10 Jahre Leben braucht Wasser

(Foto: Liane Merkle)

Zimmern. (lm) Mit der „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel eröffneten Nikola und István Koppányi von der Musikschule Bauland überaus würdig die Feierlichkeiten zum zehnten Geburtstag des Seckacher Förderkreises „Leben braucht Wasser“ in der „guten Stube“ von Zimmern.

Zahlreich waren die Gäste der Einladung des Vorsitzenden Bernhard Heilig gefolgt und zeigten sich begeistert von dem authentischen kulturellen und kulinarischen Angebot des Abends.

Der Gesangverein Seckach hatte zusammen mit einem eigens zusammengestellten Projektchor die Liedbeiträge als Geburtstagsgeschenk und einen Dankeschön-Blumenstrauß an Margarete Heilig im Gepäck, doch den Mammutteil des Begleitprogramms gestaltete die Gruppe „Alma Latina“ aus Heidelberg mit lateinamerikanischer Musik und ebensolchen Tänzen voll Farbe und Temperament.

Den überzeugenden kulinarischen Part hatte Bernhard Heilig mit Familie und Team bestritten und deren peruanisches Büffet ließ keine Wünsche offen. Der kulturelle Nachtisch setzte sich zusammen aus einem ebenso kurzen wie informativen Vortrag von Bernhard und Thomas Heilig über die Arbeit von „Leben braucht Wasser“ der vergangenen zehn Jahre, die mit dem erfolgreichen Projekt „Wasser für 1.000 Menschen in Mocupe“ mittels Einfachstpumpen begonnen hatte und sich über viel Aufklärungsarbeit in Sachen Wasser und Hygiene sowie noch mehr Erfahrungswerten über die Ärmsten der Armen in Peru, erfolglose Bohrversuche, Einrichtung einer Werkstatt vor Ort bis hin zu den jetzigen WASH-Projekten weiterentwickelt und aktuell 200 WASH-Anlagen (Trockentrenntoilette mit Häuschen, Duschkabine, Wasserbehälter auf dem Dach und Waschbecken sowie Pflanzenkläranlage mit Schulung) für Mocupe und Chincha im Visier hat.

Als weitere Inhalte der Vereinsziele gelten die Weiterentwicklung von angepassten Technologien zu einer nachhaltigen Wasserversorgung und die weitere Schulung der Menschen im Umgang mit Wasser und Hygiene. Das bedeutet aber auch permanente Fixkosten, um die Arbeiter in der eigenen Werkstatt bezahlen zu können, um den technischen Stand der bereits installierten Anlagen erhalten und verbessern zu können. Hinzu hat sich die Notwendigkeit herauskristallisiert, dass eine mobile Brunnenbohranlage angeschafft werden muss, die den steinigen Boden bis zu einer Tiefe von 50 Metern bewältigt, damit die für alle frustrierenden Fehlbohrungen endlich ein Ende haben.

Der Benefizgeburtstag sollte zur Finanzierung beitragen und wurde kräftig bereichert durch eine Privatspende in Höhe von 1.000 Euro von Andreas Böttcher, der die Arbeit von Bernhard Heilig aufrichtig bewundert.

Eine weitere Spende überreichte im Namen der Gemeinde Seckach auch Bürgermeister Thomas Ludwig als Dank für das aufopferungsvolle Wirken zum Aufbau leistungsfähiger Strukturen in der Wasserversorgung in Peru. „Es ist für uns kaum vorstellbar, dass es dort auch heute noch an vielen Orten kein fließendes Wasser aus der Leitung gibt und die hygienischen Verhältnisse äußerst unbefriedigend sind.“

Bernhard Heilig, seine Familie und der Förderkreis habe mit großem persönlichem Einsatz, technisch versiert und ebenso sensibel für die Gedankenwelt der Bewohner von Mocupe und Chincha schon für spürbare Verbesserungen gesorgt und sich auch von Rückschlägen nicht beirren lassen. Lob fand auch dessen Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern sowie sein Einfallsreichtum bei der Akquise von Fördergeldern und Spenden. „Sie sorgen Sie mit Ihren Aktivitäten dafür, dass die Öffentlichkeit in Seckach und in unserer ganzen Region Kenntnis von den Lebensverhältnissen in den ländlichen Regionen Perus erhält. Unterm Strich betreiben Sie somit auf beiden Seiten des Atlantiks Entwicklungshilfe in Bestform!“

Infos im Internet:

www.lebenbrauchtwasser-ev.de

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