16 Jahre Haft wegen Schwarzarbeit

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(Fotos: Zoll)

Jahresbilanz 2025 der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS)

Region (ots) Die mehr als 100 Einsatzkräfte der Schwarzarbeitsbekämpfungseinheit des Hauptzollamts Heilbronn an den Standorten in Heilbronn und Tauberbischofsheim führten im zurückliegenden Jahr 401 Arbeitgeberprüfungen und dabei 5.168 Personenbefragungen und -überprüfungen durch.

"Die konsequente Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung ist elementar, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten sowie dabei den Erhalt von Arbeitsplätzen und gerechte Arbeitsbedingungen zu sichern" so Oberregierungsrat Thomas Wahl, Sachgebietsleiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) in Heilbronn und ständiger Vertreter der Leitung.

Im Laufe des Jahres wurden 1.113 Strafverfahren eingeleitet und 1.048 der laufenden Strafverfahren abgeschlossen. Dabei erwirkte der Heilbronner Zoll Geldstrafen in Höhe von 320.093 Euro und in der Summe Freiheitsstrafen in Höhe von 199 Monaten. Der Ahndungsbereich der Finanzkontrolle Schwarzarbeit leitete 1.116 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und konnte im gleichen Betrachtungszeitraum 1.016 Verfahren abschließen.

Mit insgesamt sechs Schwerpunktprüfungen im Kalenderjahr 2025 (im März: Mindestlohn, im Mai: Taxi- und Mietwagengewerbe, im Juni: Bauhaupt- und Baunebengewerbe, im Juli: Bewachungsgewerbe, im September: Gastronomie- und Hotellerie und im November: Sicherheitsgewerbe) war die FKS bei regionalen aber auch bundesweiten konzertierten Aktionen eingebunden.

Daneben wurden im März und im Dezember personalintensive strafprozessuale Ermittlungsverfahren mit Dursuchungen in mehreren Bundesländern durchgeführt. Die Verfolgung der zunehmend konspirativen und bundesweit agierenden Täter im Bereich der schweren strukturellen Kriminalität erfordere aufwendige, zeit- und personalintensive Ermittlungsmaßnahmen, so Wahl.

So habe ein 2025 beim Hauptzollamt Heilbronn geführtes Verfahren gegen eine Tätergruppierung der organisierten Kriminalität monatelange Ermittlungsarbeit nach sich gezogen, ehe ein Abschluss und eine mögliche gerichtliche Verurteilung erfolgen könne.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • 401 Prüfungen von Arbeitgebern (2024: 747)
  • 5.168 Personenüberprüfungen (2024: 6.254)
  • 1.113 eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen Straftaten (2024:
    853)
  • 1.048 abgeschlossene Ermittlungsverfahren wegen Straftaten
    (2024: 890)
  • 199 Monate Freiheitsstrafen (2024: 152)
  • 1.116 eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen
    Ordnungswidrigkeiten (2024: 1.184)
  • 1.016 abgeschlossene Ermittlungsverfahren wegen
    Ordnungswidrigkeiten (2024: 961)
  • 4.965.563 Euro Schadenssumme im Rahmen der straf- und
    bußgeldrechtlichen Ermittlungen (2024: 10,7 Mio. Euro)

Gesamtbetrachtung: Die Zollbeamten in Heilbronn und Tauberbischofsheim ermittelten einen Schaden in Höhe von knapp 5 Mio. Euro und erwirkten durch ihre Arbeit Gefängnisstrafen von mehr als 16 Jahren.

In Baden-Württemberg liegt der ermittelte Schaden bei 57.832.732 Euro und in Deutschland summiert sich der Schaden auf 675.412.505 Euro. Den mit Abstand größten Schaden verursacht laut Zoll das Bauhaupt- und
Baunebengewerbe, das mit 378.544.078 Euro mehr als die Hälfte des Schadens verursacht.


„Auf dem Bau“ gibt es laut Zoll die meisten Schwarzarbeiter. (Foto: pm)

Hintergrund:

Der Zoll sichert mit seinen Prüfungen staatliche Einnahmen, stärkt seriös tätige Unternehmen, schützt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor illegalen Lohnpraktiken und Ausbeutung und sorgt so für Ordnung und Fairness auf dem Arbeitsmarkt.

Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schädigen alle: Sie betrügen die Sozialversicherung, hinterziehen Steuern und gefährden Arbeitsplätze. Unternehmen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ordentlich beschäftigen, können mit Schwarzarbeitern nur schwer konkurrieren.

Obwohl sie sich auch der Verpflichtung zur Zahlung von Steuern, Mindestlohn und Abgaben entziehen, profitieren Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber von der staatlichen und vor allem sozialen Infrastruktur. Die Prüfungen der FKS des Zolls gehen gegen diese Form des Sozialbetrugs und der Ungerechtigkeit vor.

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