Der Neckartal Radweg …

…und seine Highlights im Frühjahr


Die Neckarquelle in Schwenningen. (Foto: Wikipedia/Ssch/CC BY-SA 3.0)

(pm) Über eine Strecke von 410 Kilometern begleitet der Neckartalradweg den gleichnamigen Fluss von Villingen-Schwenningen bis nach Mannheim. Der ADFC klassifizierte die reizvolle Fahrradstrecke mit vier von fünf Sternen, das heißt, es handelt sich um eine Qualitätsroute von nationalem Rang. Gerade zum Frühlingserwachen entfaltet der Neckartalradweg seinen ganz eigenen Charme.

Reizvolle Aussichten: der Neckartalradweg für radelnde Genießer

Deutschlands Süden zeigt sich am Neckarufer von seiner schönsten Seite, steile Weinberge wechseln sich ab mit Wiesen, Wäldern, Burgen und Schlössern. Immer wieder tauchen prominente Städte und historische Ortschaften am Wegesrand auf, sodass auch der eifrigste Radler genügend Gelegenheiten findet, von seinem Drahtesel abzusteigen und sich dem ausgiebigen Sightseeing zuzuwenden. Der Abschnitt zwischen Nürtingen und Ludwigsburg beinhaltet sogar einen Trip durch Baden-Württembergs Hauptstadt Stuttgart. Ein genauer Blick auf die einzelnen Etappen und Sehenswürdigkeiten lohnt sich!

Von Nürtingen nach Esslingen schwillt der Neckar allmählich an

Die Große Kreisstadt Nürtingen liegt im Vorland der mittleren Schwäbischen Alb, von hier aus verbreitert sich der Neckar zusehends und wird zu einem immer mächtigeren Strom. Die 25 km lange, leicht zu bewältigende Etappe führt zunächst durch Wendlingen und dann Richtung Köngen, wo eine beeindruckende alte Bogenbrücke aus grauem Stein den Neckar überspannt. Mehr als 400 Jahre hat die Ulrichsbrücke dem Zahn der Zeit getrotzt, um sich nun als romantisches Kleinod zwischen tiefblauem Wasser und blühenden Bäumen zu präsentieren. Plochingen trumpft wenige Kilometer weiter mit einer sehenswerten mittelalterlichen Stadtkirche und der noch älteren, frühgotischen Ottilienkapelle auf.

Als spannender Kontrast zu diesen altehrwürdigen Gebäuden präsentiert sich Plochingens Hundertwasserhaus mit seinem 33 Meter hohen »Regenturm«, der von vier goldenen Kugeln geschmückt wird. Am Ende dieser Etappe wartet das hübsche Städtchen Esslingen, das einige der ältesten Fachwerkbauten unseres Landes beherbergt. Das alte Rathaus mit seiner strahlend roten Fassade und dem urigen Säulentürmchen am Giebel stammt aus dem Jahr 1430: ein wunderbarer Blickfang am ohnehin malerischen Rathausplatz.

Von Esslingen bis Stuttgart ist der Weinbau Thema Nummer 1

Die Esslinger haben sich direkt vor den Toren Stuttgarts angesiedelt, bis in die Neckarmetropole sind es nur noch etwa 11 Kilometer auf weiterhin leichter Strecke. In Stuttgart-Obertürkheim hat sich, wie könnte es anders sein, ein Weinbaumuseum angesiedelt, das die jahrtausendealte Weinkultur dieser Gegend thematisiert. Auch das berühmte Mercedes-Benz-Museum, weithin sichtbar durch seinen charakteristischen Stern, liegt nur einen Steinwurf vom Neckartal-Radweg entfernt. Und wer noch einen unterhaltsamen Zeitvertreib für den Abend sucht, könnte sein Glück bei den wöchentlichen Poker Cash-Games im Stuttgarter Casino versuchen. Strammer Radlerwaden reichen hier allerdings nicht aus; um siegreich hervorzugehen, sind grundlegende Poker Regelkenntnisse nicht ausreichend. Tiefergehende Strategien und das berühmte Pokerface sind auf jeden Fall unerlässlich. Der Abend lässt sich dann gemütlich in der Spielbank ausklingen lassen. Ohnehin lohnt es sich, in Stuttgart das Neckarufer zu verlassen und ein wenig durch die Stadt zu stromern, um beispielsweise den Schlosspark, den botanischen Garten, den Zoo und das Stadtzentrum zu besuchen.

Von Stuttgart nach Ludwigsburg entfaltet sich die fürstliche Pracht

Nun noch 22 Kilometer lang in die Pedale treten und schon ist das Ziel dieser Radtour erreicht: An die eher turbulente Strecke durch Stuttgarts Stadtgebiet schließen sich zahlreiche Weinberge auf steilen Trassen an. Der Max-Eyth-See erstreckt sich mitten in diesem Idyll, hier tummeln sich die erholungssuchenden Städter auf ihren Segel- und Tretbooten. Nachdem der Radler ein paar hübsche kleine Ortschaften und das Neckarbiotop Zugwiesen hinter sich gelassen hat, erreicht er die Drei-Schlösser-Stadt Ludwigsburg. Zunächst wartet das barocke Residenzschloss als ältestes noch erhaltenes Barockschloss in ganz Deutschland auf ihn, dem ein eigener Märchenpark angegliedert ist. Im Frühjahr frisch erblühende Alleen stellen die prachtvolle Verbindung zu zwei weiteren Schlössern dar, dem Jagdschloss Favorite und dem Seeschloss Monrepos, einem wahren Schmuckstück aus dem Rokoko. Auch Ludwigsburgs Innenstadt geizt nicht mit ihren Reizen, sie gilt als ein barockes Gesamtkunstwerk. Ein Highlight bildet der rechteckige Marktplatz, der von Arkadenhäusern und zwei Kirchen gerahmt wird.


Schloss Ludwigsburg. (Wikipedia/Giel/PD)

Zeitreise zurück bis zur Erfindung des Fahrrads

Wem bis hierher noch nicht die Puste ausgegangen ist, der darf selbstverständlich erneut auf sein Zweirad steigen und weitere sehenswerte Orte entlang des Neckars erkunden. Auf dem Weg warten beispielsweise noch Besigheim, Heilbronn, Gundelsheim, Neckargmünd und Heidelberg. Und nicht zu vergessen der Zielpunkt Mannheim, wo – wie passend! – Karl Freiherr von Drais im Jahr 1817 das Fahrrad erfand.

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