„Stickstoff im Wald ist tickende Zeitbombe“

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Symbolbild

(pm) „Der Waldzustand 2017 ist zwar um 1,8 Prozentpunkte besser als letztes Jahr (NZ berichtete), doch nach wie vor leidet der Wald unter den Folgen des Klimawandels und den viel zu hohen Stickstoffeinträgen aus Landwirtschaft und Verkehr.


Die dauerhaft hohe Stickstoffbelastung ist eine tickende Zeitbombe für unsere Waldökosysteme“, warnt der NABU-Landesvorsitzende und gelernte Förster Johannes Enssle. „Es ist nicht abzusehen, wann das System kippt. Zu viel Stickstoff für den Wald ist wie für uns Menschen zu viel Zucker – die Folge sind chronische Krankheiten und Fettleibigkeit. Während Stamm und Krone zulegen, stagniert das Wachstum der Wurzel, weil andere Nährstoffe fehlen und der Boden versauert. Die Bäume werden krank“, sagt Enssle.

„Ein Großteil des Stickstoffs stammt aus der Landwirtschaft. Die neue Düngeverordnung zeigt den richtigen Weg, aber reicht noch nicht aus. Der massive Stickstoffüberschuss in der Düngung muss beendet sowie nach Ausbringung sofort in den Boden eingearbeitet werden, so wie es schon in den landwirtschaftlichen Schulen vor 100 Jahren gelehrt wurde“, ergänzt NABU-Landwirtschaftsreferent Jochen Goedecke. „Die Politik muss daher gemeinsam mit den Akteuren aus Landwirtschaft und Verkehr Lösungen erarbeiten, um die Stickstoffemissionen konsequent zu reduzieren“, fordert NABU-Chef Enssle nach der Vorstellung des Waldschadensberichts durch Minister Peter Hauk.

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