Waldbrunn steht vor großen finanzielle Herausforderungen

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Für den Neubau des Bürgerhauses in Waldkatzenbach wurden bereits Zuschüsse des Landes bewilligt. Der Gemeinderat Waldbrunn gab mehrheitlich den Entwurf der Genehmigungsplanung für den Neubau des Bürgerhauses Waldkatzenbach frei. Außerdem wurde dem Abbruch des bisherigen Bürgersaals zugestimmt. (Grafik – S2 GmbH)

Waldbrunn. In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Gemeinderat der Gemeinde Waldbrunn intensiv mit dem Haushaltsplan 2026 sowie der mittelfristigen Finanzplanung bis 2029 befasst. Bürgermeister Markus Haas und Kämmerer Joachim Gornik machten dabei deutlich, dass die Gemeinde in den kommenden Jahren vor erheblichen finanziellen Herausforderungen steht.

Zu Beginn verwies Bürgermeister Haas auf die insgesamt angespannte wirtschaftliche Lage der Kommunen. Globale Krisen, unsichere wirtschaftliche Entwicklungen und rückläufige Einnahmen wirkten sich zunehmend auch auf die kommunalen Haushalte aus. Für Waldbrunn bedeutet dies, dass sich die Finanzsituation im Jahr 2026 deutlich verschärft und für 2027 sogar eine weitere Verschlechterung zu erwarten ist.

Kämmerer Joachim Gornik stellte im Anschluss die Eckdaten des Haushaltsentwurfs vor. Der Ergebnishaushalt 2026 sieht Erträge von rund 15,3 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 16,8 Millionen Euro vor. Daraus ergibt sich ein veranschlagtes Defizit von rund 1,49 Millionen Euro, das höchste seit Einführung des doppischen Haushaltsrechts. Als wesentliche Ursachen nannte Gornik insbesondere den deutlichen Rückgang bei der Gewerbesteuer, steigende Umlagen sowie die anhaltend hohen Belastungen im laufenden Betrieb.

Gleichzeitig verwies er darauf, dass sich das laufende Haushaltsjahr 2025 voraussichtlich deutlich besser entwickeln wird als ursprünglich geplant. Vor allem die Gewerbesteuer hat sich günstiger entwickelt, sodass nach aktuellem Stand wieder mit einem positiven Jahresabschluss gerechnet werden kann.

Hohe Investitionen trotz angespannter Haushaltslage

Trotz der angespannten Lage investiert die Gemeinde auch 2026 weiterhin in bedeutendem Umfang in ihre Infrastruktur. Im Finanzhaushalt sind Investitionen von rund 7 Millionen Euro vorgesehen. Dazu gehören unter anderem die abschließenden Maßnahmen beim KinderCampus, Projekte im Bereich der Abwasserbeseitigung, Vorhaben der städtebaulichen Entwicklung sowie weitere kommunale Infrastrukturmaßnahmen. Deutlich wurde jedoch auch, dass viele dieser Projekte nur dann umgesetzt werden können, wenn die erwarteten Fördermittel tatsächlich bewilligt werden.

Positiv bewertet wurde in diesem Zusammenhang, dass für den geplanten Abriss und Neubau des Bürgerhauses Waldkatzenbach (wir berichteten) bereits eine Zuschussbewilligung aus dem ELR-Programm vorliegt (wir berichteten). Zudem erhofft sich die Gemeinde zusätzliche finanzielle Spielräume aus dem LuKIFG-Programm, dem Sondervermögen des Bundes, aus dem Waldbrunn insgesamt rund 3 Millionen Euro erhält.

Verschuldung und Rücklagen im Blick

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratung lag auf der Entwicklung der Verschuldung. Nach derzeitiger Planung könnte der Schuldenstand der Gemeinde bis Ende 2026 auf bis zu 7,8 Millionen Euro anwachsen. Parallel dazu wird sich auch die Liquidität der Gemeinde in den nächsten Jahren deutlich verringern. Aus Sicht der Kämmerei macht dies deutlich, dass Waldbrunn auf Dauer nicht ohne eine konsequente Priorisierung und Konsolidierung auskommen wird. Die Rücklagen belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Euro.

