(Foto: Baden-Württemberg Stiftung)
Obrigheim (pm) In Anbetracht des Berufe-Dschungels fällt es vielen Jugendlichen schwer, den richtigen Weg nach der Schule zu wählen. Um Vorurteile gegenüber technischen Berufen abzubauen und Perspektiven in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) aufzuzeigen, war das Bildungsprogramm Coaching4Future zu Gast an der Gemeinschaftsschule Obrigheim. Mit spannenden Exponaten im Gepäck zeigten zwei Experten, dass moderne Technik weit mehr ist als nur graue Theorie.
Die Initiative wird von der Baden-Württemberg Stiftung, dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit unterstützt. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler einen Beruf finden, der zu ihren Interessen und Stärken passt.
Interaktive Entdeckungsreise statt Frontalunterricht
In Obrigheim wurde das Klassenzimmer zur Experimentierfläche. Die Chemikerin Cornelia Mittag und der Biotechnologe Dr. Tobias Puzicha gestalteten die Projekttage als offenen Dialog nach dem sogenannten Erlebnis-Lern-Prinzip.
Die Coaches erklärten, dass das Ziel darin besteht, ein realistisches Bild der Arbeitswelt zu vermitteln und aufzuzeigen, welche Berufe heute besonders gefragt sind. Die Jugendlichen der Klassenstufen ab der achten Klasse hatten die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, welche Themen sie vertiefen wollten.
Vom Umweltschutz bis zur Robotik
Die Gemeinschaftsschülerinnen und -schüler wählten die Themenwelten Welt retten, Maschinen und Roboter sowie Mobilität. Ein besonderes Highlight war die Vorstellung der sogenannten Wachswatte, bei der diskutiert wurde, wie Innovationen aus der Chemie und dem Maschinenbau zum Umweltschutz beitragen können.
Mit der Wachswatte können ohne den Einsatz chemischer Mittel ölhaltige Verunreinigungen aus Gewässern entfernt werden. Die Jugendlichen lernten dabei konkrete Berufsfelder wie den Chemikanten, den Produktionstechnologen oder den umweltschutztechnischen Assistenten kennen.
Ebenfalls für Staunen sorgte der Robotergreifer der Firma Festo. Hier wurde erlebbar, wie die Robotik die moderne Industrie revolutioniert. Die Coaches erläuterten, welche Fachkräfte hinter solchen Entwicklungen stehen – vom Experten für Robotik bis hin zu Elektronikern für Automatisierungstechnik oder Zerspanungsmechanikern. Dabei wurde deutlich, dass MINT-Disziplinen die Grundlage für die Lösung großer gesellschaftlicher Aufgaben sind.
Orientierung für die Zeit nach der Schule
Die Coaches gaben neben der faszinierenden Technik auch Tipps zur persönlichen Planung. Sie wiesen auf den Karrierenavigator auf der Programm-Webseite hin, der es ermöglicht, Interessen direkt mit passenden Ausbildungswegen in der Region abzugleichen. Nach zwei Tagen voller Aha-Effekte fiel das Resümee der Lehrkräfte positiv aus: Die Praxisnähe half dabei, Berührungsängste abzubauen und die Lust auf eine Karriere in der Technik zu wecken.
Weitere Informationen zum Programm sowie ein Online-Interessenstest sind unter www.coaching4future.de verfügbar.
