Schweigen der Kriegsgeneration gebrochen

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(Repro: Brauch-Dylla)

Dokumentarfilm war großer Publikumserfolg

Neckarelz. (bd) Die Dokumentation „Das Ungesagte“ war bei ihrer Vorführung im Programmkino Neckarelz ein großer Publikumserfolg. Mit insgesamt 170 Besuchern, die sich auf 50 am Montag und 120 am Dienstag verteilten, verzeichnete die Reihe die höchste Resonanz seit längerer Zeit.

Analyse des Schweigens: Das Filmgespräch

Nach der Vorstellung am Dienstagabend fand ein moderiertes Fachgespräch mit Regisseur Lothar Herzog statt, moderiert von Dorothee Roos und Klaus Brauch-Dylla. Rund 50 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um Fragen zur Entstehung des Films und zum Umgang mit Zeitzeugen zu klären.

Herzog betonte, dass das Vertrauen der Protagonisten zunächst in persönlichen Vorgesprächen ohne Kamera aufgebaut wurde, bevor die filmischen Aufnahmen entstanden. Für viele der Befragten stellt das Jahr 2024 eine der letzten Chancen dar, ihre Erfahrungen zu teilen und Dinge nicht „ungesagt“ zu lassen.

Methodik und filmische Gestaltung

Auf die Frage, warum im Film auf eine direkte moralische Konfrontation der Protagonisten verzichtet wurde, erklärte Herzog die dokumentarische Strategie. Die Interviewten öffneten sich oft in speziellen Momenten der Aufnahme. Es wurde bewusst darauf geachtet, diese Aussagen ungefiltert wiederzugeben, um eine unmittelbare Diskussion nicht zu stören.

Zudem wurde die Rolle der Landschafts- und Stadtaufnahmen thematisiert. Diese Sequenzen fungieren im Film als Ruhepunkte und bieten dem Zuschauer Zeit zur Reflexion über das Gehörte. Der Titel „Das Ungesagte“ kristallisierte sich erst während des Produktionsprozesses heraus.

Lokaler Bezug und Resümee des Regisseurs

Ein besonderer Aspekt für das Publikum war die Mitwirkung von Albert Emmerling, der im Dezember 2025 in Mosbach-Neckarelz seinen 100. Geburtstag feierte. Im Film bekennt er sich zu seiner jugendlichen Begeisterung für die NS-Bewegung und schafft damit einen Bezug zur lokalen Geschichte. Dorothee Roos von der KZ-Gedenkstätte bot das Buch “Mosbach im Dritten Reich” an, das Zeitzeugenberichte aus den 90-ern dokumentiert. Interessierte können das Buch unter [email protected] anfordern.

Regisseur Lothar Herzog von Resonanz begeistert

Regisseur Lothar Herzog zeigte sich über die Zuschauerresonanz erfreut. „Nicht nur die Zuschauerresonanz war ein großer Erfolg; die Veranstaltung war eines unserer Highlights. Das Gespräch in Mosbach war sehr intensiv, die Kommentare und Fragen waren klug und vielfältig. Es freut uns, wenn der Film dazu anregt, dass Menschen über die Erfahrungen ihrer Verwandten im NS-Regime ins Gespräch kommen.“

Hintergrund der Kooperation

Herzog bedankte sich bei den lokalen Organisator*innen. Die Aufführungen wurden durch eine Kooperation zwischen der KZ-Gedenkstätte Neckarelz, dem katholischen Bildungszentrum Mosbach, dem Netzwerk „Herz statt Hetze NOK“ sowie Bündnis 90/Die Grünen Neckar-Odenwald ermöglicht.

Die Veranstalter werteten die hohen Besucherzahlen als Ausdruck eines anhaltenden Bedarfs nach einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der Region. Aufgrund des Erfolgs in Mosbach wurde bereits eine Wiederholung in den Walldürner Löwen-Lichtspielen in Betracht gezogen, dem bewährten Kooperationskino von Herz statt Hetze.

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