Balzeleerwachen in Adelsheim

Gäässwärmerzunft Alleze startet in die 5. Jahreszeit

Adelsheim. (kr) Dass die Gäässwärmerzunft Alleze gut gerüstet in die 5. Jahreszeit startet, bewies Sie beim traditionellen „Wecken des Balzele Schreiner“ am vergangenen Montag (11.11). Auch Adelsheims neuer Bürgermeister Wolfram Bernhardt feierte gemeinsam mit den Allezer Narren den Start in die Fasnacht 2019/2020.

Kleine Narren feierten bereits am Nachmittag

Das auch die kleinen Narren, groß feiern können zeigte sich bereits am Nachmittag. Denn bevor die traditionelle Weckzeremonie im idyllischen Museumshof begann veranstaltete die Zunft einen „11.11. für die Jüngsten“. Das Organisationsteam hat sich viele verschiedene Aktionen für die kleinen und größeren Kinder einfallen lassen. Ein Highlight war die fetzige Kinderdisco bei der zu den beliebtesten Fasnachtshits getanzt wurde. Am Büfett gab es eine Vielfalt an gespendeten Kuchen und Getränken.

Pünktlich um 17:33Uhr setzten sich die Fasnachter, musikalisch begleitet von der Feuerwehr- und Stadtkapelle Adelsheim, am Zunftheim in Bewegung. Angeführt von Hexen, Gäässen und Trachten sowie den Elferräten schlängelte sich der Fasnachtszug durch die Gassen der Schlossstadt zum Museumshof. Dort wurden sie bereits von einer stattlichen Anzahl fasnachtshungriger Besucher erwartet.

Gleich zu Beginn forderte Zeremonienmeister Gabriel Kaminski gemeinsam mit den vielen Schaulustigen die Balzele-Familie auf sich dem närrischen Volk zu präsentieren. „Balzele, wach uff, komm raus, mit dem Schloofe ists jetzt aus. Weck dei Fraa, s’is höchschti Zeit, die Fasenacht beginnt doch heit“. Nach mehrmaligem lautstarkem hämmern an die Tür des Bauländer Heimatmuseums erschien der schlaftrunkene Balzele-Schreiner gemeinsam mit Fraa un Kinner (Sebastian und Christina Hoarca mit Kindern) im Museumshof, leerte seinen Nachttopf und eröffnete mit dem Losungswort die neue Session: „Ich ruf Euch zu, des wär‘ gelacht, Alleze un kee Fasenacht – hört sich do net alles uff, die Gießkann her un Wasser druff“.

Fasnachtssucher beleuchteten Stadtgeschehen

Mit den Worten „Ahoi liewi Narre , ahoi liewi Leit. Die närrische Zeit, die beginnt hier heit.“ begrüßte Zunftpräsidentin Iris Kull alle anwesenden Aktiven und Freunde der Allezer Fasnacht. „2019 is in Alleze so einiges passiert, viel Gäässwärmer waren dabei, damit a alles funktioniert.“, so begann Kull anschließend, ihren närrischen Rückblick auf das vergangenen Jahr. Neben zahlreichen Vereins- und Geschäftsjubiläen beleuchtete sie auch das Adelsheimer Herbstfest sowie die Bürgermeisterwahl.

Danach kamen die Allezer Fasnachtssucher zu Wort welchen die Fasnacht ganz unterschiedlich begegnet ist. Wolfgang Spohrer sprang die Fasnacht während den Vorbereitungen zur Seestadtpfanne förmlich an. Die Ernährungsweise des neuen Bürgermeister stellte die Zunft nämlich vor eine Herausforderung. „Wir haben jetzt einen Rathaus-Chef in unserer Stadt bei dem findet kein Verzehr von Tierprodukten statt.“ Nachdem man einige Varianten diskutierte fand man schließlich eine Lösung für die Seestadtpfanne, welche traditionell eine Gulaschsuppe und eine Wurst enthielt. „Wir richten unsere Seestadtpfanne wie die Hopkarline deckte ihren Tisch, mit Bauländer Kartoffelsuppe und Zwetschgenkuchen warm und frisch.“ gab Spohrer die gefunde Lösung bekannt. Auch für den Fall das Bürgermeister Bernhardt keinen Schnaps trinken will wusste Spohrer aus vergangenen Tagen zu berichten. „Schon früher war nicht immer in jedem Schnapsglas echter Schnaps, auf Wunsch stattdessen manchmal klares Leitungswasser gabs.“

Als zweiter Fasnachtssucher berichtete Jungelferrat Daniel Ulrich davon wie er der Fasnacht bereits im Sommer während den Aufbauarbeiten des Zeltes zum Adelsheimer Volksfest begegnete. „Das Zelt muss vor Stürmen sicher sein, drum haut der Profi Nägel rein.“ Und so passierte es das man einigen Häusern den Strom genommen hatte. Ein „Volksfest ohne Strom, nur Kerzen! Die Fastnacht fing gleich an zu scherzen: Soll’s hell zum Grillen sein bei Nacht? Ich weiß, wie man hier Feuer macht!“ so Ulrich abschließend.