In der Aussprache wurde deshalb auch grundlegend über Möglichkeiten der Haushaltskonsolidierung diskutiert. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie künftige Investitionen zeitlich gestreckt werden können und welche Standards überprüft werden müssen. Schlussendlich wurde der Haushalt 2026 der Gemeinde einstimmig beschlossen.

Wirtschaftsplan der Wasserversorgung ebenfalls beschlossen

Neben dem Gemeindehaushalt beriet der Gemeinderat auch den Wirtschaftsplan 2026 des Eigenbetriebs Wasserversorgung. Dieser weist ein Gesamtvolumen von rund 1,48 Millionen Euro aus. Auch hier wurde deutlich, dass steigende Kosten, hohe Investitionsbedarfe und zunehmende Zinsbelastungen die finanzielle Lage erschweren.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem weitere Maßnahmen zur Erneuerung des Leitungsnetzes, Investitionen in die Versorgungssicherheit sowie eine geplante Wasserversorgungsstudie. Sorge bereitet insbesondere der hohe Wasserverlust im Leitungsnetz, der im vergangenen Jahr auf 22,8 Prozent angestiegen ist. Auch der Wirtschaftsplan der Wasserversorgung wurde einstimmig beschlossen.

Bürgerhaus, Solarparks und Kneippbecken

Neben den Haushaltsberatungen standen weitere wichtige Sachentscheidungen auf der Tagesordnung. So gab der Gemeinderat mehrheitlich den Entwurf der Genehmigungsplanung für den Neubau des Bürgerhauses Waldkatzenbach frei. Ebenfalls mehrheitlich beschlossen wurde der Abbruch des bisherigen Bürgersaals.

Auch bei den Solarparkprojekten wurden wichtige Weichen gestellt. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich dem Satzungsbeschluss für den Solarpark Schulzenfeld sowie den damit in Zusammenhang stehenden Verträgen zu. Der Satzungsbeschluss für den Solarpark „Am Funkturm“ wurde einstimmig gefasst.

Ein weiteres Thema war das seit dem vergangenen Jahr geschlossene Kneippbecken in Schollbrunn. Aufgrund anhaltender Probleme mit dem Fliesenbelag und aufsteigender Feuchtigkeit waren dort in den vergangenen Jahren regelmäßig größere Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Der Gemeinderat beschloss deshalb die Sanierung des Beckens mit einer neuen Abdichtung. Den Auftrag erhielt die Firma Roth, die das Kneippbecken mittels einer mineralischen Dichtschlämme sanieren soll.

Sonnenschutz für den KinderCampus vorerst gestoppt

Knapp fiel die Entscheidung beim geplanten Sonnenschutz für den KinderCampus aus. Der Verwaltungsvorschlag sah zwei Doppeldreiecksegel mit einer Wellenlänge von 7,00 beziehungsweise 6,00 Metern und einer Auszugslänge des Stoffes von 5,00 beziehungsweise 4,50 Metern je Seite vor. Aus Sicht der Verwaltung war bei der Stoffauswahl insbesondere eine hohe UV-Beständigkeit wichtig. Ebenso sollte die elektrische Segelkonstruktion über Wind- und Sonnenwächter gesteuert werden und als weitgehend wartungsfreie Anlage Sonne, Wind und Regen dauerhaft standhalten.

Dem Gremium war der Angebotspreis von 70.500 Euro jedoch mehrheitlich zu hoch, weshalb der Auftrag nicht vergeben wurde. Stattdessen verwies der Gemeinderat auf die Prüfung günstigerer Alternativen.

Photovoltaikanlage für Feuerwehrhalle vergeben

Zum Abschluss der Sitzung vergab der Gemeinderat den Auftrag zur Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Anbau einer Feuerwehrfahrzeughalle in Weisbach. Den Zuschlag erhielt die Firma BBG Energiekonzepte GmbH aus Heidelberg zum Preis von 17.600 Euro.

 

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