Ein Virus zwingt zu neuen Wegen

Freut sich darauf, dass wieder die lange Zeit leere Bühne des fideljo benutzt werden kann: Eventmanager Gerd Becker. (Foto: Pfeiffenberger)

fideljo-Eventmanager Gerd Becker bereitet „Live-Streaming“-Premiere mit Kabarettist Nikita Miller vor

Mosbach. (pm) „Neue Wege gehen“, diese Formulierung erfreut sich gerade in Zeiten des Coronavirus wachsender Beliebtheit. Sie ist aus der Not heraus Credo ganzer Branchen, auch und vor allem im Bereich Kunst und Kultur. Auch Gerd Becker, Eventmanager im Kultur- und Begegnungszentrum fideljo der Johannes-Diakonie, ist im Begriff, neue Wege zu gehen. Da Künstlerinnen und Künstler auf der fideljo-Bühne aktuell nur ohne Publikum auftreten, reale Begegnungen derzeit nicht stattfinden können, plant Becker erstmals eine Live-Veranstaltung, die ausschließlich gegen Bezahlung im Internet zu verfolgen sein wird. Am 12. Juni sorgt Kabarettist Nikita Miller für die „Live-Streaming“-Premiere im fideljo.

„Ein Live-Stream ist natürlich nichts Neues“, so Gerd Becker. Aktuell gebe es viele solcher Angebote im Netz, um Einrichtungen oder Künstler in der öffentlichen Wahrnehmung zu halten. „Viele davon werden allerdings maximal auf Spendenbasis realisiert. Das ist für Künstler und Veranstalter ein großes wirtschaftliches Risiko.“ Sein Ansatz: In Zusammenarbeit mit Christoph Platzer und dessen Mosbacher Eventagentur „DON Entertainment“ werden die Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Aufzeichnung und Übertragung geschaffen. Kulturinteressierte erwerben Tickets im Vorverkauf, der Künstler kann adäquat bezahlt, die Veranstaltung durch entsprechende Technik vor Ort realisiert werden. Und das Publikum erlebt einen entspannten Abend vor dem eigenen Bildschirm.

„Hier geht es darum, mit der Kultur und den Kulturschaffenden wertschätzend umzugehen“, so Gerd Becker weiter. Und auch darum, durch das fideljo wieder Begegnungen, wenn auch im virtuellen Raum, stattfinden zu lassen. „Die Begegnung und inklusive Teilhabe von Jung und Alt, Menschen mit und ohne Behinderung in entspanntem Rahmen zu ermöglichen, das ist der eigentliche Daseinszweck des fideljo – ob bei unseren Kulturveranstaltungen, in unserer Gastronomie oder bei Feierlichkeiten wie Geburtstagen, Hochzeiten oder ähnlichen.“

All das werde in den Räumen durch das Coronavirus auch in den nächsten Wochen nicht stattfinden. „Vielleicht bauen wir ja mit dem Live-Streaming an der einen oder anderen Stelle sogar Barrieren ab, da Menschen an der Veranstaltung teilhaben, die sonst vor Ort keine Gelegenheit gehabt hätten oder nicht mobil sind“, hofft der fideljo-Eventmanager. Auch dazu sei eine in die Streaming-Technik integrierte Chatfunktion geeignet, mit der Gäste und Künstler miteinander in Kontakt treten können.

„Für uns ist das ein Versuch, ein Experiment“, so Becker abschließend. Es sei eine Alternative, aus der Not geboren, die das Erlebnis einer Live-Veranstaltung vor Ort und als Teil einer Gemeinschaft vor einer Bühne nicht ersetzen kann. Aber aktuell muss. Gerd Becker erwartet dennoch einen amüsanten Abend von und mit Nikita Miller. Dieser wird in seinem Programm seine Jugend portraitieren, gefärbt von russischen Einflüssen, seinen kasachischen Wurzeln, seiner Clique in seiner schwäbischen Heimat und zahlreichen „unfassbaren“ Erlebnissen. Unterhaltsame Alltagssatire eben. Und auch Nikita Miller bleibt dem derzeitigen Credo der Kulturschaffenden in Ansätzen treu – trägt sein Solo-Programm doch den Titel: „Auf dem Weg, ein Mann zu werden“.
Info:  Tickets für den Abend mit Nikita Miller am Freitag, 12. Juni, ab 20 Uhr, gibt es online unter www.fideljo.de.

Werbeanzeigen

Artikel teilen:


Zum Weiterlesen:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen