Der Kranich ist gut in Heidelberg angekommen (li.). Ein erwachsener Saruskranich mit roter Färbung. (Fotos: pm/Timo Deible)
Imposanter Saruskranich im Zoo Heidelberg eingezogen
Heidelberg. (pm) Saruskraniche sind mit einer Körperhöhe von etwa 1,70 m nicht nur die größten Vertreter aller Kranicharten, sondern auch die größten flugfähigen Vögel weltweit. Die monogamen Tiere verbringen große Teile ihres Lebens in Feuchtgebieten wie Sümpfen und brüten im flachen Wasser. Der Lebensraum der Saruskraniche schwindet jedoch zunehmend, die Vögel werden als gefährdet eingestuft. Seit kurzem können Besucher einen Vertreter der bedrohten Tierart im Zoo Heidelberg bestaunen.
Donnerstagnachmittag im Zoo Heidelberg. Gespannt wartet das Zoo-Team auf die Ankunft von Kurator Joshua Förg und der Auszubildenden Leila Gerhardt. Sie bringen einen ganz besonderen Neuzugang nach Heidelberg: einen jungen, männlichen Saruskranich aus dem Zoo Neuwied. Dort ist der Vogel im vergangenen Jahr geschlüpft und wird auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), das im Zoo Karlsruhe koordiniert wird, zukünftig im Zoo Heidelberg leben.
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„Perspektivisch wird noch ein weibliches Tier zu uns kommen. So können wir mit einer möglichen Zucht dieser gefährdeten Art zu einem stabilen Bestand in menschlicher Obhut beitragen. Dieser ist genauso wichtig wie der Schutz und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, die als Lebensraum der Saruskraniche eine Schlüsselfunktion haben“, erklärt Förg.
Saruskraniche können etwa 1,70 m groß werden und eine Flügelspannweite von bis zu 2,80 m erreichen. In der Natur erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Tiere über weite Teile Südostasiens bis nach Nordaustralien – in Indien gilt der Saruskranich als heilig und ist tief in der Kultur und Mythologie des Landes verwurzelt.
Auffälligstes Merkmal der erwachsenen Vögel ist die rote Färbung des Gefieders am Kopf und oberen Hals. Bei Jungvögeln ist dieser Bereich noch hellbraun gefärbt, so auch bei dem Saruskranich der seit kurzem im Zoo Heidelberg lebt. Besucher können den Vogel auf der Anlage am Geysirsee entdecken und beobachten, wie sich das Gefieder in Zukunft verfärben wird.
Der Saruskranich steht stellvertretend für viele Tierarten, die auf feuchte Lebensräume angewiesen sind. Um den Fokus auf den Schutz und die Bewohner dieser bedrohten Ökosysteme zu legen, beteiligt sich der Zoo Heidelberg an der internationalen Naturschutzkampagne „Wetlands for Life“. Diese wurde von der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) ins Leben gerufen, um auf wichtige Lebensräume wie Moore, Sümpfe, Auen und Teiche hinzuweisen.
