(Foto: pm)
„Chance zur Korrektur vertan!“
Mosbach. (pm) Der Deutsche Landkreistag kritisiert die Entscheidung des Bundesrates scharf, auf die Anrufung des Vermittlungsausschusses zur Krankenhausreform zu verzichten. âDas Vorhaben hĂ€tte noch gerettet werden können, diese Chance ist jetzt vertan. Die gravierenden Fehler der bisherigen EntwĂŒrfe hĂ€tten korrigiert und die KrankenhĂ€user stabilisiert werden können und mĂŒssenâ, erklĂ€rt der PrĂ€sident des Deutschen Landkreistages, Landrat Dr. Achim Brötel. âJedenfalls muss es nun zu den ersten Amtshandlungen einer neuen Bundesregierung gehören, den dringend notwendigen Inflationsausgleich rĂŒckwirkend bis 2022 gesetzgeberisch auf den Weg zu bringenâ.
Die Bundesratsdebatte sei sehr intensiv gefĂŒhrt worden. âDie Entlassung seiner Gesundheitsministerin durch Brandenburgs MinisterprĂ€sidenten Dietmar Woidke zeigt die Emotionen. Es belegt aber auch, dass der Bundesgesundheitsminister mit dem Kopf durch die Wand wollte und es versĂ€umt hat, andere mitzunehmenâ, so Brötel weiter. Es stehe zu viel auf dem Spiel. âDabei geht es nicht um missionarischen Eifer, sondern um die Menschen.â
Dadurch, dass die Krankenhausreform nun mit einem viel zu geringen Kostenausgleich fĂŒr die Vergangenheit Gesetz werde, Ă€ndere sich die prekĂ€re Lage vieler Kliniken gerade nicht. In den letzten zwei Jahren hĂ€tten bereits 48 Kliniken Insolvenz anmelden mĂŒssen. âUnd das wird nicht das Ende der Fahnenstange sein, weitere HĂ€user werden folgen. Vor allem wird dies wieder einmal in erster Linie die lĂ€ndlichen RĂ€ume treffen. Deshalb gehört das ganz oben auf die politische Agenda ab dem 23.2.2025.â
Es gehe um die Defizite, die seit 2022 aufgelaufen seien. âGemessen an diesem Bedarf war und ist das Angebot des Bundes unzureichend. Denn es stellt lediglich Hilfe fĂŒr das laufende Jahr in Aussicht. Das reicht nicht. Dadurch werden nur kleine Teile der seit Jahren aufgelaufenen FinanzierungslĂŒcken abgedecktâ, so Brötel.
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Im Ăbrigen bleibe die Krankenhausreform eine Black Box â ohne Auswirkungsanalyse und damit eine klare Vorstellung darĂŒber, was sie bewirken werde. âSeit Beginn des Verfahrens fragen wir den Bundesgesundheitsminister, was die vorgeschlagenen MaĂnahmen konkret fĂŒr die Landkreise und ihre KrankenhĂ€user bedeuten. Aber diese fĂŒr ein Gesetzgebungsprojekt solchen AusmaĂes wesentliche Informationen wurden uns vorenthalten.
Diese GeheimniskrĂ€merei lĂ€sst nicht davon ausgehen, dass fĂŒr die Landkreise irgendetwas besser wird.â Ganz im Gegenteil zeige eine aktuelle Studie der Vebeto GmbH, dass die Reform nicht die Existenz der lĂ€ndlichen KrankenhĂ€user sichern könne, wie es der Bundesgesundheitsminister immer wieder versprochen habe. Diese Kliniken haben nach dem klaren Studienbefund im neuen Finanzierungssystem keine Chance, ihre Erlösverluste durch den Wegfall einzelner komplexerer Behandlungsangebote zu kompensieren.
In der FlĂ€che könne man sich aber keine weiteren negativen StrukturverĂ€nderungen leisten, die zu einer drastischen Verschlechterung der Patientenversorgung fĂŒhren wĂŒrden, so der DLT-PrĂ€sident weiter. âAn den wesentlichen Kritikpunkten der kommunalen Ebene hat sich in den vergangenen Monaten und Jahren nichts geĂ€ndert.â
Es gebe in den lĂ€ndlichen RĂ€umen sehr leistungsfĂ€hige HĂ€user, die fachlich in der Lage seien, zusĂ€tzliche medizinische Leistungen zu ĂŒbernehmen. âDie Reform darf nicht dazu fĂŒhren, dass solche HĂ€user geschlossen werden und die Menschen auf Spezialbehandlungen in einer GroĂstadt verwiesen werden. Genau das droht seit dem heutigen Tage aber ganz real.â
