arbeitskreis „Flüchtlingsbegleitung“ unter der Leitung von Inge Marie Bonin und Maxi-Monika Thürl sowie Ann-Kathrin Lamla und Barbara Schmitt von der Gemeindeverwaltung aus. Man bot Kaffee und Kuchen an, stand Rede und Antwort über den Integrationsstatus der bereits anwesenden Flüchtlinge im Wasserschloss und in der Klinge, zeigt den allgemeinen „Behördenweg“ der Menschen, die vor Krieg, Bomben und Tod weggelaufen sind sowie diverse Einzelschicksale an Stellwänden auf.

Doch man suchte auch nach weiteren Ehrenamtlichen, die der Meinung sind, dass man die Flüchtlinge dort abholen muss, wo sie jetzt stehen. Dass man ihnen zeigen muss, wie Deutschland funktioniert, ihnen die deutsche Sprache näherbringt, mit ihnen Sport treibt und etwas unternimmt, damit sie Deutschland besser kennenlernen, ihre Fragen beantwortet und auch ihre Kultur kennen lernt. Es gibt viele Gründe, warum dieser Arbeitskreis sich so einsetzt. Einer davon ist das Ernstnehmen des eigenen christlichen Glaubens.

Fotoserie zum Artikel – Fotos: Liane Merkle

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Da es sich im Engel aber nicht um eine kommunale Anschlussunterbringung, sondern um eine Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises handelt, hatten sich mit dem Ersten Landesbeamten Dr. Björn-Christian Kleih, Architekt Achim Gerig, Bautechniker Daniel Emmenecker und Flüchtlingssozialarbeiter Patrick Sengstake auch dessen Vertreter bereit erklärt, der Einladung von Bürgermeister Thomas Ludwig zu folgen, um Fragen aus der Bevölkerung zu beantworten.

So erfuhren die Anwesenden beispielsweise auf direktem Weg, dass die Flüchtlingszuweisung auch für den Neckar-Odenwald-Kreis im Moment zurückgegangen ist. Im April erwartet man noch 88 Flüchtlinge, im Mai und Juni keine weiteren. Weiter informierte Dr. Kleih, dass aufgrund des abgesenkten Standards in Gemeinschaftsunterkünften nur Männer in diese kommen und zwar im Alter von 20 bis 50 Jahren mit Schwerpunkt auf die jüngere Generation.

Es wurde deutlich, dass der Neckar-Odenwald-Kreis für die Betreuung zuständig ist, die durch den Flüchtlingssozialarbeiter wohl alle zwei bis drei Tage erfolgen, aber durch die ehrenamtlichen Flüchtlingsbegleiter bereichert wird. Außerdem wird eine technische Rufbereitschaft eingerichtet. Auf Nachfrage bestätigte der Kleih, dass man bei der Belegung darauf achten wird, dass die Bewohner miteinander harmonieren. Bei der Aufenthaltsdauer in Großeicholzheim konnten für die einzelnen keine detaillierten Angaben gemacht werden, da diese abhängig sei vom Fortschritt des Verfahrens. Ganz sicher müsse man aber mit einer gewissen Fluktuation rechnen.

Ein weiteres Thema war das „Aushebeln“ des ungesunden Lebensrhythmus‘ Schlafen-Essen-Schlafen-Essen, darum kam die Frage auf, was Flüchtlingen arbeiten dürfen. Die Antwort war einfach: Jede Form von gemeinnütziger Arbeit, die nicht regelmäßig eingefordert und nicht entlohnt wird. Bürgermeister Ludwig machte sehr deutlich, dass er dank der Unterstützung durch den Arbeitskreis „Flüchtlingsbegleitung“ auf ein ganz normales Klima hoffe, wenn der „Engel“ erst einmal belegt ist.

Man darf optimistisch gespannt sein, ob sich sein Wunsch erfüllen wird, wenn die erste Belegung Mitte/Ende Mai erfolgt.

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(Foto: Liane Merkle)

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