Iris Kull berichtete als dritte Fasnachtssucherin von der Hochzeit des neuen Bürgermeisters und dessen Frau Tanja Will und stellte abschließend die Frage: „Was wäre, gäb‘s jetzt Wolfram Will? Die Fastnacht wird ganz ruhig und still, und fragt, muss man, wer kann’s erzählen, den Bürgermeister dann nochmals wählen?“ Nach den Fasnachtssuchern ergriff Büttel Michael Sauter das Wort und stellte in humorvoller Art die diesjährigen Elferräte vor, diese wurden durch die „Balzele-Familie“ eingekleidet.

Mit Marius Zetzmann, der im letzten Jahr als Elferratspraktikant durch die Prunksitzung führte, gibt es einen Neuzugang in den Reihen des Elferrats. Gemeinsam mit den „Alt-Elferräten“ und weiteren Neuzugängen der Gruppierungen legte er den Narreneid in Gäässemilch ab. Alle aktiven Fasnachter gelobten auch in diesem Jahr „Treu und Freundschaft zu halten, den närrischen Befehlsgewalten, selbst dann, wenn manchmal Weib und Kind darüber andrer Meinung sind.“

In dieser Session gehören dem Gremium an: Sebastian Fuchs, Robin Arns, Christian Häußler, Atilla Jucha, Kevin Zetzmann, Frank Bopp, Roland Deutsch, Willi Gniosdorz, Thomas Drischel, Marius Zetzmann, Gabriel Kaminski (Ceremonienmeister), Michael Sauter (Büttl), Severin Neubeck (Fahnenträger), Ralf Ulrich (Sitzungspräsident)

Wünsche der Zunft übermittelt

Gespannt warteten die vielen Zuschauer auf die traditionelle „Seestadtpfanne“, die natürlich an keinem Elften Elften fehlen darf. „Die Seestadtpfanne – sie wisse schon, bei uns an Fasnacht Tradition“ , mit diesen Worten überreichte Sitzungspräsiden Ralf Ulrich die „Seestadtpfanne“ an Bürgermeister Wolfram Bernhardt. In seinen Versen übermittelte er die zahlreichen Wünsche der Zunft an den Bürgermeister und diese Liste war lang: „Wir wünsche uns auf jeden Fall, E Bühne in der neuen Hall. Zunfteigne Meetings zu besuchen 3 x Ahoi , richtig zu rufen. Auf die Kinderprunksitzung in die Halle zu gehe, fürs Schminken und Mohrekopfessen parat zu stehen.  Sich wohl zu fühlen bei der Zunft, in der Gäässeunterkunft.“ Bürgermeister Bernhardt versprach die Wünsche der Zunft zu erfüllen gab aber gleichzeitig zu bedenken: „Ich weis noch nicht alles , nur dies und das. Ich bitt euch darum , gebt mir eine Chance .Ich gebe mir Mühe und pass aa uff, Drum Gieskann her un Wasser druff.“ Die Verbundenheit zur Zunft zeigte Wolfram Bernhardt schon am gleichen Abend. Er erschien im Gäässefell gekleidet im Museumshof, schunkelte und sang die Adelsheimer Fasnachtslieder begeister mit.

Satzungsänderung und Wagenbau wird zum Motto

Nachdem das Stadtoberhaupt den Obolus von Elf Euro Elf entrichtete gab SiPrä Ralf Ulrich das Motto der kommenden Fasnacht bekannt. Man habe die Vereinssatzung geändert und wolle die einzelnen Gruppierungen noch mehr gewichten. „Sie sind die fünf Pfeiler, die die Zunft repräsentieren, jetzt kann einer davon in der Vorstandschaft mitregieren.“ Gleichzeit wolle die Zunft, die bisher als reine Fußgruppe unterwegs war, sich einen Fasnachtswagen anschaffen. Man habe beides in ein Motto und Pin gefasst so Ulrich: „Eine Hand voll Narren zieht den Karren!“. Der Pin zeigt eine Hand auf deren Finger jeweils eine Kopfbedeckung der einzelnen Gruppierungen thront. Nachdem Motto und Pin bekannt waren informierte Ulrich über die Termine der Zunft.

Prunksitzung (15. Februar), Kinderprunksitzung (16. Februar), Straßenfasnacht (20. Februar). Mit DJ, Männerballett und Tänzen feiert man am Fasnachtssamstag (22.Februar) wieder eine Frauenfasnacht in der Eckenberghalle. Auch die Männer sind willkommen, einzige Voraussetzung ist das erscheinen in Frauenkleidung.

Nachdem alle gemeinsam das „Badnerlied“ sangen dankte Elferratssprecher Sebastian Fuchs der Stadtkapelle für die Unterstützung während der bevorstehenden Fasnachtssaison und lud alle Narren ein im Zunftheim kräftig weiter zu feiern. Mit dem „Jolly-Schunkler“ klang danach der offizielle Teil der Fasnachtseröffnung aus. Bis in die Abendstunden schallten aus dem benachbarten Zunftheim altbekannte Fasnachtslieder. Getreu dem alten Allezer Fasnachtsschlager  „Mir gehn heut Nacht noch lang net heem“ nahm das närrische Treiben, bei Bewirtung durch die verschiedenen Gruppierungen der Zunft, im und vor dem Zunftheim seinen Lauf.

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