Die Rückseite des Blutschreins mit Schutzglas, das durch die Nische berührt werden kann (li.). Engelskopf mit den Berührungsspuren der Pilger am Treppenaufgang zur Nische. (Fotos: Dörr)
Walldürn. (ad) Es ist immer wieder ein ganz besonderer Moment, wenn die beiden Doppelflügel des Blutaltars von vorne geöffnet oder geschlossen werden. Früher fand dies nur zu Beginn oder am Ende der vierwöchigen Hauptwallfahrtszeit im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes statt. Heute wird der Blutaltar auch an den Tagen geöffnet, an denen angemeldete Pilgergruppen nach Walldürn kommen, damit der Blutschrein sichtbar wird.
Örtlichkeit der persönlichen Einkehr
Was hingegen immer stattfindet, ist die Öffnung einer Nische auf der Rückseite des Blutaltars. Der Mesner oder einer seiner Stellvertreter öffnen und schließen diese kleine Flügeltüre aus Bronze, um den Gläubigen den Blick auf die Rückseite des Blutschreins zu ermöglichen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Silberschrein aus dem Jahre 1683, der aus Augsburg stammt und als das größte Reliquiar in Süddeutschland bezeichnet wird, zu berühren – jedoch nur durch eine Schutzscheibe, die am Blutschrein angebracht ist.
Ein mystischer Aufstieg
Der schmale Treppenaufgang hinter dem eigentlichen Blutaltar führt geheimnisvoll zu dieser Stelle, wo Pilger und Gläubige verweilen und sich innig mit dem kostbaren Blut Jesu Christi verbinden möchten. Bei jedem Hinaufsteigen zur Nische berühren die Menschen auch gerne die Köpfe der Engelsfiguren am Blutaltar, die bereits deutliche Spuren dieser Berührungen aufweisen.
Pilger und ihre Anliegen
In all den Jahrhunderten haben unzählige Pilgerinnen und Pilger diesen Blutaltar besucht und tun dies auch heute noch. Sie schöpfen Hoffnung und Zuversicht und zeigen ihre Dankbarkeit im Gebet für ihre eigenen Anliegen sowie für diejenigen, für die sie nach Walldürn gepilgert sind. Das Leitwort der diesjährigen Wallfahrtssaison, „Die Liebe hört niemals auf“ (1. Kor 13,8), das am Sonntag, 26. April, beginnt und das der Hauptwallfahrtszeit mit dem Start am Sonntag nach Pfingsten, 31. Mai, unterstreicht diese Sehnsucht der Pilger am Walldürner Gnadenort.
Festvortrag und Höhepunkt der Feierlichkeiten
Am Freitag, den 17. April, um 19.30 Uhr, findet zu diesem 400-jährigen Jubiläum des Blutaltars ein Festvortrag mit dem Würzburger Historiker Cornelius Lange im katholischen Gemeindezentrum statt. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten wird am Pfingstmontag, 25. Mai, um 10 Uhr im Rahmen eines Pontifikalamts mit dem Freiburger Erzbischof Stephan Burger in der Wallfahrtsbasilika zum Heiligen Blut stattfinden.